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| 16:07 Uhr

Wehnsdorf
Bürgertreff im Feuerwehr-Anbau

Das Gerätehaus soll einen Anbau bekommen, das alte Backsteingebäude dahinter soll abgerissen werden.
Das Gerätehaus soll einen Anbau bekommen, das alte Backsteingebäude dahinter soll abgerissen werden. FOTO: Carmen Berg / LR
Wehnsdorf. Sanierung eines Leerstandshauses in Wehnsdorf findet keine Mehrheit. Von Carmen Berg

Durch Um- und Anbauarbeiten am Feuerwehrgerätehaus bekommt der Heideblick-Ortsteil einen Raum für die Dorfgemeinschaft. Das haben die Gemeindevertreter unlängst mit 15 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung beschlossen. Sie gaben damit einer Forderung der Wehnsdorfer nach, die die Bürger des kleinen Ortsteils mit 228 Unterschriften untermauert hatten.

Hochgekocht war das Thema, weil im Zuge des Bahnbrückenbaus der alte Jugendklub abgerissen werden soll. Er rückt durch die Brücke in eine isolierte Lage. Zudem ist der Bau marode. Der Ortsbeirat hatte den Abriss befürwortet. Bezahlt werden soll er aus dem Topf für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen der Bahn. Die Bürger aber fordern: Für den Klub müsse ein Ersatz her.

Sprecher Ron Klinkmüller machte den Knackpunkt deutlich. Ist der Jugendklub weg, haben die Wehnsdorfer keinen öffentlichen Raum mehr außerhalb der Gaststätte. Auf längere Sicht könne man jedoch nicht sicher davon ausgehen, dass sie der Dorfgemeinschaft zur Verfügung steht, erklärte er.

Bürgermeister Frank Deutschmann (parteilos) sah im Anbau an das Feuerwehrhaus die sinnvollste Lösung.  Davon würden Dorf und Wehr profitieren. Das Gerätehaus ist klein, unbeheizt, hat keine Sanitäranlagen, die Kameraden müssen sich in der Fahrzeughalle umziehen. Renate Kalweit (AWGH), Vorsitzende der Gemeindevertretung, fügte an, andere Ortsteile wie Pickel-Pitschen, Wüstermarke und Beesdau hätten gute Erfahrungen mit Gemeinderäumen gemacht, die in Gerätehäuser integriert sind. Betriebskosten könnten geteilt werden.

Johannes Wurms (WGW) hingegen machte sich für ein Dorfgemeinschaftshaus im leer stehenden Wohnhaus auf dem so genannten Graßmann’schen Grundstück stark, das ans Feuerwehrhaus angrenzt. Aus Sicht der Verwaltung ist das zu teuer. Sie will das Wohnhaus samt Nebengelass ebenfalls abreißen, finanziert aus Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen der Bahn. Dem Bürgermeister zufolge ist das Backsteinhaus als Treff für die Dorfgemeinschaft viel zu klein, es müsste völlig entkernt und nach neuesten Standards für öffentliche Gebäude wieder aufgebaut werden. Auch Prof. Claus König (CDU) sieht das so: „Ich war bei einer Besichtigung dabei. Was ich gesehen habe, spottet jeder Beschreibung.“

Johannes Wurms glaubt, den Wehnsdorfern werde etwas suggeriert, was so nicht stimme. Die Alternative sei fachlich nicht ausreichend geprüft worden. Elfriede Klinkmüller (SPD) sprang ihm bei, sprach sich für ein erneutes Gutachten aus. Das Wohnhaus sei Dorfbild prägend und deshalb erhaltenswert. Da es nur wenige Meter entfernt vom Gerätehaus liegt, könnte ein Verbindungsgang gebaut werden, so ihr Standpunkt. Dem widersprachen Feuerwehrleute. Sie wollen ihre Sachen an einem Ort haben.

Diskutiert wurde zudem, den Jugendklub bis zur Fertigstellung des Ersatzes stehen zu lassen. Heideblicks Jugendkoordinator Detlef Reinicke erklärte auf Nachfrage von Abgeordneten, der Klub werde kaum genutzt. Er habe nur einen alten Ofen und sei „zumindest im Winter als Treffpunkt keine Notlösung“.

Das Votum für den An- und Umbau des Gerätehauses viel klar aus. Im Entwurf des Haushaltsplanes der Gemeinde für 2018 sind 10 000 Euro für Planungskosten eingestellt. Der Bau selbst soll dem Beschluss zufolge Bestandteil der mittelfristigen Investitionsplanung werden.