ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:47 Uhr

Straupitz empfiehlt sich als touristischer Ort für Berlin

Der Schauspieler Helmut Mooshammer las am Sonntag Theodor Fontane in der Schinkelkirche in Straupitz.
Der Schauspieler Helmut Mooshammer las am Sonntag Theodor Fontane in der Schinkelkirche in Straupitz. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Straupitz. Die Schinkelkirche in Straupitz (Lieberose-Oberspreewald) war am Sonntagnachmittag gut gefüllt. Und auch im Ort selbst waren zahlreiche Leute unterwegs. Andreas Staindl/asd1

Die Stiftung Zukunft Berlin war mit zahlreichen Teilnehmern in den Oberspreewaldort gekommen.

"Nachbarn bei Nachbarn" heißt die Veranstaltungsreihe, in der Berliner Künstler in Brandenburgs Dorfkirchen lesen. Idee ist es, sich gegenseitig und das Berliner Umland besser kennenzulernen. Die siebte Auflage führte Mitglieder der Stiftung und Gäste nach Straupitz. Etwa 80 Besucher haben sich beteiligt. Sie wurden vom Pfarrer Christoph Hanke und vom Bürgermeister Winfried Rekitt begrüßt. Der Geistliche versorgte die Gäste mit interessanten Details der Schinkelkirche. Das Gemeindeoberhaupt warb für die Spreewaldgemeinde als lohnenswertes Ausflugsziel für Hauptstädter: "Straupitz als touristischer Ort ist den Berlinern noch wenig bekannt." Winfried Rekitt verwies auf die zahlreichen Kulturgüter, die von der Gemeinde übernommen, von dieser gehegt und gepflegt werden. Während eines kleinen Spaziergangs durch den Schlossbezirk haben sich die Teilnehmer selbst ein Bild davon gemacht.

Christoph Hanke versteht die Veranstaltung auch als "Anregung, wiederzukommen". Hubertus Fischer von der Theodor Fontane Gesellschaft hat die Zuhörer auf die Lesung in der Kirche eingestimmt. Der Schauspieler Helmut Mooshammer vom Deutschen Theater in Berlin las aus Theodor Fontanes Werk "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" und aus dem Roman "Quitt". Im fünfbändigen Werk - seinem umfangreichsten - beschreibt Fontane Klöster, Schlösser, Orte und Landschaften der Mark Brandenburg, ihre Geschichte und Bewohner.

Auch Karl Friedrich Schinkel wird in dem Werk genannt und beschrieben. Nach den Plänen des preußischen Architekten wurde die Schinkelkirche in Straupitz gebaut. Fontane beschreibt Schinkel so detailliert in seinem Werk, dass es leicht fällt, sich den Baumeister vorzustellen. Und er gibt Einblick in Schinkels Leben.

Helmut Mooshammer hatte die entsprechenden Textstellen ausgewählt. Er sitzt an einem Tisch unmittelbar vor dem Altar in der Kirche. Der gebürtige Österreicher spricht laut, deutlich und so langsam, dass man den Gedanken Fontanes gut folgen kann. Später las er Auszüge aus dem Roman "Quitt". Zwischendurch erklang die Orgel. "Nachbarn bei Nachbarn" wurde bei Kaffee und Kuchen vor dem Gotteshaus beendet.