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| 02:43 Uhr

Strafstelle für Lehrer ist heute landesweit einmaliges Museum

Wie war das eigentlich mit dem Lernen für acht Klassen in einem Raum früher? Beim Ausprobieren hatten Heimatvereinsvorsitzende Karola Wilde (r.) und die Besucher viel Spaß.
Wie war das eigentlich mit dem Lernen für acht Klassen in einem Raum früher? Beim Ausprobieren hatten Heimatvereinsvorsitzende Karola Wilde (r.) und die Besucher viel Spaß. FOTO: B. Keilbach
Schwarzenburg. Länger als zwei Jahre hielt es hier kein Lehrer aus", erzählt Heidemarie Große. 26 waren es bis 1949. Dann kam Helmut Österitz. Er blieb. 23 Jahre hat er die Schwarzenburger Kinder unterrichtet. 1972 wurde die Schule geschlossen. Seit 2004 ist das Klassenzimmer ein Schulmuseum und brandenburgweit einmalig als Teil des denkmalgeschützten Gebäudeensembles aus Klassenzimmer, Kirchenraum und Lehrerwohnung. B. Keilbach

Das Wohnzimmer wird am Freitagabend zum Kinosaal. Mitglieder des Schwarzenburger Heimatvereins und Gäste erleben eine Filmpremiere. Der 29 Minuten lange Streifen dokumentiert die Schulgeschichte im Heideblicker Ortsteil. Die ehemalige Lehrerin Heidemarie Große nimmt die Zuschauer mit auf die Reise durch knapp zwei Jahrhunderte. 900 Taler habe Friedrich Wilhelm III. 1830 als Gnadengeschenk ausgereicht. Die Gemeinde richtete damit in einer ehemaligen Löffelfabrik die erste Schule ein. 1909 sei das bis heute bestehende Ensemble gebaut worden. Abgelegen, mitten im Wald, habe diese Schule als Strafstelle für die Pädagogen gegolten.

Neben den Fakten zeichnet die ehemalige Lehrerin mit Anekdoten ein Bild, erzählt über Rohstock, Strafbuch, Holzpantinenregal, Schulessen und das tägliche Glockengeläut. Aufgezeichnet und zum Film zusammengestellt wurden die Erinnerungen von der Luckauerin Jutta Dzielak. "Mit meinen Kamerakollegen haben wir 2016 die Aufnahmen gemacht. Wir hatten viel Freude daran", sagt die Luckauerin.

Viel Spaß hatten die Besucher nach Filmpremiere in den Bänken des historischen Klassenzimmers, als Heimatvereinsvorsitzende Karola Wilde die Lehrerin gab. LDS-Bildungsdezernent Carsten Saß (CDU) regte an, sich mit Museen zu vernetzen, damit die Aufmerksamkeit für das Kleinod im Wald wächst. Die Filmidee, möglichst viele Erinnerungen an das einstige Schulleben zu erhalten, stammt laut Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann (parteilos) aus dem Jahr 2007. 2015 habe die Gemeinde gemeinsam mit dem Heimatverein und ehemaligen Lehrerinnen das Projekt wiederbelebt und mit der SÜLL einen Sponsor für die Finanzierung gefunden.