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| 14:54 Uhr

Karneval
Stimmung in der Steinzeit-Höhle

Als Uramazonen boten die „Ladykracher“ einen spektakulären „Kampf für die Arterhaltung“ um die wenigen Männer, die sich in ihre Nähe getraut hatten. Ein ausgesprochen publikumswirksames Spektakel.
Als Uramazonen boten die „Ladykracher“ einen spektakulären „Kampf für die Arterhaltung“ um die wenigen Männer, die sich in ihre Nähe getraut hatten. Ein ausgesprochen publikumswirksames Spektakel. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Luckauer Narren starten schwungvoll in die heiße Phase der „fünften Jahreszeit“.

Hoch her ging es Samstagabend im Saal auf dem Luckauer Schlossberg. Dieser hatte sich in eine Steinzeithöhle verwandelt. Durch den stockdusteren Saal tasteten sich die Moderatoren Anko Menne und Sven Off in Richtung Bühne. Denn schließlich lautet das Motto der 45. Session des Luckauer Carneval Vereins: „Das Mammut brüllt, der Schlossberg bebt, wenn Luckau in der Steinzeit lebt“.

Den weiteren Elferrats-Mitgliedern blieb diese Mühe der Orientierung erspart. Elektrisches Licht ist doch ein Segen. Dieses brachte außerdem die Hieroglyphen sowie mit viel Liebe zum Detail gefertigte Zeichnungen an den Höhlenwänden richtig zur Geltung. Neben der Tierfamilie aus der Filmserie Ice Age an der Bühne waren Fred Feuerstein mit Freund Barney Geröllheimer und viele weitere zum Thema passende Figuren zu entdecken. In zünftige Steinzeit-Kostüme gekleidet, gab der Spielmannszug den musikalischen Auftakt und begrüßte mit der Garde Prinzessin Ines und Prinz Bernd Kaminski. Dieser blickte in seiner Rede ans närrische Volk zurück auf Zeiten, in denen Streit noch mit der Axt ausgetragen wurde und sich die Menschen in der Höhle entspannt Geschichten erzählten, als es noch kein Whatsapp, Aldi und all die anderen Selbstverständlichkeiten der heutigen Zeit gab.

Ohne diese wäre wohl auch das schwungvolle Programm der LCV-Gruppen nicht möglich. Diese setzten ihre Ideen mit Musik, Kostümen und Requisiten auf vielfältige Weise um. So erlebte das Narrenvolk im Saal „Graue Stare“, die mit ihrem Traumschiff Aida in einen Zeitstrudel gerieten, die „Ladykracher“ kamen als Uramazonen daher und kämpften mit Speeren um die wenigen Männer, damit die Art erhalten bleibt. Die „Playbackboys“ beklagten Kopfweh, das wohl von zuviel Met herrührte und die „Jungen Wilden“ zeigten, dass auch Neandertaler schon gut tanzen konnten.

Als flotte Flammen leuchteten die „Frechen Früchtchen“, schließlich ist Licht in einer Höhle besonders wichtig. Die Kindergruppe tanzte fröhlich im Takt ums Feuer und die Fünkchen präsentierten sich mit ihrer Choreografie, die sie bereits auf der Spatzengala in Cottbus aufführten. Dafür gab es vom Publikum anerkennenden Beifall und vom Prinzen ein Dankeschön zum Naschen.

Zum ersten Mal tanzten beim Luckauer Karneval vier Funkenmariechen, die Schwestern June und Annie Müller, Josefine Meusel und Helene Krüger. Besonders hoch ließen die Playbackboys die Stimmungswogen mit ihrer Choreografie zum Song „Johnny Däpp“ schlagen. Davon ließen sich die Jungs vom Männerballett des Reiter Carnevals Clubs aus Sonnewalde anstecken und gaben eine Extra-Einlage.

„Wir hatten diesen Titel auch in unserem Programm“, erklärte Carsten Kocksch, Vizepräsident des RCC Sonnewalde diesen Enthusiasmus. Sie seien erstmals beim Luckauer Karneval dabei, der Kontakt zum 50-jährigen Bestehen des Sonnewalder Vereins im vergangenen Jahr entstanden. „Wir haben uns gut unterhalten, die Kostüme waren sehr einfallsreich und das Programm läuft ganz anders ab als bei uns“, gab er den Eindruck wieder.

Einige Karnevalisten aus Görlsdorf waren auch wieder als Gäste dabei. „Die gegenseitigen Besuche haben schon Tradition. Und so bekommt man schon Lust auf die eigene Veranstaltung“, sagte Nicole Jetzschmann. Mit Freude verfolgte die Luckauerin Karin Krüger das närrische Treiben im Saal. „Ich habe früher selber mitgemacht, beim Noppernfasching der Calauer Vorstadt und heute tanzt meine Urenkelin Lisa-Marie in der Kindergruppe mit“, erzählte die Seniorin. Sie hat das Karnevalsgen vererbt. Sohn Hardy Krüger gehört zum Elferrat des LCV, Schwiegertochter Annett tanzt bei den Ladykrachern mit. Enkeltochter Stephanie musste diesmal wegen Prüfungen pausieren. „Zur Karnevalszeit herrscht bei uns in der Familie immer Ausnahmezustand, das geht mit der ersten Abendveranstaltung los“, erzählte Annett Krüger. 2002 war sie mit ihrem Mann Hardy Prinzenpaar. „Und seitdem bin ich mit ganzem Herzen dabei“, ergänzte die Luckauerin.