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| 02:41 Uhr

Steppkes lernen Deutsch im Spiel

Ramina, Fatima und Hardy (vorn., v.l.) sind mit den anderen "Waldwichteln" der großen Gruppe gern im neuen Bewegungsraum.
Ramina, Fatima und Hardy (vorn., v.l.) sind mit den anderen "Waldwichteln" der großen Gruppe gern im neuen Bewegungsraum. FOTO: be
Gießmannsdorf. 25 Kinder aus Flüchtlingsfamilien werden in Luckauer Kitas betreut. In Gießmannsdorf gehören drei Mädchen und ein Junge zu den "Waldwichteln", die mit deutschen Altersgefährten auf den Schulstart vorbereitet werden. Carmen Berg

Jeden Morgen bringt ein Kleinbus, gespendet von einem ortsansässigen Unternehmen, die Kinder aus der Luckauer Gemeinschaftsunterkunft An der Schanze ins nahe Gießmannsdorf. Nachmittags um 14 Uhr geht es wieder zurück. "Das klappt gut", sagt Kita-Leiterin Silke Wehner. Manchmal nimmt Fahrer Walter Exner zudem Informationen für die Eltern von Hardy, Fatima, Melika und Ramina mit, so jüngst zum Beispiel eine Einladung zum Fackelumzug anlässlich des Martinstages. "Wir wählen einfache Worte, die leicht verständlich und schnell zu übersetzen sind", sagt Silke Wehner. Denn wie die Kinder seien ihre Eltern gerade erst dabei, die deutsche Sprache zu erlernen. Beim ausführlichen Aufnahmegespräch mit den Eltern vor drei Monaten hatten ehrenamtliche Dolmetscher geholfen, erklärt sie.

Sprachkenntnisse sind das A und O, wenn die Kinder aus Syrien, Afghanistan und der russischen Föderation im nächsten Sommer eingeschult werden. "Deshalb ist es Ziel der Stadt, dass jedes Flüchtlingskind im Vorschulalter eine Kita besuchen kann", sagt Yvette Poser, zuständige Fachbereichsleiterin im Luckauer Rathaus. Gut zu sprechen sei dabei für deutsche wie für ausländische Kinder gleichermaßen wichtig, fügt sie an.

In Gießmannsdorf lernen die Kinder spielend Deutsch, im wörtlichen Sinne. "Dein Haus ist schön", lobt Airin Schmielewski, Mitarbeiterin im Bundesfreiwilligendienst, die "Arbeit" des sechsjährigen Hardy im modernen Bauraum. Er hat verstanden und freut sich. "Hol Deinen Schal", sagt sie später zu Fatima, als die Kinder hinaus ins Freie wollen. Sie spricht langsam, schaut das Mädchen dabei an. Bufdis wie Airin Schmielewski unterstützen in den Kitas die Mitarbeiter bei der Betreuung der kleinen Migranten.

"Wir sprechen viel mit den Kindern. Illustrierte Bücher oder auch Memory-Spiele mit Bilderkarten helfen, Begriffe zu erklären", sagt sie. Doch der beste Lehrmeister sei immer noch das gemeinsame Spiel, so die junge Frau.

Und dafür gibt es nach jüngst beendetem umfangreichem Umbau in der Kita reichlich Platz und Gelegenheit. Sind Sport im neuen Bewegungsraum oder Entdeckungen mit Wasser im Experimentierraum angesagt, sind deutsche und Flüchtlingskinder gleichermaßen bei der Sache. Entdeckungen in der Natur, wie sie täglich auf dem Plan stehen, lieben ebenfalls alle "Waldwichtel". Auf dem Spielplatz nimmt Fatima den kleinen Liam aus der Krippen-Gruppe an die Hand, damit der Knirps nicht strauchelt. Hardy zieht dem Steppke einen Schuh wieder an, den er im Eifer verloren hat. Beim Laubharken unter Airin Schmielewskis Anleitung machen alle begeistert mit. "Schön" findet es Fatima in der Gießmannsdorfer Kita, "cool" kommt ihr deutscher Spielkamerad, der vierjährige Sören, zum selben Urteil.