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| 12:31 Uhr

Spannende Spurensuche
Steinzeit im Golßener Stadtpark

Auch Bastschnur drehen unter Anleitung von Dagmar Sturm (r.) war einer der Herausforderungen für die Grundschüler beim Steinzeit-Projekt.
Auch Bastschnur drehen unter Anleitung von Dagmar Sturm (r.) war einer der Herausforderungen für die Grundschüler beim Steinzeit-Projekt. FOTO: Staindl Andreas
Golßen. Grundschüler tauchen in Begleitung von Experten in das Leben der frühen Menschen ein. Von Andreas Staindl

Fünft- und Sechstklässler der Grundschule in Golßen haben sich in die Rolle der Menschen in der Steinzeit hineinversetzt. Sie durften töpfern, jagen, Feuer machen, sich an Höhlenmalerei ausprobieren, auch Zinn gießen und Leder schneiden. An zehn Stationen waren sie dem Leben vor mehreren Millionen Jahren auf der Spur. „Ein richtig spannender Tag“, sagt Pascal Wegener. „Ich habe interessante Einblicke erhalten, wie die Menschen früher gelebt haben. Zudem ergänzt das Thema Steinzeit prima unseren Unterricht.“

Der Junge und seine Altersgefährten machten mit bei einem Steinzeit-Projekt seiner Schule im Golßener Stadtpark. Es fand nach 2016 jetzt zum zweiten Mal statt. Idee sei  es, dass sich die Kinder in die damalige Zeit hineinversetzen und ganz praktische Dinge mal selbst ausprobieren können, erklärte Schulleiter  Dirk Herrmann. „Es ist interessant zu sehen, wie engagiert selbst Kinder mit weniger guten schulischen Leistungen mitmachen“, stellte er fest.

Mitarbeiterinnen des Archäotechnischen Zentrum (ATZ) in Welzow  (Spree-Neiße) brachten den Mädchen und Jungen Techniken der Steinzeit näher. Gabriele Franz hat mit ihnen getöpfert. „Die Kinder sind sehr aufmerksam und handwerklich geschickt. Das ist nicht überall so“, spendete sie den Golßenern Lob.

Die Mitarbeiterin des ATZ zeigte den Grundshcülern, wie die frühen Menschen mit Ton töpferten und zum Beispiel Grabschmuck herstellten. Die selbst angefertigten Schmuckstücke - allesamt Unikate durften die Kinder mit nach Hause nehmen, um sie dort etwa im Grillfeuer haltbar zu machen.

Die Mädchen und Jungen waren in Sippen unterwegs - so wie es in der Steinzeit üblich war.. Evelyn-Maria Dominick war eine der Sippenführerinnen. „Ich sorge dafür, dass alle zusammenbleiben und die Jungs keinen Blödsinn machen“, erklärte das Mädchen. „Das klappt ganz gut.“ Dass sie die Sippe anführen durfte, gefiel ihr: „Ich übernehme gern Verantwortung.“ Wie wichtig der Zusammenhalt einer Sippe war, wurde besonders deutlich, als Feuer machen angesagt war. Würde es gelingen, mit zwei Steinen ein Feuer zu entfachen? Die Kinder schlagen die beiden Steine aneinander. Nach mehreren Versuchen springt tatsächlich ein Funke über. Er entzündet einen Stofffetzen und dieser anschließend Späne - vorausgesetzt man pustet in genau der richtigen Stärke. Immer wieder gelingt das einigen Kindern. Sie geben sich gegenseitig Tipps, versuchen gemeinsam, ein Feuer zu entfachen. „Ohne Zusammenhalt hatte man in der Steinzeit keine Chance“, sagte Manuel Pape, Sonderpädagoge in der Grundschule.

Einiges, was er den Kindern theoretisch im Unterricht vermittelt, durften sie jetzt in der Praxis ausprobieren. Lisa Schefter fand das gut. Sie führte die „Bisonjäger“ durch die Steinzeit. „Ich bin sonst nicht so die Anführerin, kann aber andere Kinder gut ermutigen“, erzählte das Mädchen. „Nur wenn wir alle zusammenhalten, werden wir die Aufgaben gut lösen.“

Neben der fachlichen Ausführung wurden bei dem Projekt auch die Kreativität und die Sozialkompetenz der Gruppe bewertet. Monika Conrad war mit dem, was die Kinder an ihrem Stand ablieferten, „sehr zufrieden. Sie sind konzentriert, arbeiten prima mit.“ Von der Mitarbeiterin des ATZ lernten die Grundschüler, wie man Zinn gießt. Neu im Programm war die Unterwasser-Archäologie. Philipp Feistauer vom ATZ hat diese spannende Herausforderung betreut. Schaffen es die Kinder, mit ihren Händen Dinge unter Wasser zu ertasten? Geschichte quasi zum Anfassen, Fühlen und Ausprobieren.

In die Vergangenheit eintauchen durften auch die Erst- bis Viertklässler. Für sie gab es ein Mittelalterprojekt auf dem Schulhof, Die stellvertretende Schulleiterin Nancy Rost hat gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen den spannenden Projekttag vorbereitet. Der Förderverein der Schule sowie die Stadt Golßen als Schulträger unterstützten das Angebot finanziell, wie Schulleiter Dirk Herrmann sagt.