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| 14:08 Uhr

Aufreger
Staubwolken über Walddrehna

 Seit Ende Mai ist die Ortsdurchfahrt in Walddrehna dicht. Die Straße wird vom Ortseingang Wehnsdorf bis zum Abzweig Haupstraße grundhaft saniert.
Seit Ende Mai ist die Ortsdurchfahrt in Walddrehna dicht. Die Straße wird vom Ortseingang Wehnsdorf bis zum Abzweig Haupstraße grundhaft saniert. FOTO: LR / Anja Brautschek
Bau der Bahnhofstraße liegt im Zeitplan. Doch inoffizielle Umleitung verärgert Anwohner. Von Anja Brautschek

Seit Ende Mai ist in der Bahnhofstraße in Walddrehna kein Durchkommen mehr. Die Straße wird saniert, Gehwege, Regenwasserkanäle und Trinkwasserleitungen werden in diesem Zusammenhang ebenfalls erneuert. Das Vorhaben ist notwendig, da die Straße zum Teil in sehr marodem Zustand war. Doch vor allem die Umleitung sorgt bei einigen Anwohnern für Unmut. Denn es wird einiges an Staub aufgewirbelt.

„Es ist so schlimm, dass man kein Fenster aufmachen und auch die Wäsche nicht mehr draußen aufhängen kann“, berichtet Karin Zipka. Seit rund 14 Tagen donnern Busse, Lkws und Autos an ihrem Haus vorbei. Doch der Mühlenweg, der die Bahnhofsstraße mit der parallelen Poststraße verbindet, ist nur ein unbefestigter Feldweg. Mit jedem Fahrzeug werden gerade bei der jetzt trockenen Witterung jede Menge Staub und Dreck aufgewirbelt. „Jede Baumaßnahme sorgt für Einschränkungen und das halten wir auch aus, auch den Lärm. Doch den permanenten Staub wollen wir nicht hinnehmen“, sagt die Walddrehnaerin.

 Der Feldweg zwischen Bahnhofstraße und Poststraße in Walddrehna wird von Ortskundigen als Umfahrung der Baustelle genutzt. Lärm und Staub sind die Folge. Das sorgt bei den Anwohnern für Unmut.
Der Feldweg zwischen Bahnhofstraße und Poststraße in Walddrehna wird von Ortskundigen als Umfahrung der Baustelle genutzt. Lärm und Staub sind die Folge. Das sorgt bei den Anwohnern für Unmut. FOTO: LR / Anja Brautschek

Dabei ist der Feldweg eigentlich nur für den Busverkehr ertüchtigt worden. Der öffentliche Verkehr wird über die gesamte Bauzeit über Wehnsdorf und Großkrausnik (Elbe-Elster) entlang der Bundesstraße 96 und der L 561 umgeleitet. Entsprechende Beschilderungen weisen auch darauf hin. Doch viele Ortskundige nutzen den unbefestigten Feldweg als Abkürzung. „Viele der Fahrzeuge sind auch schneller unterwegs als erlaubt“, erklärt Horst Lange. Der Walddrehnaer würde es begrüßen, für die Dauer der Baustelle zumindest eine Geschwindigkeitsbegrenzung oder ein eingeschränktes Durchfahrtsverbot für den Feldweg einzurichten und den Weg entsprechend auszuschildern.

Die Problematik ist dem Landkreis als Träger der Baumaßnahme bekannt. Er ist bemüht, Einschränkungen für Anwohner so gering wie möglich zu halten. Insbesondere Firmen wie Wolff Transporte sollen noch einmal auf Rücksichtnahme und Geschwindigkeitsreduzierung hingewiesen werden, teilt Kreissprecher Bernhard Schulz mit. Um Staub und Dreck für die Anwohner zu minimieren, wurde mit den bauausführenden Firmen zusätzlich eine Bewässerung des Feldweges vereinbart. Mehrmals täglich – auch an den Wochenenden – wird der Feldweg seit Anfang Juni gewässert. Für die Anwohner ist es aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Bei der Hitze ist alles bereits kurze Zeit später wieder staubtrocken“, sagt Horst Lange und ergänzt: „Ich habe auch vorgeschlagen, ob man nicht im bewohnten Bereich eine Behelfstragschicht auftragen könnte. Das würde Staub und Lärm erheblich minimieren.“

Diese mit zusätzlichen Kosten verbundene Ertüchtigung des Mühlenweges wird aus Sicht des Landkreises aber vorerst nicht in Betracht gezogen. „Sollten die vereinbarten Maßnahmen nicht ausreichen und weiter Beschwerden eingehen, wird der Weg nur noch für den Linienverkehr freigegeben. Die Beschilderung wäre dann entsprechend anzuordnen, wobei auch die Absperrschranken mit Durchfahrtsverbot in Richtung Bauanfang verschoben werden“, erklärt der Kreissprecher.

Eine solche Sperrung betrifft auch Anwohner. Sie müssten ebenfalls die offizielle Umleitung nutzen oder eine Ausnahmegenehmigung für 60 Euro beantragen. Diese wäre aber nur von kurzer Dauer. Der Mühlenweg kann voraussichtlich nur noch bis Mitte Juli genutzt werden. Dann wird laut Bauplanung der zweite Bauabschnitt beginnen und die Strecke weiter Richtung Ortseingang Wehnsdorf saniert.

An der Bahnhofstraße wird insgesamt voraussichtlich noch bis Oktober 2019 gearbeitet. Bis zum Bauende soll die Straße voll gesperrt bleiben. Die Arbeiten liegen derzeit im Zeitplan. Der Rückbau des bisherigen Straßenaufbaus ist erfolgt, und es werden die Arbeiten des Trinkwasser- und Abwasserzweckverbands ausgeführt. Anschließend werden der neue Straßenkörper aufgetragen und begleitende Maßnahmen an Gehwegen und Grundstückszufahrten ausgeführt. Die Sanierung der Bahnhofstraße führt der Landkreis gemeinsam mit der Gemeinde Heideblick und dem TAZV Luckau durch. Für diese Baumaßnahme werden Gesamtprojektkosten von rund 650 0000 Euro durch den Kreishaushalt zur Verfügung gestellt. Im kommenden Jahr wird dann die Straße in östlicher Richtung vom Bahnübergang bis zur L 561 saniert.

 Seit Ende Mai ist die Ortsdurchfahrt in Walddrehna dicht. Die Straße wird vom Ortseingang Wehnsdorf bis zum Abzweig Haupstraße grundhaft saniert.
Seit Ende Mai ist die Ortsdurchfahrt in Walddrehna dicht. Die Straße wird vom Ortseingang Wehnsdorf bis zum Abzweig Haupstraße grundhaft saniert. FOTO: LR / Anja Brautschek