Von Anja Brautschek

Immer häufiger erkunden Gäste mit Foto-Apparaten und Karten ausgerüstet die Berstestadt  mit ihren historischen Besonderheiten. Luckau wird bei Touristen immer beliebter. Dabei profitiere die Stadt besonders vom Spreewald-Tourismus, sagt Bürgeramtsleiter Thomas Schäfer. „Viele nutzen den Urlaub in der Region auch für einen Abstecher zu uns“, sagt er und ergänzt: „Aber auch die Pensionen in Luckau sind recht gut ausgebucht.“

Von Jahr zu Jahr steige die Zahl der Übernachtungen in Luckau und Umgebung. Laut der brandenburgischen Statistik wurden 2017 rund 33 000 Übernachtungen registriert. Zum Vergleich: 2013 waren es nur etwa 10 000 Übernachtungen. Vor allem die Eröffnung des Schlosshotels in Fürstlich Drehna habe der Region einen großen Aufschwung verliehen. Allein dort werden laut Bürgeramtsleiter jährlich rund 15 000 Übernachtungen registriert. Hinzu kommen noch weitere Übernachtungen in Pensionen mit weniger als zehn Betten, die nicht meldepflichtig sind.

„Es war ein gutes und ereignisreiches Jahr“, zieht auch Manuela Hanschick vom Tourismusverband Niederlausitzer Land Bilanz. Auch sie bemerkt einen steigenden Zustrom an Besuchern in der Stadt. Vor allem die Gästeführungen werden dabei immer beliebter. In vier unterschiedlichen Themengebieten können sich Besucher durch Luckau und seine historische Geschichte führen lassen. Das kommt an. 50 Führungen wurden im vergangenen Jahr gebucht. 2017 waren es 52, im Jahr zuvor waren es 38 Gästeführungen. „Die Auffrischung der Gästeführungen vor zwei Jahren zeigt also Wirkung“, ist Lothar Treder-Schmidt (Luckau Land/Grüne) zufrieden mit der Entwicklung.

Im vergangenen Jahr gab es dabei eine zusätzliche Premiere. Zur Altstadtnacht haben der Uhrmachermeister und die Magd Sofie – zwei Gästeführer in historischen Kostümen – auf den Hausmannsturm geführt. „Das Angebot kam gut an. Deshalb wollen wir es zur Altstadtnacht 2019 wiederholen“, sagt Manuela Hanschick. Im Gespräch sei der Tourismusverband auch mit einigen Busreiseunternehmen.

Wenig Resonanz hingegen findet bislang das regionale Spezialitäten-Angebot der Tourist-Information. Nur 363 Biere der Fürstlich Drehnaer Brauerei oder zwölf Kanonenkugeln der Bäckerei Klinkmüller wurden in der Kulturkirche verkauft. Trotz hoher Besucherzahlen von mehr als 5000 Kunden in der Kulturkirche sei das zu wenig, so Lothar Treder-Schmidt. Das Angebot an regionalen Produkten soll daher weiter ausgebaut werden. Sowohl Kaffee als auch Schokolade der Zöllmersdorfer Manufaktur Edelmond sollen dort bald zu finden sein.

Auch ein Museumscafé ist bereits in den Startlöchern. Ein neuer Kaffee-Automat ist ausgeschrieben. Laut Thomas Schäfer könnten die ersten Heißgetränke ab Ende des ersten Quartals ausgeschenkt werden. „Die Gäste sollen persönlich bedient werden. Wir wollen damit allerdings nicht den bestehenden Gastronomen Konkurrenz machen“, sagt der Bürgeramtsleiter. Vielmehr sei es als Alternativprogramm am Wochenende anzusehen, da dann weiterer Bedarf bestünde. Die Sitzgelegenheiten laden außerdem zum Verweilen und Erkunden der Kulturkiche ein. Abgewogen werden aus diesem Grund derzeit auch verlängerte Öffnungszeiten an den Wochenenden.