"Gut so. Jetzt alle auf die Bühne, die zur Familie Otis gehören", sagt Gabriele Schönig. Die Kindergruppe des Vereins Theaterloge Luckau "Die dreisten Drei" probt für ihr neuestes Stück "Das Gespenst von Canterville". Während die Kinder voller Freude über das alte Schloss, das ihr Vater gekauft hat, auf der Bühne herumtoben, gibt Theaterleiterin Schönig dem Techniker Ralf-Torsten Albrecht Regieanweisungen für flackernde Lichter und Donnergrollen. Schließlich sollen die Zuschauer stimmungsmäßig in ein Gespensterschloss versetzt werden. Der ruhelose Geist des längst verstorbenen ehemaligen Besitzers spukt darin. Diesen anspruchsvollen Part spielt Sophie Reuter. Für die Monologe hat die Zwölfjährige viel Text gelernt. Die größere Herausforderung sei für sie allerdings, so schrecklich wie möglich zu wirken. "Ich muss noch ganz schön üben, damit das ‚Huuuuhuuuu‘ so gruselig wie möglich klingt", sagt Sophie.

Auf der Bühne vor den Zuschauern ständig zwischen den Rollen zu wechseln, ist auch für Paul Wagner neu. Einerseits spielt er den einsamen Butler Umney, der träge und schlapp durch das Schloss schlurft. Weil dieser jedoch in seiner Einsamkeit schizophren geworden ist, tritt er zudem als Lord Canterville in Erscheinung. "Der ist sehr aufrecht, gerade und zielgerichtet. Das ist schon ein krasser Wechsel der Figuren und ich muss jedes Mal komplett umschalten in meinem Kopf", erklärt der 14-Jährige seine Aufgabe.

Die Doppelrolle sei der zurzeit knappen Besetzung der Kindergruppe der Theaterloge geschuldet, erläutert Theaterleiterin Gabi Schönig. Vor allem an männlichen Darstellern mangele es in der Altersgruppe bis 14 Jahre. So habe sie das Stück von Oscar Wilde entsprechend frei inszeniert. "Alle haben große Freude am Theaterspielen und wollen auch wieder etwas Neues aufführen." Mit der bei allen jungen Laiendarstellern gleichermaßen vorhandenen Lust am Improvisieren funktioniere das auch.

Für die Erwachsenengruppe mit dem vielsagenden Namen "Die 7 Regisseure" stehen gegenwärtig Proben für ein neues Krimidinner-Theaterstück auf dem Plan. Nach dem Erfolg mit der "Silberhochzeit der zu Lohensteins" im letzten Jahr wollen sie die Zuschauer während eines Drei-Gänge-Menüs jetzt an ein Filmset versetzen. "Kamera ab & Action" lautet der Titel. Idee und Text haben Stephanie Stein und Gabi Schönig entwickelt. Während der turbulenten Dreharbeiten für einen Musical-Film "My fair Lady" werden die Zuschauer zu Statisten, können mitsingen und bei der Aufklärung des Falles mithelfen. "Natürlich stirbt auch wieder jemand und dieser Mord geschieht vor aller Augen", macht Gabi Schönig neugierig.

Vielleicht bekomme jemand Lust darauf, selbst als Laiendarsteller mitzuwirken oder ein Stück zu schreiben, "denn Verstärkung können wir immer gebrauchen, in jeder Altersgruppe", wirbt die Theaterleiterin. Wer sich selbst einmal ausprobieren möchte, könne sich unter gern bei der Theaterloge melden, fügt sie an.

Zum Thema:
"Das Gespenst von Canterville" führt die Theaterloge am Freitag, dem 2. November, ab 18 Uhr im Saal der Freimaurerloge Luckau auf. Kartenvorbestellung unter: 0344/55 68 39 oder mail@theaterloge-luckau.de.Das Krimi-Dinner "Kamera ab & Action" ist am Freitag, dem 16. November, ab 19.30 Uhr in der Gaststätte "Zum Lindenkrug" in Gehren zu erleben. Hierfür müssen die Plätze vorher bei Gastwirtin Marlies Raunigk unter Tel: 035455/727 reserviert werden.