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| 02:42 Uhr

Spreewaldfest soll feste Größe bleiben

Lübbenau/Lübben. Den Beschlussvorschlag, das Lübbenauer Spreewald- und Schützenfest nur noch alle zwei Jahre auszurichten, kommt bei den Stadtverordneten nicht gut an. Das zeigte diese Woche die Diskussion in den Fachausschüssen. Daniel Preikschat und Ingrid Hoberg

Der SPD-Stadtverordnete Axel Kopsch hat seine Meinung nicht geändert. Bereits im Sommer vergangenen Jahres sagte er bei einer Diskussion im Bildungsausschuss sehr deutlich, dass er nichts davon hält, das Spreewaldfest nur noch alle zwei Jahre auszurichten. In dieser Woche bekräftigte er seine Einschätzung angesichts eines nunmehr vorliegenden Beschlussvorschlags der Stadt, den bisherigen Jedes-Jahr-Turnus auf einen Nur-noch-alle-zwei-Jahre-Turnus umzustellen.

Das größte Fest ohne Eintritt in der Region, so Kopsch, habe trotz der Fußball-Großereignisse und schlechten Wetters 25 000 Besucher gehabt. Lübbenau werde dafür beneidet. Man sollte das nicht "verschenken". Den Anfang vom Ende eines beliebten Traditionsfestes befürchten auch Norbert Badack (CDU) und Eberhard Richter (AWG), wie sie diese Woche ebenfalls im Bildungsausschuss deutlich gemacht haben.

Steven Schwerdtner, Marketing-Chef im Spreeweltenbad, warnte im Bildungsausschuss vor dem Zwei-Jahres-Turnus. Ein Gästeeinbruch wäre zu erwarten. Die Kosten für Werbung würden anziehen, um überhaupt noch Besucher in Größenordnung zu locken. In Burg habe man bereits derartige schlechte Erfahrungen durch das Umstellen eines Veranstaltungsturnus gemacht.

Nicht nur im Bildungsausschuss wurde der Antrag aus dem Rathaus zurückgewiesen, auch im Hauptausschuss und im Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus. Die Abgeordneten möchten genauer wissen, welche auch finanziellen Folgen ein neuer Veranstaltungsrhythmus hätte. Der Beschlussvorschlag, so Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) im Hauptausschuss, werde für die Stadtverordnetenversammlung entsprechend überarbeitet, dann neu vorgelegt.

Wenzel wie auch Peter Lippold, für Kultur zuständiger Bereichsleiter im Rathaus, wiesen auf den Bedarf hin, mehr ins Spreewaldfest zu investieren. Die Besucherzahlen gingen zurück und die Attraktivität schwinde, da die Ansprüche größer werden. Um die Veranstaltungslücke zu füllen, die ein Spreewaldfest nur noch alle zwei Jahre hinterlassen würde, gebe es Möglichkeiten. Spreewald- und Lindenfest könnten alle zwei Jahre im Wechsel stattfinden, Fußball-Publicviewing oder das Polka-Beats-Festival seien auf dem Marktplatz denkbar.

Vom Tisch zu sein indes scheint die Lübbenauer Idee, mit der Stadt Lübben ein Spreewaldfest jedes Jahr abwechselnd auszurichten. Wenzel und Lippold sprachen diese Möglichkeit in den Ausschüssen nicht mehr an. Lübben feiert in diesem Jahr das 40. Spreewaldfest "als gewachsene Tradition", wie Bürgermeister Lars Kolan (SPD) erklärt hatte, als die Lübbenauer Überlegungen zu einem alternierenden Festort bekannt wurden. Eine öffentliche politische Diskussion gab es dazu bisher nicht.