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| 16:43 Uhr

Mehr als grünes Gemüse
Spreewald feiert großes Gurkenfest

 Gurkenbier aus einer halben Schälgurke als Erfrischung gab es für das 20. Spreewälder Gurkenkönigspaar Jessica I. und Daniel I. am Stand der Spiel- und Trachtengruppe der Domowina aus Briesensee.
Gurkenbier aus einer halben Schälgurke als Erfrischung gab es für das 20. Spreewälder Gurkenkönigspaar Jessica I. und Daniel I. am Stand der Spiel- und Trachtengruppe der Domowina aus Briesensee. FOTO: Birgit Keilbach
Jessica I. und Daniel I. zum neuen Gurkenkönigspaar gekrönt. Region präsentiert ihre Vielfalt. Von Birgit Keilbach

In eine große Festmeile mit ansprechendem Programm, Spreewaldgurken für viele verschiedene Geschmäcker sowie eine breite Palette weiterer Erzeugnisse aus der Region hat sich die Golßener Innenstadt am Wochenende wieder verwandelt.

Zum 21. Spreewälder Gurkentag rückte das grüne Gemüse aus einem besonderen Grund in den Fokus. „Wir feiern in diesem Jahr das 20. Jubiläum der europäischen Unterschutzstellung der Spreewaldgurke“, sagte Gregor Knösels, 1. stellvertretender Vorsitzender des Spreewaldvereins. In jedem Glas mit dem blau-gelben Gütesiegel seien zu 100 Prozent Gurken aus der Region drin, darauf könnten sich die Verbraucher verlassen.

Dieser Schutz sei ein sehr wichtiger Erfolg für die Region und ihre Entwicklung gewesen, betonte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Denn der Spreewald biete nicht nur schmackhafte Gurken, er habe auch eine wunderschöne Landschaft zu bieten, fleißige und engagierte Menschen und: „Spreewald schmeckt auch“, sagte er. Gartenbau und Landwirtschaft seien die erste aller Künste, das habe schon der Alte Fritz gesagt, „Ohne sie gäbe es keine Kaufleute, Dichter, Philosophen und Blogger“, aktualisierte Dietmar Woidke das Zitat.

Konrad Linkenheil, der 1991 den Spreewaldhof übernahm, ihn mit seiner Schwester Karin Seidel modernisierte und erweiterte, hat den schwierigen und kontroversen Kampf um den Schutz der Spreewaldgurke als regionales Produkt mit geführt. „Wir haben damit erreicht, dass es heute nur noch die eine Spreewaldgurke gibt und damit viele Arbeitsplätze hier in der Region erhalten können“, stellte der Unternehmer einen wichtigen Aspekt heraus. Heute gibt es laut Spreewaldverein kaum noch Produktfälschungen, bei denen „Spreewälder Gurken“ verkauft werden, die nicht im Wirtschaftsraum Spreewald produziert wurden.

Das Spreewälder Gurkenkönigspaar repräsentiert seit vielen Jahren die Wirtschaftsregion deutschlandweit bei verschiedensten Anlässen. Als 20. Königspaar wurden am Samstag Jessica und Daniel Eggert von Dietmar Woidke und LDS-Vizelandrätin Susanne Rieckhof feierlich gekrönt. Der 37-jährige Agrarwissenschaftler arbeitet als Praxisassistent auf dem Gurkenhof Frehn in Schöneiche, seine 35-jährige Frau Jessica in einer Bilderrahmen-Werkstatt. Als die Anfrage kam, hätten sie nicht lange nachgedacht, erklären die frisch gekrönten Hoheiten.

„Uns fasziniert die Kulturlandschaft und die jahrhundertelange Tradition des Gemüseanbaus im Spreewald“, sagte Daniel I. „Die Produkte schmecken einfach super, nicht nur die Gurken, auch Leinöl, Meerrettich, Vetschauer Wurst und viele mehr“, ergänzte Jessica I. Gepannt verfolgten zahlreiche Zuschauer die Zeremonie und erwartungsvoll die traditionelle Fassöffnung. Flugs reihte sich eine lange Schlange vor der Bühne auf, um eine der frisch veredelten sauren Gurken der Saison aus den hoheitlichen Händen gereicht zu bekommen.

Verschiedene weitere Geschmacksrichtungen der verarbeiteten grünen Feldfrüchte konnten sie während des Marktbummels kennen lernen. An den Ständen vom Spreewaldhof Golßen und Krügermann aus Lübbenau gab es Knoblauch-, Senf-, Chili-, Gewürz- und natürlich saure Gurken zum Naschen und Mitnehmen. Frisches Spreewaldgemüse und weitere Gurkensorten hielten der Burger Gemüsebaubetrieb Duschka, die Göritzer Agrar GmbH und die Agrargenossenschaft Dürrenhofe bereit. Reichlich frische Einlegegurken, Schälgurken sowie Kürbisse und Aroniabeeren vom Gurkenhof Frehn aus Schöneiche waren bei den Gurkentagsbesuchern ebenso gefragt.

Die breite Palette weiterer Spreewälder und Brandenburger Spezialitäten war auf der Einkaufs- und Schlemmermeile vom Markt bis zum Spreewaldhof zu entdecken. Dazwischen waren alte Handwerkstechniken, auch zum Mitmachen zu erleben. Traditionelle und moderne Tänze, Volkslieder, Schlager, bayerische Folklore aus der Partner-Tourismusregion Chiemsee-Alpenland sowie karnevalistische Einlagen boten auf den Bühnen am Markt und Lindenplatz beste Unterhaltung. Für das Spreewälder Gurkenkönigspaar war das Fest ein gelungener Auftakt ihrer einjährigen Regentschaft. „Wir sind nur langsam vorangekommen, denn es wollten sich viele mit uns fotografieren lassen. Wir haben sehr viele interessierte Menschen kennengelernt“, resümieren Jessica I. und Daniel I.