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| 02:42 Uhr

Spreewälder Arbeitsmarkt hebt zu Rekord-Höhenflug ab

Lübben/Luckau. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt in der Region Lübben und Luckau nimmt an Dynamik zu. Im südbrandenburger Vergleich liegen die Geschäftsstellen Dahme-Spreewalds an der Spitze der Entwicklung. Ingvil Schirling

In Luckau reduzierte sich die Quote von 5,5 Prozent im Februar auf 4,9 Prozent im März. Denselben Wert hält Königs Wusterhausen. Lübben folgt mit einer Arbeitslosigkeit von 6,1 Prozent. Deutlichen Abstand halten Bad Liebenwerda und Cottbus (8,1 Prozent). Die Schlusslichter sind Forst und Guben mit elf und 11,5 Prozent. Lübbenau im Oberspreewald-Lausitz-Kreis liegt bei neun Prozent.

Besonders bemerkenswert findet Boris Müller, Bereichsleiter in Dahme-Spreewald, dass die Geschäftsstellen mit vergleichsweise geringer Quote seit März 2016 zum Teil ein Fünftel weniger Arbeitslose haben. In Lübben liegt die Vergleichszahl bei 19,3 Prozent weniger, in Königs Wusterhausen bei gut 20 Prozent, in Luckau bei fast 18 Prozent. "Ich finde das unglaublich", staunt Boris Müller selbst. Lübbenau zählt elf Prozent weniger, Schlusslicht Guben nur 2,4 Prozent. Warum genau die Geschäftsstellen mit den hohen Quoten weniger Arbeitslose abbauen als diejenigen, in denen schon fast Vollbeschäftigung herrscht, kann der Fachmann nicht bis ins Detail erklären. "Nochmal bis zu 20 Prozent weniger spricht die Sprache des wirtschaftsstärksten Landkreises im Osten", nimmt Müller Bezug auf den Fakt, dass alle drei Geschäftsstellen mit der besten Entwicklung in Dahme-Spreewald liegen.

Bei einer Quote von vier Prozent ist die Rede von Vollbeschäftigung. Luckau und Königs Wusterhausen liegen nahe dran. "Damit wächst die Herausforderung, gute Fachkräfte für Unternehmen zu finden", so der Bereichsleiter.

Diesen legt er dringend ans Herz, mehr und adressatengerecht auf sich aufmerksam zu machen. "Die Frage muss sein: ,Wie stelle ich mich auf, dass Arbeitnehmer eine halbe Stunde Anfahrt zu meiner Firma in Kauf nehmen'", konkretisiert er. Bei sinkender Bewerber- und steigender Stellenzahl, bei immer mehr unbesetzten Arbeitsplätzen sei sein Appell: "Es ist ganz wichtig, zur Bewerbersuche die richtigen Kanäle zu nutzen." Dabei weist Boris Müller auf Netzwerke im Internet und soziale Medien hin. Es komme vor, dass Unternehmen bei der Bewerbersuche auf Mundpropaganda setzen. Im direkten Umfeld eines Gewerbes befänden sich jedoch immer weniger geeignete potenzielle Mitarbeiter.

In diesem Zusammenhang ist ebenso von Bedeutung, dass die Zahl der Arbeitslosen zwischen 15 und 25 Jahre zum Teil drastisch abgenommen hat. In Lübben etwa hat sich die Jugendarbeitslosigkeit im Jahresvergleich halbiert. Die Quote an der Gesamt-Arbeitslosigkeit liegt in der Spreewaldstadt bei 2,4 Prozent. In absoluten Zahlen sind es noch 23.

Aus Sicht der jungen Auszubildenden und Arbeitnehmer eine gute Nachricht. Von Unternehmerseite her gesehen, konstatiert Boris Müller aber auch: "Das Potenzial an jungen Menschen wird weniger. Unternehmen müssen sich etwas einfallen lassen." Ein gutes Betriebsklima, eine hochwertige Ausbildung nennt er als Beispiele - und immer wieder, dieses auch in der Öffentlichkeit zu transportieren. "Sonst laufen wir Gefahr, dass wir im Herbst Hunderte von Azubi-Stellen nicht besetzen können, weil die Bewerber womöglich nach Berlin gehen. Dabei haben wir hier Möglichkeiten en gros."