Lucas Zimmermann, Leonard Lütke, Oscar Zingelmann und Lennert Kuboth sind als Radballer so erfolgreich, dass sie landesweit zur Spitze gehören und auch national auf dem Sprung dahin sind. Die Zwölfjährigen vom Radsportclub (RC) Luckau wurden für ihre sportlichen Leistungen während des Abends des Sports kürzlich in Luckau geehrt.

Es könnte für sie demnächst eine weitere Auszeichnung geben. Der Kreissportbund des Landkreis Dahme-Spreewald sucht die besten Sportler, Sportlerinnen, Mannschaften und Funktionäre des Jahres 2019. Die Kandidaten stehen fest; die Sieger sollen im Mai dieses Jahrs in Lübben geehrt werden. Die Radball-Duos Oscar Zingelmann/Lennert Kuboth sowie Lucas Zimmermann/Leonard Lütke wurden von ihrem Verein nominiert. „Völlig zurecht“, wie ihr Trainer Nils-Olaf Melcher sagt. „Die Jungs haben sich super entwickelt, gehören zu den besten Nachwuchs-Radballern im Land Brandenburg. Super für sie, aber auch für unsere Abteilung Radball. So erfolgreich wie derzeit waren wir noch nie.“

Seit zehn Jahren wird Radball in Luckau betrieben. Nils-Olaf Melcher hat sein langgestecktes Ziel fast erreicht: „Ich wollte nach zehn Jahren so weit sein, dass es für einen Meistertitel reicht.“ Oscar Zingelmann/Lennert Kuboth sind Vize-Landesmeister, Leonard Lütke/Lucas Zimmermann Dritte der Landesmeisterschaft 2019 in der Ü13 geworden. Die gleichen Platzierungen gab es im Landespokal. Erfolge, die es zuvor noch nicht für die Radballer des RC Luckau gegeben hatte. Zudem hatten sich Oscar und Lennert für das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft qualifiziert-auch eine Premiere für den noch jungen Verein.

Der Radsport mit dem Ball ist eine Kunst

Darauf ausruhen wollen sich die Jungs nicht. „Wir müssen weiter hart trainieren, wenn wir noch erfolgreicher sein wollen“, sagt Oscar. Für ihn ist Radball „die ideale Sportart. Ich hatte zuvor Tischtennis ausprobiert, doch dieser Sport hat mir nicht so gefallen.“ Für Lucas ist Radball „etwas Besonderes, ein Sport, den nicht jeder macht. Es ist schon eine Kunst, den Ball mit dem Rad zu führen.“

Wer als Radballer erfolgreich sein will, muss sein Sportgerät möglichst perfekt beherrschen. „Man muss mit dem Rad sicher stehen können, auch mal mehrere Minuten“, erklärt Leonard. „Das lernt man als erstes und muss es immer wieder üben. Ohne Technik geht im Radball nichts.“ Das Training auf den sportlichen Rädern hat einen positiven Nebeneffekt für den Alltag. „Seitdem wir Radball trainieren, sind wir mit unseren Fahrrädern viel sicherer im Straßenverkehr unterwegs“, sagen die Jungs übereinstimmend.

Ihr Training wirkt sich auch im Sportunterricht aus: „Wir haben mehr Beinkraft als unsere Mitschüler, die keinen Sport machen, können schneller laufen und sind auch an den Turngeräten ganz gut.“

Das Quartett lernt derzeit in der sechsten Klasse der Grundschule in Luckau. Seit etwa acht Jahren betreibt Leonard Radball: „Mein Vater (Nils-Olaf Melcher; Anm. Red.) hat mich frühzeitig mitgenommen und mich für diesen Sport begeistert. Fußball dagegen ist nicht mein Ding.“

Hartes Training, um sich mit den Besten zu messen

Die drei anderen Jungen trainieren seit rund vier Jahren mit den Spezialrädern in der Turnhalle an der Grundschule. Wettkampfreisen führen die jungen Sportler durch ganz Deutschland. „Das stärkt unseren Teamgeist“, sagt Oscar, „den brauchen wir auch während unserer Spiele“. Dass sie am Wochenende oft schon aufstehen müssen, wenn Gleichaltrige noch schlafen, stört die Jungs nicht: „Wir wollen schließlich noch mehr erreichen, sportlich den nächsten Schritt gehen“, sagt Lucas. „Das geht nur über Wettkämpfe. Wir wollen uns mit den Besten messen.“

Ihr sportliches Ziel haben die jungen Radballer des RC Luckau klar definiert. „Ich möchte ins Finale der Deutschen Meisterschaft“, sagt Lucas. Und Oscar träumt davon „in der Bundesliga zu spielen“. Die Grundlagen hat ihr Trainer Nils-Olaf Melcher gelegt: „Wenn die Jungs weiter hart und diszipliniert trainieren, werden sie auch erfolgreich sein. Meine Unterstützung haben sie.“

Auf den Ausgang der Sportlerehrung im Landkreis hat er keinen Einfluss. Eine Jury entscheidet über Sieger und Platzierte. Doch schon die Nominierung der beiden Radball-Duos bringt dem Radballsport im Süden des Spreewaldkreises Aufmerksamkeit.