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| 13:38 Uhr

Vor dem Jahresende
Spiegelkarpfen stehen Silvester hoch im Kurs

Frisch auf den Tisch kommen soll der Silvesterkapfen. Kurz vor dem Verkauf holen Fischwirtschaftsmeister Mathias Gramsch und Mitarbeiter Roland Zech die prächtigen Exemplare aus dem Hälterteich bei Golßen und verladen sie in die Bassins, wo die Fischliebhaber dann ihren Karpfen aussuchen können.
Frisch auf den Tisch kommen soll der Silvesterkapfen. Kurz vor dem Verkauf holen Fischwirtschaftsmeister Mathias Gramsch und Mitarbeiter Roland Zech die prächtigen Exemplare aus dem Hälterteich bei Golßen und verladen sie in die Bassins, wo die Fischliebhaber dann ihren Karpfen aussuchen können. FOTO: Birgit Keilbach
Fürstlich Drehna/Golßen. Fisch-Nachzucht aus der ökologischen Teichwirtschaft Fürstlich Drehna ist bundesweit gefragt.

Am letzten Tag des Jahres steht bei vielen Familien der Region ein Fischgericht auf dem Speisezettel. „Das hat Tradition und am liebsten nehmen die Leute dafür einen Spiegelkarpfen“, weiß Mathias Gramsch, Inhaber der ökologischen Teichwirtschaft Fürstlich Drehna.

Mit den drei Mitarbeitern und mehreren Helfern hat er in den Tagen vor dem Jahreswechsel an den Hälterteichen bei Golßen gut zu tun, um den Bedarf in den regionalen Verkaufsstellen zu decken. Rund zwölf Tonnen ausgewachsener Karpfen sind dieses Jahr im Oktober und November abgefischt worden. In den Hälterteichen wird ihnen ständig frisches Wasser zugeführt. „Dadurch verlieren sie ihren schlammigen Geschmack“, nennt der Fischwirtschaftsmeister den Grund dafür. Denn wohlschmeckend soll die Mahlzeit schon sein. Ein Kübel nach dem anderen wird mit den munter zappelnden Fischen gefüllt, die dann über ein Transportband in die Bassins gleiten. Für Käufer vor Ort werden sie mit dem Kescher herausgeholt – schließlich wollen diese einen ganz frischen Fisch für das Silvestermenü.

Bis es soweit ist, verbringen die Karpfen vier Jahre in den insgesamt rund 140 Hektar umfassenden Teichen des Betriebes von Neudöbern über Klein und Groß Mehßow, Fürstlich Drehna bis Golßen. Zehn mal zehn Meter groß sind die Kinderstuben. Dort laichen die ausgewählten erwachsenen Tiere. Sie sind fünf bis sechs Jahre alt und werden in extra Teichen gehalten, „möglichst nach Geschlecht getrennt“, erläutert Mathias Gramsch. Der 48-Jährige hat sein Handwerk in Peitz gelernt. „Wenn das Wetter passt, dann laichen sie auch gleich am nächsten Tag“, erzählt der Fischzüchter aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz.

Die Elterntiere kommen zurück in ihren Teich. Auch die Fischbrut wird umgesetzt. Im ersten Jahr werden die Jungfische täglich gefüttert, in den folgenden Jahren zwei- bis dreimal die Woche. Karpfen wollen es warm haben, dann wachsen sie gut heran. Dieses Jahr waren die Bedingungen nicht optimal. „Im Frühjahr war es ziemlich lange kalt und auch im September wurde es schon früh ziemlich kühl. Dann wachsen sie nicht mehr“, sagt Mathias Gramsch. Dennoch hätten die Karpfen die durchschnittlich gewünschten zwei bis drei Kilogramm fürs Festmenü erreicht.

Dabei könnten sich die Kunden auf gleichbleibend hohe Qualität verlassen. Ökologische Teichwirtschaft bedeute, dass die Fische in Naturteichen aufgezogen werden und das Wasser aus natürlichen Quellen komme. Zudem befänden sich die Teiche überwiegend in Landschafts- und Naturschutzgebieten.

Die Nachzucht erfolge ausschließlich aus dem eigenen Bestand. Beim Abfischen und Umsetzen werden die am besten gediehenen Exemplare dafür ausgewählt. Nicht nur Karpfen, sondern auch Schleie, Zander und Hechte wachsen in den Teichen heran. Die verschiedenen Arten werden so ausgesetzt, dass sie sich nicht gegenseitig schaden. Zum Beispiel kommen kleine Hechte zu großen Karpfen in einen Teich.

Das Hauptgeschäft des Betriebes sind allerdings nicht die ausgewachsenen Exemplare, sondern die Satzfische. „Diese verkaufen wir deutschlandweit an Fischereibetriebe, vor allem nach Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern“, sagt Mathias Gramsch.