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Spatenstich für Zützener Radweg

Landrat Stephan Loge, Ortsvorsteherin Christa Schmidt, Infrastrukturministerin Kathrin Schneider und die Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann (v.l.) beim ersten Spatenstich in Zützen.
Landrat Stephan Loge, Ortsvorsteherin Christa Schmidt, Infrastrukturministerin Kathrin Schneider und die Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann (v.l.) beim ersten Spatenstich in Zützen. FOTO: D. Friedrich
Zützen. Nach mehrjährigen Bemühungen und langwierigen Planungen haben gestern die Bauarbeiten für den Radweg zwischen Zützen und Golßen begonnen. Daniel Friedrich

Eigentlich ist es nur ein einfacher Radweg, dessen Bau am Freitag in Zützen mit dem symbolischen ersten Spatenstich begonnen hat. Doch die Tatsache, dass zwischen Idee und Umsetzung über 15 Jahre liegen, hat die Baumaßnahme in der Region zu etwas Besonderem gemacht; manch einer redet gar von einem Politikum.

Zur Erinnerung: Seit 2002 bemüht sich der Golßener Ortsteil Zützen um eine sichere Verbindung entlang der Bundesstraße 96 nach Golßen - vor allem um den Schulweg sicherer zu gestalten. 2010 reichten Ortsvorsteherin Christa Schmidt und Bürgermeister Hartmut Laubisch (SPD) eine Unterschriftensammlung und das Ergebnis einer Verkehrszählung beim Landesbetrieb Straßenwesen ein. Für das Jahr 2025 prognostizieren Verkehrsplaner auf der B 96 rund 4000 Fahrzeuge am Tag. "Wir haben immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass es viel zu gefährlich ist, auf der stark befahrenen Straße entlang zu radeln", erinnert sich Christa Schmidt zurück. Denn die enge Fahrbahn wird teilweise beidseitig von Leitplanken begrenzt, sodass für Radfahrer und Fußgänger keine Ausweichmöglichkeiten bestehen.

Nachdem die Vorplanung vorlag und Bauerlaubnisverträge mit privaten Flächeneigentümern unterschrieben waren, konnte auf ein Planfeststellungsverfahren verzichtet werden. Dann verzögerten im November 2016 Naturschutzbedenken das Vorhaben. Als auch diese letzte Hürde genommen werden konnte, lag kurz vor Weihnachten 2016 schließlich das Baurecht für den Radweg entlang der Bundesstraße vor.

Die Hängepartie um den Radweg hat sich auch der Verein "Zukunft Heimat" zunutze gemacht. Das Bündnis, das insbesondere durch seine kritische Haltung zur Asylpolitik bekannt geworden ist, brachte sich als "Kümmerer" um den Radweg ins Spiel und organisierte regelmäßige Fahrraddemos.

Mit dem ersten Spatenstich beginnt nun die gut einjährige Bauzeit für das 1,6 Millionen Euro teure Projekt, das aus Bundesmitteln finanziert wird. Schwierig dabei: Auf teils moorigem Untergrund muss der Weg auf einem Damm verlaufen und auf Brücken die Dahme und den Kaulschen Graben überqueren. Außerdem müssen mehrere Durchlässe sowie in Zützen eine Mittelinsel mit Querungshilfe gebaut werden. Auch werden Schächte und Straßenabläufe angepasst.

Wenn alles gut geht, soll der 2,2 Kilometer lange Radweg im November nächsten Jahres eröffnet werden. Als Ersatz für gefällte Bäume und Flächenversieglung wird es Ersatzmaßnahmen im Raum Zützen, Sagritz und Golßen geben.

"Wir können heute sehr zufrieden sein, denn dafür haben wir lange gekämpft", sagt Ortsvorsteherin Christa Schmidt nach dem ersten Spatenstich. Und sie verspricht, auch in Zukunft ein wachsames Auge auf die Bauarbeiten zu haben. "Ich wohne gleich neben der Baustelle und kann alles beobachten. Wenn es mal nicht vorangeht, dann stehe ich da auf der Matte."