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Spaß an der Arbeit im Rosengarten am Schlossberg

Uwe Müller, Bereichsleiter Garten- und Landschaftsbau, und Mathias Schulz (v.l.) installieren ein Hinweisschild im Luckauer Rosengarten. Es informiert die Besucher darüber, dass die AWO-Spreewaldwerkstätten die Parkanlagen pflegen.
Uwe Müller, Bereichsleiter Garten- und Landschaftsbau, und Mathias Schulz (v.l.) installieren ein Hinweisschild im Luckauer Rosengarten. Es informiert die Besucher darüber, dass die AWO-Spreewaldwerkstätten die Parkanlagen pflegen. FOTO: Daniel Friedrich
Luckau. Der Luckauer Rosengarten hinterm Schlossberg steht in voller Blüte. Rote, weiße und rosa Köpfe tragen die stacheligen Gewächse. Daniel Friedrich

Ringsherum grünt es. Doch das feuchte Wetter der vergangenen Tage hat nicht nur die Rosen kräftig gedeihen lassen. Auch Löwenzahn und andere Unkräuter sind sofort in die Höhe geschossen.

Um für Ordnung in dem Park zu sorgen, kommen mehrmals wöchentlich rund ein Dutzend Teilnehmer der AWO-Spreewaldwerkstätten in den Rosengarten und pflegen Beete, Rasen und Hecken. Sie können aufgrund ihrer Behinderung nicht jeden Beruf ausüben. Seit dem vergangenen Jahr gibt es zwischen der AWO und der LAGA GmbH, der der Rosengarten gehört, einen Kooperationsvertrag. "Wir sind sehr glücklich über die Zusammenarbeit, schließlich haben beide Seiten etwas davon", freut sich LAGA-Geschäftsstellenleiterin Angelika Malarczuk. Denn nur schwer seien Menschen zu gewinnen, die die Pflege der Parkanlagen übernehmen wollten und daran auch noch Spaß hätten.

Freude an der Arbeit hat beispielsweise Christiane Tschepe: "Ich bin froh, mal aus der Werkstatt rauszukommen", sagt die 33-jährige Lübbenauerin. Sie ist ausgebildete Gartenbaufachwerkerin und bringt von Haus aus einen grünen Daumen mit. "Mir gefällt das Arbeiten an der frischen Luft und die lockere Atmosphäre", erzählt sie.

Das liegt auch an Viola Wiedemann (58). Sie arbeitet als Gärtnerin und Floristin bei der AWO, gibt ihr Fachwissen den Helfern weiter und hat stets einen lockeren Spruch auf den Lippen, wie die Teilnehmer sagen. "Jeder wird hier nach seinen Fähigkeiten eingesetzt und kann das tun, was er gut kann", berichtet Viola Wiedemann. "Immerhin gehört zum Rasenmähen mit einem Aufsitzer oder zur Arbeit mit einer Motor-Heckenschere auch ein gewisses technisches Verständnis. Das sind durchaus anspruchsvolle Aufgaben."

Dass die Arbeit in Luckau Spaß macht, hat sich schnell herumgesprochen. Hin und wieder fragen auch andere AWO-Werkstättler nach, ob sie mal mithelfen könnten. Außerdem erhalten die Teilnehmer viel Wertschätzung von den Besuchern des Rosengartens, berichtet Uwe Müller von der AWO: "Die denken meist, wir seien eine Firma und sind dann erstaunt, dass hier Menschen mit Behinderung arbeiten." Der Bereichsleiter der Spreewaldwerkstätten für den Garten- und Landschaftsbau koordiniert alle Gruppen, die die rund 14 000 Quadratmeter Parkanlagen von März bis November bewirtschaften. "Wir zimmern in unserer Schreinerei auch die Schilder selbst oder erneuern Parkbänke", erklärt er. Und es gibt bereits das nächste Projekt: Wenn zum Herbst hin alle Blumenbeete auf Vordermann gebracht sind, wollen er und sein Team den zugewachsenen Teich im Rosengarten angehen.