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Sozialarbeit bleibt Reizthema in Dahme

Dahme. (asd) Die Sozialarbeit bleibt ein Reizthema in Dahme. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) als Träger, die Amtsverwaltung und die Beteiligten selbst haben offenbar verschiedene Sichtweisen auf die Dinge.

Das wurde während der Amtsausschusssitzung kürzlich deutlich.

Hintergrund ist der Streit über die Bedingungen für die Schulsozialarbeiterin in der Grundschule in Dahme. Die Sozialarbeiterin hatte während der März-Sitzung des Gremiums kritisiert, dass sie weder ein Telefon und einen Computer, noch einen separaten Raum in der Schule zur Verfügung habe. Obwohl sie schon in mehreren Ländern der Welt gelebt habe, habe sie so etwas wie in Dahme noch nie erlebt (die RUNDSCHAU berichtete). Dietlind Schmidt, pädagogische Leiterin des ASB, widerspricht. "Einen Laptop hatte sie schon vor der vergangenen Amtsausschusssitzung zur Verfügung. Der ASB ist aber nicht für die Ausstattung, sondern nur für das Personal zuständig." Auch die Raumsituation ist längst geklärt, wie Bärbel Schmidt von der Amtsverwaltung sagt. Die Sozialarbeiterin werde auch ein Telefon bekommen.

Die Sozialarbeiterin wird damit nicht mehr telefonieren. Sie hat nach nur wenigen Monaten inzwischen gekündigt, wie Dietlind Schmidt erklärt. "Sie hat aus finanziellen Gründen aufgehört", sagt die Lehrerin Nina Radon. "Mit 20 Wochenstunden kann eine Sozialarbeiterin nicht überleben. Wenn die Stundenzahl nicht erhöht wird, fehlt der Anreiz."

Die Anzahl der Stunden wird vom Landkreis vorgegeben, wie der Amtsdirektor Frank Pätzig (parteilos) sagt. "Die Chance, dass sie für uns erhöht werden, ist gleich null. Denn in anderen Städten etwa mit hohem Ausländeranteil gibt es ganz andere Probleme als bei uns. Wenn wir mehr Stunden für die Sozialarbeiter wollen, müssten wir die finanziellen Mittel dafür bereitstellen." Für den Verwaltungschef ist zudem "katastrophal, dass nur Verträge mit einer Laufzeit von einem Jahr gemacht werden".

Die jährliche Befristung hänge mit dem Förderprogramm zusammen, wie Dietlind Schmidt erklärt. "Wir als Träger würden das gern ändern, können es aber nicht." Die Elternsprecherin Iris Schulze bedauert, dass die Sozialarbeiterin gekündigt habe: "Wir haben eine super tolle Sozialarbeiterin verloren. Das tut mir im Herzen weh. Auch die Kinder hatten sie ins Herz geschlossen. Wenn wir jemals wieder einen Sozialarbeiter für die Grundschule bekommen wollen, muss sich an den Bedingungen etwas ändern", sagt die Mutter, die auch Stadtverordnete ist. "Sozialarbeiter liegen nicht auf der Straße. Sie sind heiß begehrt." Dietlind Schmidt bestätigt die schwierige Personalsuche in der ländlichen Region. Sie widerspricht allerdings der Darstellung, die Sozialarbeiterin habe aus finanziellen Gründen gekündigt: "Sie ist aus persönlichen Gründen gegangen." Die Sozialarbeit in der Grundschule in Dahme ist inzwischen wieder ausgeschrieben, wie die pädagogische Leiterin des ASB sagt. Jörg-Uwe Lehmann (Freie Wähler) schlug vor, "ein Schreiben an die Kreisverwaltung aufzusetzen, um Druck für längere Arbeitsverträge zu machen". Dieser Vorschlag soll umgesetzt werden.