Von Birgit Keilbach

Wohl jeder hat sie beim Einkauf schon einmal gesehen, die attraktiven, individuell gestalteten Werbeaufsteller, auch Displays genannt. An exponierter Stelle platziert, sollen sie die Aufmerksamkeit der Kunden auf einzelne Produkte oder Neuheiten lenken und den Verkauf ankurbeln.

Hergestellt werden diese in der Produktionsstätte der Schoepe Display GmbH in Dahme. Zahlreiche Schritte sind notwendig, bis ein solches, aus Wellpappe gefertigtes Display fertiggestellt ist. Rund 40 Interessierte erkundeten mit Produktionsleiter Bernhard Florian, seinem Stellvertreter Peter Müller und dem Managementbeauftragten Steven Domagala die Abläufe auf der der rund 15 000 Quadratmeter großen Produktions- und Lagerfläche.

Angeliefert werden im Wareneingang nicht nur die zahllosen Paletten mit Pappe. Auch Waren der Auftraggeber sowie Druckbögen mit den Motiven für die Aufsteller kommen hier an. Diese durchlaufen gleich eine Qualitätskontrolle. Am Leuchttisch erläutert Steven Domagala, wie die Farbtreue eines Drucks geprüft wird.

Auf einer Kaschiermaschine werden Pappe und Druckbogen miteinander verleimt. Danach wird die Form gestanzt. Entsprechend den Vorgaben des Entwicklerteams am Standort in Dahlewitz fertigen die Mitarbeiter zunächst die Stanzform. Hier sei der Zeitfaktor entscheidend, je schneller die Maschinenführer das schaffen, desto mehr Aufträge könnten bearbeitet werden, erläutert Bernhard Florian. Zunächst fräse ein Laser die Nut in eine Holzplatte. Mit Muskelkraft hämmerten die Arbeiter dann rasierklingenscharfe Messer hinein, die mit Gummi umhüllt werden. „Dadurch verschleißen die Messer nicht so schnell, und die Pappe reißt nicht“, erklärt Steven Domagala. In der Maschine dringen die Messer dann mit einem Druck von 350 bis 400 Tonnen in die Pappe ein. „Das sind drei Dieselloks übereinander“, veranschaulicht Peter Müller. Ganz saubere Schnittkanten und höchste Passgenauigkeit werden damit erzielt. Ebenso mit Stanztiegeln, wo kleinere Auflagen gefertigt werden. Dass nicht mehr jedes Display kaschiert werden muss, erfahren die Besucher in der Digitaldruck-Abteilung. Hier werden die Motive laut Peter Müller gleich auf die Pappe aufgebracht. Fasziniert verfolgen die Besucher, wie eine bedruckte Pappe nach der nächsten aus der Druckmaschine kommt. Am Leuchttisch können sie sich mit einer speziellen Lupe anschauen, wie viele winzige Druckpunkte das Gesamtbild ergeben.

„Man sieht die Aufsteller stehen und macht sich gar keine Gedanken, mit wie viel Aufwand diese produziert werden“, ist die Luckauerin Monika Drillisch beeindruckt. In den Lagerhallen kommen alle noch mehr ins Staunen. Bis unter das Hallendach reichen die Hochregallager. Alles wird digital erfasst und der gesamte Warenkreislauf voll digital gesteuert. Da dürfe kein Scan ausgelassen werden, sonst sei diese Ware erst bei der Inventur wieder aufzufinden, macht Peter Müller aufmerksam. Viel Handarbeit herrscht noch beim Versand der Displays vor. Sie werden entweder als Paket  zusammengestellter Einzelteile verschickt oder als fertig zusammengebaute Displays, teilweise sogar mit Waren gefüllt.

168 Frauen und Männer arbeiten in Dahme als Maschinen- und Anlagenfahrer, Packmitteltechnologen oder Logistiker. „Wir wollen uns weiter vergrößern und suchen Mitarbeiter in diesen Berufen“, sagt Bernhard Florian. Wer eine Ausbildung zum Packmitteltechnologen, Logistiker oder Fachlagerist bei Schoepe Display absolviert, habe einen sicheren Arbeitsplatz in einem hoch motivierten Team. „Unsere Mitarbeiter kommen gern zur Arbeit und sind alle mit Herzblut dabei“, sagt der Produktionsleiter. Das Unternehmen lege großen Wert auf ein gutes soziales Klima. Zudem bringen sich die Mitarbeiter selbst ein bei der aktuell laufenden Optimierung der Arbeitsabläufe.

Kunigunde Kreißler kennt noch die Anfänge des Betriebes. „Damals war sehr viel schwere Handarbeit, heute übernehmen das Maschinen. Aber dass es weiterhin einen recht großen Anteil Handarbeit gibt, sichert auch Arbeitsplätze und ist gut für unsere Region“, resümiert die Rietdorferin.