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| 02:43 Uhr

Sommerfest für "Zwerge" und ihre Familien

Das neue Angebot "Drums alive" mit Kaushik Gosai begeistert kleine und große Besucher gleichermaßen.
Das neue Angebot "Drums alive" mit Kaushik Gosai begeistert kleine und große Besucher gleichermaßen. FOTO: Keilbach/bkh1
Kemlitz. Junge Familien und ihre Paten treffen sich jährlich einmal in Kemlitz. Netzwerke "Gesunde Kinder" aus vier Landkreisen gestalten das gemeinsame Fest seit 2011. bkh1

Ein großes Kinderparadies war das Ferien- und Freizeitzentrum auf dem AWO-Gut in Kemlitz am Samstag. Die Netzwerke "Gesunde Kinder" der Landkreise Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster hatten zum siebten Mal zum "Zwergensommerfest" eingeladen. Nach Herzenslust konnten die Knirpse und ihre älteren Geschwister spielen, hüpfen, basteln, singen, Märchen lauschen, Karussell fahren.

Spielerische Lernangebote für die Kleinen sowie praktische Tipps für die Eltern boten die passende Ergänzung. Beim Zahnbürstentausch hilft beispielsweise Handpuppe Eddi. "Schwuppdiwups, gib den Krümeln einen Schubs", reimt Cindy Fuhrmann vom zahnärztlichen Dienst im Gesundheitsamt Dahme-Spreewald und führt dabei die Zahnbürste über Eddis blendend weiße Zahnreihen. Aufmerksam schaut die dreijährige Fiona Möller auf den Armen von Mutter Silvia zu. Lehrreich ist die Vorführung auch für ihren zehnjährigen Bruder Jerrin, der zugibt, seine Zähne "ein bisschen anders" zu putzen. Da gebe es immer Diskussionen, ergänzt Mutter Silvia, die das vielfältige Angebot des Sommerfestes in Kemlitz schätzt. "Hier ist für jedes Alter etwas dabei, nicht nur für die ganz Kleinen", sagt Silvia Möller. Die zweijährige Greta Charlotte Schilling zeigt mit ihrer Zahnbürste in Eddis Mund, wie sie ihre Zähne putzt. Dafür bekommt sie eine neue Zahnbürste und eine Putzuhr. "Ein bisschen helfen muss ich ihr noch", sagt Mutter Julia Richter. Die Dahmenserin half vor einigen Jahren selbst beim Zwergensommerfest mit. "Das Angebot hat mir damals gut gefallen. Deshalb bin ich heute mit der Tochter hier", fügt sie an. In der Teddysprechstunde ist das Wartezimmer gut gefüllt. Spielerisch erleben die Kinder hier mit ihren Kuscheltieren einen Arztbesuch. Mats Georg Riedel aus Zützen hält Teddydoktor Ulrich Thorhauer seinen Ancylosaurus entgegen. Der Schwanz sei verletzt, erzählt der Vierjährige. Der kleine Saurier wird geröntgt, Assistentin Antje wickelt eine Binde um die verletzte Stelle. Viel Ruhe brauche der kleine Saurier jetzt, erläutert der Pädagoge von der Berufsschule für Sozialwesen der AWO dem kleinen Zützener kindgerecht. Vater Richard Willimzik kommt jedes Jahr hier her. "Hier ist es sehr schön, man kann kostenfrei mit den Kindern vieles machen und es gibt wertvolle Angebote." Höhepunkt ist für alle Knirpse jedes Jahr der Auftritt des Sandmännchens. Eine Traube bildet sich in Windeseile um die lebensgroße Figur, wenn sie im Stundentakt auf dem Gelände auftaucht.

"Das Netzwerk ist jetzt zehn Jahre alt und hat sich in den Landkreisen gut etabliert", resümiert Birgit Kloas, Netzwerkkoordinatorin im Landkreis Dahme-Spreewald. Aktuell werden hier 150 Familien von 60 Paten betreut. Im Landkreis Teltow-Fläming seien es 280 Familien, die von 81 Paten betreut werden, ergänzt Ulrike Höhne. Junge Familien erhalten über die Netzwerke Unterstützung für eine gesunde Entwicklung ihrer Kinder in den ersten drei Lebensjahren. Ehrenamtlich tätige Familienpaten stehen ihnen bei den vielfältigen Herausforderungen ab der Schwangerschaft mit Rat und Tat zur Seite. Ute Binde ist eine von ihnen. "Die eigenen Enkelkinder sind weit weg. Da dachte ich mir: Warum nicht anderen jungen Familien helfen", erzählt die Ludwigsfelderin. Die Ausbildung sei sehr lehrreich gewesen: "Selbst als Mutter von drei Kindern habe ich dazugelernt." Besonders sehr junge und allein erziehende Mütter nähmen die Hilfe dankbar an. Ihr erstes betreutes Kind sei inzwischen sieben Jahre alt. "Und es besteht immernoch Kontakt", freut sich die Familienpatin.