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| 16:30 Uhr

Weltgebetstag
Slowenien auf vielfältige Weise kennenlernen

 Landestypische slowenische Speisen hatten die Frauen der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde gekocht und gebacken.
Landestypische slowenische Speisen hatten die Frauen der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde gekocht und gebacken. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Auch Luckau begeht Weltgebetstag der Frauen. Von Birgit Keilbach

„Kommt, alles ist bereit“ – unter diesem Motto haben Frauen der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde in Luckau den ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag gefeiert. Die Liturgie erarbeiteten Frauen aus Slowenien. Sie luden ein, ihr kleines und vielfältiges Land kennenzulernen, das erst 1991 seine Unabhängigkeit erlangte. Slowenien ist etwa so groß wie Sachsen-Anhalt und hat rund zwei Millionen Einwohner. Am gedeckten Tisch, geschmückt mit den Landesfarben Weiß, Blau und Rot singen sie gemeinsam. Texte schildern die Lebenssituationen slowenischer Frauen.

Marjeta wurde im früheren Jugoslawien geboren. Christen galten im sozialistisch-kommunistischen Staat als Bürger zweiter Klasse. Sie arbeitete in der Schweiz, war aber immer „Gastarbeiterin“. Als Rentnerin kehrte sie mit Mann nach Slowenien zurück. Die 80-jährige Marija lebt mit Sohn und Schwiegertochter auf dem Land. Beide sind arbeitslos, die Rente und der Bauernhof ernähren die Familie. Viele junge Leute ziehen vom Land in die Stadt, wo es Arbeit gibt. Die alten Menschen bleiben oft einsam zurück.

Die Roma-Frau Natascha berichtet von der fürsorglichen Kindheit in ihrer Familie im Roma-Dorf. Viele aber leben unter unzumutbaren Bedingungen. Viele Frauen in Slowenien engagieren sich in christlich getragenen Einrichtungen, um Benachteiligte zu unterstützen. Das Weltgebetstags-Projekt unterstützt ein Mütterheim der Caritas in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana, wo Frauen mit Kindern Starthilfe für ein selbstbestimmtes Leben erhalten.

Mit dem Zubereiten verschiedener landestypischer Speisen näherten sich die Luckauerinnen dem Land. „Dadurch stellt sich noch eine intensivere Verbindung ein, wenn man etwas kocht oder bäckt“, sagt Katholikin Elke Richter. Protestantin Valentina Semenov kam vor Jahren als Aussiedlerin nach Cahnsdorf. Erstmals erlebte sie diesen Tag. „Es war sehr interessant, ich fühle mich sehr wohl in der Gemeinschaft.“

 Landestypische slowenische Speisen hatten die Frauen der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde für den Gottesdienst zum Weltgebetstag gekocht und gebacken.
Landestypische slowenische Speisen hatten die Frauen der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde für den Gottesdienst zum Weltgebetstag gekocht und gebacken. FOTO: Birgit Keilbach