Das vorweihnachtliche Konzert ist bereits Tradition. Schon zum 6. Mal duftet der Glühwein würzig, und die Plätzchen locken verführerisch zum Zugreifen. Um 23 Uhr dann nehmen die 17 Sängerinnen und elf Sänger des Chores ihre Plätze ein. Geistliche und weltliche Literatur, in Bearbeitung von Peter Lippert, bringen sie zu Gehör. „Wir versuchen, mit bekannten und auch weniger bekannten Titeln abwechslungsreich auf die Weihnacht einzustimmen“ , so der Chorleiter. Am Sonnabend hat sich Cantemus musikalische Unterstützung durch das Bläserensemble aus Vetschau geholt.
Durch fünf Jahrhunderte geht die Reise. Musik von Felix Mendelsohn Bartholdy gehört zum Programm, der um 1850 die Weisen in Noten gefasst hatte, ohne die Weihnachten kaum denkbar wäre. Rolf Zukowsky als Komponist der Gegenwart ist vertreten. Auch heitere Texte und Melodien erfreuen die Zuhörer, wie die Geschichte vom dicken Schneemann Erwin, der sich vom Weihnachtsmann eine Schneefrau wünscht.

Ein großer Weihnachtschor
Beinahe verpassen die Sänger, das erste Licht auf dem Adventskranz zu entzünden. Dann kommt der Höhepunkt der Nacht, auf den die Gäste schon gewartet haben - das gemeinsame Singen von Chor und Publikum.
Kräftig lässt auch Etta Rech (65) aus Luckau ihre Stimme ertönen. Sie ist das erste Mal beim Adventssingen dabei und hatte sich, wie sie erzählt, von der Nachbarin zum Kommen überreden lassen. Zum Ende des Konzertes am frühen Sonntagmorgen ist Etta Rech begeistert. „Das war toll. So schön und stimmungsvoll! Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei“ , sagt die Luckauerin.
Dabei sein wollten auch einige ehemalige Cantemus-Sänger, die den Chor zu Jahresbeginn aus beruflichen Gründen verlassen hatten. „Petra Ceglarek und Kerstin Dera sowie Christine Polenski, die aus Bonn angereist war, ist die Überraschung gelungen“ , sagt Peter Lippert und freut sich über das Wiedersehen. Den weitesten Weg hatte Susanne Nickel aus London auf sich genommen, um beim Adventssingen dabei zu sein.
Mit der vorweihnachtlichen Nacht findet die Probenphase ihr Ende, die schon im Sommer begonnen hatte. Der Höhepunkt wird am 10. Dezember ein Ausflug des Chores nach Dresden sein.

Hoffen auf Konzert in Frauenkirche
„Dabei steht auch die Besichtigung der Frauenkirche auf dem Programm. Und wir hoffen, dass wir dort ein kleines Konzert geben können“ , sagt Chorleiter Lippert. Um den Auftritt habe sich Cantemus mit einer CD beworben, alle seien nun gespannt auf die Antwort. „In diesen besonderen Mauern zu singen, das wäre ein bleibendes Erlebnis für den Chor“ , so Lippert.
Bis zum Fest hat der Chorleiter noch einige Auftritte mit seinen Sängerinnen und Sängern in der Region auf dem Programm, so am 11. Dezember in Schlieben. Ihm selbst, erzählt er, werde festlich ums Herz am ersten Feiertag. „Wenn ich früh zur Christmette gehe und die Turmbläser höre - dann ist richtig Weihnachten“ , sagt der Chorleiter.