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| 02:48 Uhr

Sie geben für andere ihr Bestes

Die langjährigen Blutspender der Region sind am Samstag auf dem Luckauer Schlossberg für ihre 75. Blutspende von Prof. Rainer Moog, ärztlicher Leiter des DRK-Blutspendeinstituts Cottbus, Harald-Albert Swik, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Fläming-Spreewald (v.l.) sowie der Vizepräsidentin des Kreisverbandes, Elke Voigt (r.) geehrt worden.
Die langjährigen Blutspender der Region sind am Samstag auf dem Luckauer Schlossberg für ihre 75. Blutspende von Prof. Rainer Moog, ärztlicher Leiter des DRK-Blutspendeinstituts Cottbus, Harald-Albert Swik, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Fläming-Spreewald (v.l.) sowie der Vizepräsidentin des Kreisverbandes, Elke Voigt (r.) geehrt worden. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Luckau. Kostbar, einzigartig und das Wertvollste, was ein Mensch von sich hergeben kann, ist das Blut. Freiwillige Spender helfen, Leben zu retten. Der DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald ehrte am Samstag 50 Frauen und Männer auf dem Luckauer Schlossberg für ihre 75. sowie 50. Spende. Birgit Keilbach / bkh1 bkh1

Vor 35 Jahren erkrankte ein Verwandter von Eva-Maria Lehmann schwer. "Damals wurde mir bewusst, wie wichtig Blutkonserven sind. Ich war dankbar und es war für mich der Anlass, selbst Blut zu spenden", sagt die Rosenthalerin. Sie gehörte am Samstag zu den 18 Frauen und Männern, die mit Ehrennadel, Urkunde und Präsenten für ihre 75. Blutspende geehrt wurden. 32 langjährige Freiwillige erhielten diese Anerkennung für ihre 50. Spende.

"Sie sorgen seit vielen Jahren mit ihren Blutspenden dafür, dass sich die Lebensqualität und Lebenserwartung vieler Menschen deutlich erhöht", würdigte die Vizepräsidentin des DRK-Kreisverbandes Fläming-Spreewald, Elke Voigt, das Engagement der Frauen und Männer aus den Städten Luckau, Lübben und Dahme, den Gemeinden Heideblick und Märkische Heide sowie den Ämtern Unterspreewald und Lieberose-Oberspreewald.

Besonders stolz ist der Kreisverband darauf, dass im vergangenen Jahr 1328 Menschen aus den Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming erstmals zur Blutspende kamen. Vier Prozent der Einwohner im ländlichen Raum sind aktive Blutspender und damit Teil einer großen Solidargemeinschaft. "Denn in den Großstädten wird dieser Anteil nicht erreicht. Deshalb danken wir Ihnen besonders", stellte Kreisvorsitzender, Harald-Albert Swik, heraus.

Die Bereitschaft zur Spende sei auch deshalb so bedeutsam, weil Blut nicht künstlich hergestellt werden kann, betonte Prof. Dr. Rainer Moog, ärztlicher Leiter des DRK-Blutspendeinstituts Cottbus. Rund vier Millionen Spenden würden jährlich deutschlandweit geleistet, um den Bedarf zu decken. Getrennt in seine Bestandteile, wie rote Blutkörperchen, Blutplasma und Blutplättchen, würden die Blutkonserven spezifisch eingesetzt.

Drei große Gruppen benötigten das gespendete Blut: Unfallopfer, Patienten mit geplanten Operationen und Patienten mit Tumorerkrankungen. Zwischen medizinischem Fortschritt, der höheren Lebenserwartung und dem Bedarf an Blutkonserven besteht laut Prof. Moog ein direkter Zusammenhang. Viele Operationen, beispielsweise an Hüftgelenken, würden heute noch im hohen Lebensalter durchgeführt. "Ab einem Alter von 60 Jahren wird für Patienten das meiste Blut benötigt", erläuterte der Mediziner.

Dietmar Guthke aus Glietz hat seit Anfang der 1990er Jahre schon 75 Mal Blut gespendet. "Ich kann damit Menschenleben retten. Es ist ein gutes Gefühl, etwas für andere zu tun", nennt er seine Motivation.

Siegrid Ruhnau ist vor 30 Jahren von einer Arbeitskollegin mitgenommen worden. "Dabei hatte ich immer Angst vor der Spritze", gesteht die Freiwalderin. Doch inzwischen seien die Kanülen viel dünner "und es tut auch nicht weh. Ich werde so lange spenden, wie es geht", erklärt sie überzeugend.

Heiko Terno hat nach 23 Jahren seine 75. Spende abgegeben. Er sieht darin auch einen positiven Effekt für die eigene Gesundheit. "Nach jeder dritten Spende bekommt man seine Blutwerte nach Hause geschickt und Bescheid, wenn etwas nicht in Ordnung ist", sagt der Kümmritzer. Zudem müsse der Körper immer wieder neues Blut bilden.

Diesen gesundheitlichen Aspekt betrachtet auch Jens Piehl als vorteilhaft. Ihn habe vor rund 20 Jahren ein Trauerfall in der Familie zum Nachdenken gebracht. "Ich wollte etwas Gutes tun. Seitdem spende ich regelmäßig", sagt der Lübbener.

Zum Thema:
346 Blutspendetermine gab es im Jahr 2013 im Gebiet des Kreisverbandes Fläming-Spreewald. 17 702 Transfusionseinheiten wurden dabei abgenommen, insgesamt 8851 Liter Blut. Damit hat der Kreisverband laut Elke Voigt über zehn Prozent des Blutspendeaufkommens im Land Brandenburg geleistet. Blut spenden kann jeder Gesunde im Alter von 18 bis 70 Jahren. Frauen dürfen jährlich viermal ihr Blut geben, Männer sechsmal. bkh1