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| 12:57 Uhr

Idee kommt an
Lebende Schaufenster in Lübben

Augenoptik Piontek wurde zu „Alice im Brillen-Wunderland“. Zahlreiche Geschäfte hatten tolle Ideen.
Augenoptik Piontek wurde zu „Alice im Brillen-Wunderland“. Zahlreiche Geschäfte hatten tolle Ideen. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Viele Händler lassen sich zur Shoppingnacht Interessantes für die Gäste einfallen

Die Shoppingnacht hat am Samstag zahlreiche Besucher in Lübbens Innenstadt gelockt. Bis Mitternacht sind sie durch die Straßen und Gassen geschlendert, haben sich von besonderen Aktionen inspirieren lassen. Auch in den Geschäften selbst war ordentlich Betrieb. So viele Menschen wie am Samstag sieht man in manchen Läden eine ganze Woche lang nicht. Die Idee der Interessengemeinschaft „Wir für Lübben“ ging auf.

Vorstandsmitglied Christian Jungnickel hatte auf die Belebung der Innenstadt gehofft, und darauf, dass möglichst viele Leute in die Geschäfte gehen, sich im besten Fall für einen Kauf entscheiden. Genau das ist eingetroffen. Und wer nicht gekauft hat, der kommt vielleicht wieder. Die Shoppingnacht hat auf das durchaus attraktive Angebot in den Geschäften in Lübbens Innenstadt aufmerksam gemacht.

Auch Neues war zu sehen. In der Hauptstraße gibt es jetzt den „Schober-Treff“. Der Fachbereich für sozialpsychiatrische Rehabilitation (FSR) der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal betreibt die Begegnungsstätte. „Hier können sich Menschen mit und ohne Handicap treffen, miteinander ins Gespräch kommen, einen Kaffee trinken, auch handwerkliche Arbeiten erwerben“, erzählt Yvonne Hain. Sie leitet den Fachbereich der „Lobetaler Wohnen“ in Teupitz und Lübben. Ihr zufolge ist die Begegnungsstätte ein öffentlicher Trainingsort für Menschen mit seelischer Behinderung. „Sie können hier mitten in der pulsierenden Innenstadt und im Kontakt mit den Gästen Selbstbewusstsein tanken und sich bestenfalls fit für den ersten Arbeitsmarkt machen.“ Der „Schober-Treff“ hat sich während der Shoppingnacht erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Musik im Innenhof hat neugierig gemacht. Ab jetzt ist die Begegnungsstätte regelmäßig geöffnet. Auch andere Geschäfte haben sich interessante Aktionen einfallen lassen. Der Laden von Augenoptik Piontek in der Breiten Straße verwandelte sich in „Alice im Brillen-Wunderland“. Ein gelungener Hingucker, der zusätzlich Kunden auf das umfangreiche Brillenangebot aufmerksam machte. „Wir wollten mal etwas Neues wagen und freuen uns, dass die Idee so gut ankommt“, sagt Carsten Piontek.

In der Nachbarschaft sorgte Sylvia Matthes dafür, dass die Leute vor der Parfümerie „Babett“ stehen blieben. Die Künstlerin aus Lübben gestaltete ein lebendes Kunstwerk im Schaufenster. Sie kleidete die junge Maja nur mit Zeitungen an. Entstanden ist ein elegant aussehendes Kleid - ausschließlich aus verschiedenen Ausgaben der LAUSITZER RUNDSCHAU hergestellt. Die Heimatzeitung quasi als Kunstwerk - eine durchaus charmante Idee. Die Breite Straße zudem zum Laufsteg für Neuwagen zu machen, auch das hatte was. Wann rollt man Autos schon mal den roten Teppich aus?

Auch die Kaffeerösterei „Piamo“ in der Poststraße ist immer für eine Überraschung gut. Diesmal haben Nicole und Christoph Meyl mitder Aktion „Malen mit Milch“ dem Kaffee quasi eine optisch ganz persönliche Note gegeben.

Zahlreich Händler hatten interessante Ideen, warben mit lebendigen Schaufenstern. Was war denn das? Haben die Schaufensterpuppen im Jeansladen „Meier“ gerade gezwinkert? Auch die vermeintliche Puppe im Schuhhaus „Furore“ war aus Fleisch und Blut - die schon seit Jahren dort gezeigte Pantomime.

Christian Jungnickel weckte mit einer ganz individuellen Aktion Interesse für seinen Juwelier- und Schmuckladen. Die Illustratorin Nina Heinke aus Berlin porträtierte Kunden direkt am Eingang des Geschäfts. Sie hatte gut zu tun.

Dort wie auch an zahlreichen anderen Orten in der Innenstadt blieben immer wieder Leute stehen, um zuzuschauen oder Musikern zuzuhören. Die junge Popband „Tangled Cables“ aus Lübben bildete quasi die musikalische Brücke zwischen dem Marktplatz und der Breiten Straße, sorgte so für eine durchgehende Bummelmeile.

Der Marktplatz selbst wurde zum Ort der Begegnung. Hier ließen zahlreiche Leute die Shoppingnacht etwa mit einem Wein und bei guten Gesprächen ausklingen.