"Waldbühne also. Ich hab ja schon viele gesehen. Und das hier - das ist doch mal was", punktete Olaf Schubert gleich und erntete den ersten Beifall des Abends. Seine neue Show "Sexy forever" trage einen englischen Titel, weil mit dieser Show jetzt auch der amerikanische Markt erobert werden soll … "zumindest der rumänische".

Die Ursache der Probleme

Ihre Sinnlichkeit wollen Schubert und seine Freunde Herr Stephan und Jochen Barkas damit präsentieren, kündigt er an. Bleibt sich dann jedoch seiner Rolle als Betroffenheitslyriker mit ostdeutschem Hintergrund treu. Denn es gibt Probleme zu lösen. Und die Ursache kennt er genau, den "faulenden Monopolkapitalismus imperialistischer Prägung" - das rasselt er runter und die Waldbühne schreit vor Vergnügen. Alles Insider.

Schubert arbeitet sich durchs Thema, der Kapitalismus spaltet die Geschlechter in den Zimmermann, der mehr verdient als die Zimmerfrau. Die Streikenden mit Macht: Piloten, Lokführer, Prostituierte - "dann bleibt alles stehen." Doch bei streikenden Kita-Erziehern kommen ihm Zweifel und er schlägt gekonnt die Brücke zur Kinderarbeit in Südostasien und den Billigklamotten. "Kauft einheimische Ware", lautet seine Botschaft von der Bühne.

Er macht auch um die Flüchtlingskrise und Pegida keinen Bogen, weil Dresden "eine Gravitationskraft für braunen Feinstaub" entwickelt hat. Er begegnet den pauschalen, fremdenfeindlichen Vorurteilen mit Humor und dem Verweis aufs Bildungsgefälle. Dass Mangel daran die Demokratie gefährdet, findet Zustimmung im Publikum. Für seine Behauptung, dass die "Jugendlichen, die sich nicht so für Buchstaben interessieren", in Lübben zu finden sind, erntet er Protestpfiffe, holt das mit einem Gag wieder raus und ist schon beim nächsten Thema.

Schönheitschirurgie mit dem Ergebnis, statt "Holz vor der Hütte" dann "Plaste hinterm Schuppen" zu haben, treibt die Begeisterung des Publikums auf neue Höhen, die das Quartett auf der Bühne mit Musik und einem gekonnt die Hüften schwingenden Keyboarder locker hält. Die Zuschauer jubeln, pfeifen, wollen mehr, bekommen ein Lob und das Versprechen: "Wir kommen wieder."

Zuhörer mit Muskelkater

Zum zweiten Mal erlebte Nicki Zuprit aus Lübben den Comedian auf der Waldbühne und hatte "schon im vorigen Jahr Bauchmuskelkater vom Lachen". Live sei er noch viel besser als im Fernsehen "und der Akzent macht alles noch witziger", resümierte die Lübbenerin.

Christiane Dingeldein und ihre Mann Klaus heirateten vor 13 Jahren im nahe der Waldbühne gelegenen Schloss Sinntrotz und nutzten den Urlaub für den heiteren Abend. "Die Bühne ist sehr schön geworden und Olaf Schubert ist sehr erfrischend." Die Karten hatte das Paar von Freundin Anke Pomplun bekommen, "für einen Kurzurlaub vom Alltag mit langjährigen Freunden", sagte die Luckauerin.