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Senioren-WG macht den Anfang

Der Anfang ist gemacht: Beate Riek (2. Reihe, 8.v.r) feiert mit Mietern, Team und Unterstützern den Einzug der ersten Senioren ins Denkmal an der Lindenstraße.
Der Anfang ist gemacht: Beate Riek (2. Reihe, 8.v.r) feiert mit Mietern, Team und Unterstützern den Einzug der ersten Senioren ins Denkmal an der Lindenstraße. FOTO: Berg
Luckau. "Wir sind angekommen, das alte Haus erwacht zu neuem Leben", sagt Beate Riek. In dieser Woche sind die ersten Mieter in die Senioren-Wohngemeinschaft des einstigen Hospitals "Zum heiligen Geist" an der Lindenstraße gezogen. Carmen Berg

2015 hatte die Cahnsdorferin den leer stehenden Denkmalkomplex gekauft und erfüllt sich dort ihren Traum: Ein Wohnquartier für ältere und pflegebedürftige Menschen.

Der Weg dahin hat manche Hürden, wie Beate Riek erzählt. Die Bauarbeiten dauern länger als erhofft. Die Fassade ist noch hinter Bauplanen verborgen. In den oberen Geschossen legen Handwerker letzte Hand an. Das Erdgeschoss aber strahlt bereits freundliche Wärme aus. Hier werden die neun Mieter der WG zu Hause sein. Alle sind pflegebedürftig, dennoch sollen sie, von Beate Rieks Team begleitet, so viel wie möglich am ganz normalen Alltag teilhaben, erklärt die Cahnsdorferin.

Olav Staffehl räumt in das Zimmer seines Vaters Dieter lieb gewordene Dinge ein. Es ist geräumig, das angrenzende Bad ist auf die Bedürfnisse des Rollstuhlfahrers zugeschnitten. "Die Ausstattung ist topp", sagt der Sohn. Zudem werden seinen Vater vertraute Gesichter umgeben, denn der Langengrassauer kennt die Mitarbeiter schon aus der ambulanten Pflege. "Das war alles sehr fürsorglich und kompetent, die Chemie hat sofort gestimmt", sagt Olav Staffehl.

Den privaten Appartements schließen sich Gemeinschaftsräume an. Am großen Küchentisch in der modernen Wohnküche finden alle bei den Mahlzeiten Platz, die gemeinsam gekocht werden. Zudem gibt es das "Wohnstübchen", wie Beate Riek das kleine, aber feine Zimmer nennt, das zum Plauschen oder Fernsehen in bequemen Sesseln einlädt. Hingucker ist ein rustikaler Kachelofen mit einer gemütlichen Ofenbank. Ihre Mieter werden selbst bestimmen, wie sie den Tag gestalten wollen, sagt die Chefin. Dazu soll es vielfältige Angebote geben, von Spaziergängen im Freien bis zu Übungen, die die geistigen und körperlichen Fähigkeiten trainieren. Im Hof ist ein Bewohner-Garten geplant. Das erste Grün, einen jungen Birnbaum, bringt Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) zum Einzug mit.

In etwa drei Wochen, so Beate Riek, wird als weitere Säule des Wohn- und Pflegezentrums eine teilstationäre Tages- und Nachtpflege in Betrieb gehen. Eine zweite Senioren-WG mit zehn Plätzen entsteht in der ersten Etage. Daneben sind in Teilen des Altbaus sowie in einem Wohngebäude auf dem Hof acht altersgerechte Wohnungen vorgesehen. Bereits im zweiten Jahr zu Patienten im Raum Luckau und Lübbenau unterwegs ist der ambulante Pflegedienst. Einen Termin haben die Chefin und ihre inzwischen 20 Mitarbeiter fest im Kalender verankert. Am 8. September wollen sie mit Bewohnern und Wegbegleitern große Einweihung für das Gesamtprojekt feiern.