Mit der Selpoli-Ausstellung hat sich das kleine Team des Stadt- und Regionalmuseums Lübben eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt - es ist auf die Suche nach einer Landschaft gegangen, nach den Kulturen, die sie prägten. Es wird den Ursprüngen der Niederlausitz nachgegangen - nicht nur in unmittelbarer Nähe der Stadt, sondern in ihren unterschiedlichen Teilen. Es ist eine spannende archäologische und historische Spurensuche geworden, die für die Besucher anschaulich nachzuvollziehen ist.

Mittelalterliche Chronisten haben Bezeichnungen wie Lusici oder Surbi weitergegeben - heute noch in den Begriffen Lausitz und Sorben zu finden. Doch die Landschaft Selpoli scheint mit ihren Dörfern und Burgen völlig versunken zu sein. Aus diesem Spannungsfeld heraus ist das Ausstellungskonzept entstanden. An der Umsetzung hat der Historiker Ralf Gebuhr mitgearbeitet, der sich seit Längerem mit Liubusua beschäftigt. Er will herausfinden, wo das sagenumwobene Zentrum der Lusitzi lag und ob es überhaupt so etwas wie eine Burg mit überregionaler Bedeutung für die Landschaft war. Wie Museumsleiterin Orphal mitteilt, arbeitet der Wissenschaftler noch an einer begleitenden Broschüre. Im Vorfeld der Ausstellung hatte es auch Vermessungen am Burglehn in Steinkirchen gegeben. Doch die Zeit hat viele Überformungen des Geländes mit sich gebracht. Der Burglehn ist als rundliche Erhebung von etwa 100 Metern Durchmesser zu sehen und erhebt sich etwa vier Meter über dem umliegenden Gelände.

In der Ausstellung sind auch Belege aus der Zeit der deutschen Besiedlung zu finden - beispielsweise zum Schloss Groß Leuthen, das in seinem Kern aus dem 16. Jahrhundert stammt und auf die Besiedlung im 12. und 13. Jahrhundert zurückgeht. Nicht fehlen darf ein Liuba-Gedenkstein - er wurde 1998 von Hans-Richard Groschke aus Styropor nachgebildet. Der Film "Auf der Spur nach Selpoli", den die Museumsmitarbeiter selbst hergestellt haben, führt in Orte der Region, beispielsweise nach Altgolßen, wo ein kleiner Burgwall am Ort zu finden ist. Selbst dem Thema Fälschung wird nicht aus dem Wege gegangen. Es sind berühmte Götzen-Fälschungen aus Mecklenburg, die Prillwitzer Idole, zu sehen. Und diese dann sogar im "Original".

"Wer die Ausstellung besucht, sollte sich Zeit nehmen", sagt Museumsleiterin Christina Orphal. Das haben seit der Eröffnung im Juni schon Hunderte Besucher getan. Etwa 700 bis 800 Besucher pro Monat sind ins Museum im Lübbener Schloss gekommen. Gerade für Schulklassen, für die auch Führungen veranstaltet werden, gibt es viel zu entdecken.

Doch das Museumsteam denkt schon weiter. "Wir suchen immer nach besonderen Themen, nach weißen Flecken in der Geschichte, die wir mit Leben füllen wollen", sagt Christina Orphal. Als Nächstes wird passend zum Lübbener Sportjahr 2015 die Sonderausstellung "Erlebnis Sport - Lübbener Sportgeschichte(n)" vorbereitet. Dafür werden noch Ausstellungsobjekte gesucht. Wer dazu beitragen will, kann sich an die Museumsmitarbeiter werden.

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Die Ausstellung ist noch bis 1. November im Stadt- und Regionalmuseum Lübben, Ernst-von-Houwald-Damm 14, zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.Weitere Informationen gibt es unter www.museum-luebben.de .