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| 12:54 Uhr

Vorgestellt
Eine erfüllende Lebensaufgabe

Üben fürs Jubiläumskonzert: Elke Schirmer bei der musikalischen Früherziehung in der Kita „Lindenwürmchen“ in Knippelsdorf.
Üben fürs Jubiläumskonzert: Elke Schirmer bei der musikalischen Früherziehung in der Kita „Lindenwürmchen“ in Knippelsdorf. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Seit 25 Jahren macht die Luckauerin Elke Schirmer Kindern Lust auf Musik. Von Birgit Keilbach

Kinder an Musik heranzuführen ist für Elke Schirmer ein erfüllender Beruf. „Mich macht es glücklich zu sehen, was Musik in den Kindern bewirken kann. Ich sehe es in jeder Übungsstunde  in ihren Augen, dem Gesichtsausdruck, der Körpersprache.“ Entwickelt hat die 57-Jährige diese intensive Wahrnehmung während der inzwischen 25 Jahre als freiberufliche Musiklehrerin der Musikschule Fröhlich.

Für Elke Schirmer war es ein Neustart in der Wendezeit, als sie sich wie viele andere beruflich neu orientieren musste. Die gelernte Kindergärtnerin war 1991 mit ihrem zweiten Kind schwanger. „Und ich wusste damals schon, dass ich nach der Geburt nicht wieder eingestellt werde“, blickt sie zurück. Etwas Neues, Künstlerisches wollte sie machen, entweder mit Musik oder Kinderbücher illustrieren. „Die Anzeige von der Musikschule Fröhlich kam gerade zur richtigen Zeit.“

Anfang 1993 besuchte sie ein Seminar, schaute sich ein Video von einem Akkordeonorchester an und eine Melodika-Stunde. „Ich dachte mir: Das kannst du auch.“ Ihr gefiel das Konzept. „Und dass man mit der Musikschule als selbstständiger Musiklehrer im Franchise-System auch Geld verdienen kann, war ja nicht unwichtig“, erzählt sie. Im Juni 1993 unterschrieb sie ihren Vertrag in Rostock. „Die Terminvereinbarung lief damals per Telegramm. Das kann man sich heute  gar nicht mehr vorstellen.“

Jeden Monat stellte sie die Melodika nacheinander in den Klassen der Grundschulen in Walddrehna Görlsdorf, Uckro und Luckau, dann auch in der Grund- und Oberschule Langengrassau vor. Denn nach dem Konzept der Musikschule Fröhlich zu arbeiten bedeutet, zu den Schülern zu fahren und ihnen die Musik nahe zu bringen. „Anfangs habe ich überall Räume gesucht, möglichst in den Wohnorten der Schüler.“ In der Kita Gießmannsdorf kamen zugleich erste Anfragen von Eltern, ob sie auch musikalische Früherziehung mache. Also stellte sie dieses Angebot in Kitas vor, ermittelte den Bedarf „und so entstanden die ersten Musikunde-Kindergartengruppen.“

Die Nachfragen nahmen ständig zu. 1997 waren die ersten Kinder soweit, dass sie ans Musizieren im Orchester herangeführt werden konnten, denn auch das gehört zu den Zielen des Konzeptes. Die Berstetaler Big Band ist heute ein anerkannter Klangkörper, der den Kindern viele gemeinsame Erlebnisse über die Musik hinaus bietet. Das Tabaluga-Programm mit Aufführungen an der der F 60 ist nur ein Beispiel. „Außerdem prägt dieses Zusammenwirken auch viele Charaktereigenschaften aus, die später wertvoll sind“, erläutert Elke Schirmer.

Für sie waren die Jahre von 2007 bis 2013 mit Musikunterricht und Orchesterprogrammen besonders arbeitsreiche Jahre. „Mein größter Erfolg ist, dass es mir gelang, immer wieder Schüler für das Orchester zu motivieren“, resümiert die Musiklehrerin. Einer von ihnen ist Tobias Gajewski. „Sie hat mich immer wieder angespornt, dranzubleiben“, sagt er. Heute leitet er das Orchester und arbeitet selbst als Musiklehrer der Fröhlich-Familie in Luckau.

Elke Schirmer ist froh über die Entscheidung des jungen Kollegen. Denn er unterrichtet jetzt die Grundschüler, während sie sich auf die musikalische Früherziehung spezialisiert hat. In 20 Kita-Gruppen pflanzt sie Kindern aus den Regionen um Luckau, Dahme, Lübben, Finsterwalde und Herzberg die Liebe zur Musik ins Herz und möchte das noch viele Jahre fortsetzen. Als Trainerin führt sie außerdem deutschlandweit mit Musiklehrern Seminare zur musikalischen Früherziehung und Kreativ-Seminare durch. An Ideen mangelt es der energievollen Luckauerin nicht, die in der Freizeit die Nähmaschine rattern lässt und auch gern renoviert.   „Ich möchte noch viele davon umsetzen und dafür gesund bleiben“, wünscht sie sich.