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Schwierige Getreideernte

Die Tage mit idealer Witterung für die Getreideernte sind rar in diesem launischen Sommer. Am ersten August-Wochenende waren die Mähdrescher der Agrar GmbH Langengrassau auf den Feldern bei Gehren im Einsatz.
Die Tage mit idealer Witterung für die Getreideernte sind rar in diesem launischen Sommer. Am ersten August-Wochenende waren die Mähdrescher der Agrar GmbH Langengrassau auf den Feldern bei Gehren im Einsatz. FOTO: Keilbach
Luckau. Schleppend verläuft die Getreideernte in diesem Jahr auf den Feldern im Süden Brandenburgs. Aktuell werde Winterroggen, Winterweizen und Raps geerntet. Birgit Keilbach / red/bt

Doch aufgrund der häufigen Niederschläge müssen die Mähdrescher immer wieder Zwangspausen einlegen. Erst in der dritten August-Dekade rechnet der Bauernverband Südbrandenburg mit dem Abschluss der Getreideernte.

Die hohen Niederschlagsmengen im Juli hätten zudem deutlich negative Auswirkungen auf die Qualität von Winterroggen und Winterweizen. Das Bild sei so differenziert wie die regional unterschiedlichen Niederschlagsmengen. Teilweise gibt es schwere Schäden auf den Schlägen, tagelang konnten die Bauern nicht auf ihre Felder. "Einige Gemüsebauern mussten die Gurken zeitweise von Hand pflücken, weil der Gurkenflieger nicht übers Feld fahren konnte", verdeutlicht Borjana Dinewa-Zelt vom Bauernverband Südbrandenburg, dass sich die Ernte auch bei anderen Kulturen problematisch gestaltet. "Als einzige Kultur konnte Anfang Juli die Gerste mit den Erwartungen entsprechenden Erträgen eingebracht werden", bilanziert Borjana Dinewa-Zelt. Durchschnittlich seien die Erträge nach bisherigem Stand auch bei Triticale.

Er habe in diesem Jahr beim Winterroggen von 300 Hektar nur 600 Tonnen geerntet, "Das sind zwei Tonnen je Hektar. In guten Jahren ist das Doppelte möglich", beschreibt Heiko Terno, Produktionsleiter der Agrargenossenschaft Klein Radden, die Situation. Hinzu komme, dass es beim Preis für den Brotroggen Abzüge wegen zu kleiner Körner gebe, weil die Qualität nicht erreicht wird. Ursache dafür sei die Trockenheit im Mai gewesen. Die wechselhafte und teilweise sehr nasse Witterung ab Juli habe dann zusätzlich zu Verlusten geführt. So rechnet die Agrar GbR Richter-Speller in Karche-Zaacko laut Borjana Dinewa-Zelt mit rund 40 Prozent weniger Ertrag als in den Vorjahren. Zusätzliche Kosten entstünden den Landwirten durch die Trocknung und Reinigung des Getreides, weil der Unkrautaufwuchs aufgrund der feuchten Witterung besonders hoch sei.

Bescheiden werde auch die Rapsernte ausfallen. Schädlinge hätten der Ölfrucht bereits im Herbst nach der Aussaat zugesetzt. Im Mai unterbrachen Spätfröste vielerorts die Blüte. Positiv sind die Aussichten derzeit beim Mais. Für ihn kam der Regen zur rechten Zeit. Hier hätten sich die Bestände überall in der Region gut entwickelt, so die Bauernverbands-Sprecherin.

Zum Thema:
Der Landesbauernverband Brandenburg hat unterdessen begrüßt, dass das Land Brandenburg Landwirte, die vom Wetter der vergangenen Wochen geschädigt sind, finanziell unterstützen will "Wir sind dankbar, dass Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zugesagt hat, uns Bauern in dieser teilweise schweren Lage nicht allein zu lassen", sagt Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes vergangene Woche. "Das wird besonders den Landwirten helfen, denen unter Umständen ein Totalausfall der Ernte droht." red/bt