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| 02:43 Uhr

Schwielochsee soll sauberer werden

Winterruhe am Schwielochsee: Die touristische Nutzung soll mit der Verbesserung der Wasserqualität verbunden werden. Ein Steg-Konzept gehört deshalb auch zur Entwicklungsplanung.
Winterruhe am Schwielochsee: Die touristische Nutzung soll mit der Verbesserung der Wasserqualität verbunden werden. Ein Steg-Konzept gehört deshalb auch zur Entwicklungsplanung. FOTO: I. Hoberg
Lieberose. Für das Einzugsgebiet des Schwielochsees ist in den vergangenen vier Jahren ein Gewässerentwicklungskonzept (GEK) erarbeitet worden. Für die Planungsphase 2012 bis 2015/16 sind am Mittwochabend in der Lieberoser Darre interessierte Bürger über Ergebnisse und weitere Schritte unterrichtet worden. Ingrid Hoberg

Es ist der Abschluss eines gemeinsam gegangenen Weges. Und es ist ein Aufbruch in die nächste Phase zur Umsetzung eines Konzepts, dessen Ziel es ist, den Zustand für drei Seen mit einer Fläche von rund 15 Quadratkilometern und Fließgewässer mit einer Gesamtlänge von 132 Kilometern zu verbessern. Das Landesamt für Umwelt (LfU), bis dato Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, hatte die Öffentlichkeit zur Präsentation mit den Projektbearbeitern eingeladen.

Die Veranstaltung fand wie vorausgegangene großes Interesse. Rund 80 Bürger aus der Region rund um den Schwielochsee waren in die Lieberoser Darre gekommen. Auf Karten konnten sich die Gäste über das Planungsgebiet informieren. "Wir sind bisher zu jeder öffentlichen Veranstaltung gekommen", sagte Elke Kühn. Ihr Mann Sieghard Kühn interessierte sich für die Hochwassersituation in der Nähe seines Heimatortes Butzen. Zum Fragenstellen war dann allerdings in der rund dreieinhalbstündigen Präsentation wenig Zeit, obwohl Moderatorin Christiane Redlefsen alle Referenten um knappe Darstellung bat. Doch bei der Komplexität des Themas war es schier unmöglich, allem Raum zu geben.

Auf einem A3-Blatt war eine Übersicht der Planungs- und Umsetzungsarbeiten im GEK Schwielochsee/Dammühlenfließ zum Stand 27. Januar 2016 dargestellt. Abgeschlossen ist demnach die konzeptionelle Bearbeitung des GEK mit Genehmigungsplanung Barolder Mühlenfließ, Vorplanung Ressener Mühlenfließ und Machbarkeitsstudie Moorschutz (Staakower Moorwiese, Dammer Moor, Ressener-Guhlener-Leibcheler Moor, Blasdorfer Quellmoore). Isabell Hiekel vom Landesamt für Umwelt, Referat Gewässerentwicklung, wies auf weiteres Info-Material hin, das zur Verfügung gestellt wurde. "Übergeordnetes Ziel ist die Verbesserung der Wasserqualität im Schwielochsee", unterstrich sie.

Der See leidet unter einer starken Algenblüte, die sich aus hohen Nährstoffeinträgen aus Zuflüssen und aus dem Gebiet selbst ergeben.

"Es gibt große Defizite. Die Sichttiefe im Großen Schwielochsee beträgt weniger als einen halben Meter", stellte Planerin Nicole Kovalev fest und trug Strategien zur Sanierung des Sees vor. Heribert Rustige vom Büro Akut erläuterte Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zu Pflanzenkläranlagen - Schilfpolder - vor. Daniel Schmidt vom iHC aus Cottbus erklärte, welche Möglichkeiten es gibt, durch Bauwerke den Fischaufstieg beispielsweise im Lieberoser Mühlenfließ zu unterstützen. Die Wasser- und Bodenverbände "Mittlere Spree" und "Nördlicher Spreewald" stellten ihre zum Teil schon begonnen Maßnahmen vor.

Insgesamt gab es in den vier Jahren rund 100 öffentliche Veranstaltungen und drei Sitzungen der projektbegleitenden Arbeitsgruppe. Am Ende kam die Frage aus dem Kreis der Zuhörer, ob es solche Veranstaltungen auch zu anderen Projekten gibt. "In diesem Umfang ist das einmalig", sagte Isabell Hiekel. Das fand am Mittwochabend im Saal der Lieberoser Darre viel Anerkennung.

Unter www.wasserblick.net ist das mehr als 100 Seiten umfassende Gewässerentwicklungskonzept (GEK) Schwielochsee und Dammühlenfließ (Kurzfassung) vom Büro für Ingenieurbiologie, Umweltplanung und Wasserbau Kovalev & Spundflasch (Berlin) vom Januar 2016 zu finden. Auftraggeber ist das Landesamt für Umwelt.

Sieghard Kühn aus Butzen hat sich in Lieberose über den Stand der Planung informiert.
Sieghard Kühn aus Butzen hat sich in Lieberose über den Stand der Planung informiert. FOTO: I. Hoberg