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| 19:00 Uhr

Eindeutiges Votum
Schwebendorf lehnt Sperrung ab

Die Schwebendorfer Bürger wehren sich gegen eine Sperrung der Landwirtschaftsstraße für Pkw. Die Verwaltung sichert zu, die Beschlussvorlage zur Teileinziehung der Straße nochmals zu überarbeiten.
Die Schwebendorfer Bürger wehren sich gegen eine Sperrung der Landwirtschaftsstraße für Pkw. Die Verwaltung sichert zu, die Beschlussvorlage zur Teileinziehung der Straße nochmals zu überarbeiten. FOTO: LR / Carmen Berg
Dahme. Bürger fordern einstimmig: Trasse vom Dorf zur B 102 soll für Pkw weiter nutzbar bleiben Von Carmen Berg

Das Votum der Schwebendorfer bei einer Bürgerversammlung am Dienstagabend in der Gaststätte ist einmütig: Die „Flughafenstraße“, die den Dahmer Ortsteil auf kurzem Wege mit der B 102 und dem Nachbarort Rosenthal verbindet, soll für Autos und Motorräder nutzbar bleiben. Bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung war ein Beschluss zur Teileinziehung der Straße auf Antrag des Rosenthaler Ortsvorstehers André Weigt vertagt worden. Er hatte sich dafür eingesetzt, vor einer Entscheidung die Schwebendorfer anzuhören. Sie kamen zahlreich - ein Zeichen, dass das Thema auf den Nägeln brennt.

Bei einer Teileinziehung würde die Trasse für den allgemeinen Fahrzeugverkehr gesperrt und dürfte nur noch von Landwirtschaftsfahrzeugen und Radlern befahren werden.

Hintergrund: Zu DDR-Zeiten von der Landwirtschaft über private Flächen gezogen, wurde die löchrige Piste 2011 im Bodenordnungsverfahren mit Fördergeld für den ländlichen Wegebau grundhaft saniert. Dabei wurde die bis 15 Meter breite Landebahn für Agrarflieger auf ein vier Meter schmales Asphaltband zurückgebaut, mit 0,75 Meter breiten Banketten auf beiden Seiten sowie einigen Ausweichtaschen. Schon damals nannten Kritiker die Ausführung einen Schildbürgerstreich. Pläne, den öffentlichen Verkehr auszusperren, scheiterten am Widerstand der Bürger.

Inzwischen jedoch hat sich der bauliche Zustand der Straße laut Verbund der Flurneuordnung erheblich verschlechtert. Eine Hauptursache  wird im rücksichtslosen Befahren der Bankette gesehen.  In einem Schreiben vom März fordert der Verbund die Kommune auf, die sachgerechte Nutzung für die Landwirtschaft weiterhin zu gewährleisten. Dafür wird ein Verbot für Kraftfahrzeuge aller Art mit Ausnahme des landwirtschaftlichen Verkehrs angeregt.

„Früher, als die Straße schlecht war, durfte jeder durch und jetzt, wo sie neu asphaltiert ist, plötzlich nicht mehr. Das kann keiner verstehen“, bringt Anwohnerin Inge Dittschlag den Ärger der Leute auf den Punkt.

Zwischen Schwebendorf und Rosenthal gibt es enge Kontakte. Außerdem nutzen Pendler die Abkürzung zur B 102. Darunter viele Handwerker aus Schöna-Kolpien, wie Knut Krause, Ortsvorsteher des Nachbardorfes, berichtet. Sie alle müssten bei einer Sperrung, um auf die Bundesstraße zu kommen, mehrere Kilometer Umweg von Schwebendorf über Dahme in Kauf nehmen. Das Verkehrsaufkommen in der Schwebendorfer Ortslage würde größer, sagt Knut Krause.  Die Auswirkungen würden sich seiner Ansicht nach noch potenzieren, wenn, wie beabsichtigt, auch die Landwirtschaftsstraßen zwischen Schwebendorf und der L 70 (Dahme-Herzberg) sowie von Rosenthal nach Zagelsdorf ausgebaut werden. Dazwischen würde die „Flughafenstraße“ als Lücke klaffen.

Einig sind sich die Bürger mit der Verwaltung, dass vor allem die großen Laster, die im überörtlichen Verkehr aus Richtung Cottbus oder Elbe-Elster kommen, Schaden machen. Für sie ist das Befahren schon jetzt verboten, doch kaum einer hält sich daran. „Aber dafür sollten nicht die Anlieger bestraft werden“, finden die Schwebendorfer. Steffen Rose schlägt vor, auf allen drei Landwirtschaftsstraßen ein Fahrverbot für Laster zu verhängen und es auffällig schon auf Vorwegweisern kenntlich zu machen. Außerdem wird eine Begrenzung auf 3,5 Tonnen angeregt -  mit Ausnahme von Trecker und Co.

Die Befahrbarkeit für Autos und Motorräder muss bleiben. Dieses Anliegen nimmt Bauamtsleiterin Christina Denkel aus der Zusammenkunft mit. Sie kündigt für eine der nächsten Stadtverordnetenversammlungen eine Überarbeitung der Beschlussvorlage an. Die Meinung der Bürger soll darin einfließen. Das letzte Wort über die Zukunft der „Flughafenstraße“ haben dann die Stadtverordneten.