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| 18:25 Uhr

Breitbandausbau verzögert sich weiter
Schwarzenburg bleibt vorerstnoch eine Internet-Wüste

Frank Selbitz, Fraktionsvorsitzender der UBL, erklärt den Schwarzenburger den aktuellen Stand zum Breitbandausbau.
Frank Selbitz, Fraktionsvorsitzender der UBL, erklärt den Schwarzenburger den aktuellen Stand zum Breitbandausbau. FOTO: LR / Anja Brautschek
Schwarzenburg. Fehlender Zuwendungsbescheid verzögert Breitbandausbau weiter. Von Anja Brautschek

Seit vielen Jahren hoffen die Einwohner von Schwarzenburg endlich auf schnelles Internet. Doch bislang wurden sie immer wieder vertröstet. Nur wenige Kilometer vor dem Heideblicker Ortsteil macht der Ausbau des Glasfasernetzes Halt. Eine Verbesserung der Situation ist auch in diesem Jahr nicht in Sicht.

Das wurde bei einer öffentlichen Fraktionssitzung der UBL deutlich. Unter dem Motto „Wann endlich schnelles Internet für Schwarzenburg/Gemeide Heideblick“ wurde das Thema kürzlich diskutiert. Gerhard Janßen, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald war zu diesem Termin nicht vor Ort. „Das ist meine Schuld“, sagt UBL-Fraktionsvorsitzender Frank Selbitz und betont die Auskunftsbereitschaft des Geschäftsführers. Er stehe für einen aktuellen Verhandlungsstand in engem Kontakt mit ihm, doch bislang gebe es keine Neuigkeiten zum Ausbau. „Dabei hätten wir heute gern den ersten Spatenstich durchgeführt“, sagt Selbitz.

Um den Breitbandausbau im Landkreis weiter voranzutreiben und weiße Flecken wie in Schwarzenburg zu erschließen, fehlt der benötigte Zuwendungsbescheid. Die entsprechenden Unterlagen sind beim Bund eingegangen. Auch notwendige Nacharbeiten wie ein externes Gutachten wurde bereits eingereicht. Den Zuwendungsbescheid haben sie bislang allerdings noch nicht erhalten. „Erst dann ist die Vertragsunterzeichnung möglich“, erklärt Frank Selbitz.

Die Arbeiten ausführen soll die Telekom, die sich als einziges um dieses Los beworben hat. Dem Vertagsabschluss müssen aber noch die Genehmigungsplanung und die Anhörung der Kommunen folgen. Mit einem Baustart wäre nach optimistischen Schätzungen im ersten Quartal 2019 zu rechnen. „Je länger wir auf den Zuwendungsbescheid warten müssen, desto mehr verschiebt sich alles nach hinten“, so Frank Selbitz.

Anwohner wie Eberhard Wilde sind mit der Situation nicht zufrieden. Sie haben bereits bei Politikern und in Medien auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Weder Internet, noch Handy-Empfang gibt es derzeit im Dorf. „Das schränkt sowohl Privatleute als auch Unternehmer ein“, beklagt er. Ans Anschauen von Bildern oder Videos über Online-Portale sei nicht zu denken. Bei einer Übetragungsrate von rund 370 kbit/s stellt das Versenden größerer E-Mails den Nutzer schon vor Herausforderungen. „Erst gestern habe ich eine Datei von 400 Mb heruntergeladen. Das hat etwa sechs bis sieben Stunden gedauert“, zeigt Eberhard Wilde das Problem auf. Bei größeren Datei-Anhängen stürze die Verbindung regelmäßig ab.

Das Problem sei laut Frank Selbitz auch dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft bewusst. Gerhard Janßen favorisiere daher ebenfalls einen Baustart in Schwarzenburg, könne dies jedoch nicht garantieren. Für Frank Deutschmann, Bürgermeister der Gemeinde Heideblick, ist das Problem beim Breitbandausbau offensichtlich: „Es liegt nicht am Geld. Die Verfahrenskompliziertheit verhindert ein Vorankommen.“ Kommunen müssen eine Vielzahl an Richtlinien, Forderungen und Gesetzgebungen beachten. Gleichzeitig bauen Unternehmen häufig Gebiete vorrangig aus, „bei denen es sich eher rechnet“, beschreibt Landtagsabgeordnete Iris Schülzke (parteilos) ein weiteres Problem. Abgelegenere Orte wie Schwarzenburg haben so das Nachsehen. „Anders sei das in Ländern wie Schweden, wo der Breitbandausbau staatlich organisiert ist. „Dort haben Einwohner selbst an abgelegenen Orten Internet“, sagt sie.