Nicht ohne Grund hat der veranstaltende Ambrosia-Arbeitskreis des Landes Brandenburg den Ort als Tagungsstätte ausgewählt. "In der Niederlausitz befinden sich südlich und südwestlich von Cottbus die mit Abstand größten Vorkommen von Ambrosia in Deutschland", informierte Cornelia Müller vom Arbeitskreis. Die Pflanze mit den hochallergenen Pollen werde wohl nicht mehr vollständig ausgerottet werden können, jedoch müsse alles unternommen werden, um einer Verbreitung entgegenzuwirken, sagte sie. Durch ihre lange Blütezeit bis in den November hinein verlängere Ambrosia die Belastung für auf diese Pollen empfindlich reagierende Allergiker (Heuschnupfen, Asthma, Hautreaktionen) und verursache zunehmend wirtschaftliche Schäden in der Landwirtschaft. An einer im vergangenem Jahr bei Domsdorf (Drebkau) aufgestellten Pollenfalle seien Spitzenwerte gemessen worden, die dringenden Handlungsbedarf erforderten. "Es gibt jedoch derzeit keine gesetzlichen Regelungen", beklagte Cornelia Müller. Der Arbeitskreis könne beratend wirksam werden, die Aktivitäten zur Bekämpfung müssten jedoch von den Grundstückseigentümern, -pächtern oder -verwaltern selbst kommen. "Nur gemeinsam können wir die Sache in den Griff bekommen. Ziel ist die Eindämmung der Population, wenn nötig auch mittels Einsatz von Herbiziden", erklärte Gerhard Schröder vom Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung. Probleme sehe er, wie Ambrosia auf ökologisch bewirtschafteten Flächen wirksam bekämpft werden könne. Nur im Schulterschluss seien Erfolge zu erzielen. Landwirtschaftsflächen, Brachflächen, Acker- und Straßenränder, Gräben oder Randbiotope könnten ebenso befallen sein wie kommunale Flächen. Schröder warnte davor, sich wie Ungarn in sein Schicksal zu fügen, wo bereits 80 Prozent der Landwirtschaftsfläche von Ambrosia befallen seien. Indes lobte der Pflanzenschutzexperte das Vorgehen in der Schweiz. "Dort wird rigoros gehandelt, befallene Äcker umgepflückt und den Bauern Ausgleichszahlungen zugesichert", so Schröder. Ein finanzielles Entgegenkommen sei auch notwendig, betonten die Landwirte. Ferner müsse es Ausnahmeregelungen geben, um dort handeln zu können, wo es nötig ist. Maik Berlin vom Landesbetrieb Straßenwesen hofft, das Biogasanlagen in wenigen Jahren die technischen Vorraussetzungen besitzen, um Ambrosia den Garaus zu machen. Es sei jedoch wie so oft eine Kostenfrage. Man müsse sehen, was personell und finanziell möglich ist, unterstrich er.