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| 02:43 Uhr

Schulentwicklungsplanung geht in entscheidene Runde

Luckau/Königs Wusterhausen. Die lange diskutierte Fortführung der Schulentwicklungsplanung in Dahme-Spreewald geht heute in eine der entscheidenden Schlussrunden. Der Kreisausschuss wird sich damit befassen, ehe der Kreistag am 19. Juli voraussichtlich endgültig entscheidet. Ingvil Schirling

Knackpunkt waren zwei Veränderungen in der Schullandschaft in Groß Köris und Königs Wusterhausen. Die Groß Köriser würden ihre Grund- und Oberschule Schenkenland gerne mit Abiturstufe zur Gesamtschule erweitern. Die Königs Wusterhausener wünschen die Zusammenlegung zweier Oberschulen zur Gesamtschule.

Doch trotz eineinhalbstündiger, kontroverser Debatte fiel die Entscheidung schon im vorgeschalteten Bildungsausschuss des Landkreises einmütig: Mit nur einer Enthaltung befürworteten die Abgeordneten die Überlegungen der Kreisverwaltung, die Königs Wusterhausener Pläne aufzunehmen und die Groß Köriser vorerst zurückzustellen.

Für sie kämpfte Marco Kehling als Bürgermeister im Bildungsausschuss vehement. Auch viele Abgeordnete sprachen sich ausdrücklich für die Stärkung des ländlichen Raumes und die Verkürzung der Fahrzeiten für die Schüler aus, die damit verbunden gewesen wäre.

Doch einerseits geben es die Schülerzahlen letztlich nicht her. Nur 43 standen zu diesem Zeitpunkt auf der Liste der künftigen Siebtklässler im nächsten Schuljahr. Es würden noch Plätze für Schüler aus Rankenheim freigehalten, argumentierte Kehling. Er zweifelte darüber hinaus das Argument an, dass die Erweiterung der Oberschule zur Gesamtschule mit Abiturmöglichkeit die Schulstandorte im Raum Lübben schwächen könnte. Eher sieht er eine Gefährdung für Groß Köris durch die Pläne in Königs Wusterhausen. Aus Sicht der Kreisverwaltung würde "die Eröffnung zweier Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe zum jetzigen Zeitpunkt andererseits zu einem deutlichen Überangebot führen und ist nicht genehmigungsfähig".

Der Kompromiss sieht so aus: Die Erweiterung der Oberschule Schenkenland wird vorerst nicht favorisiert. Allerdings bekommen die Schule und ihr Träger alle Möglichkeiten (und den dringlichen Hinweis), die Rahmenbedingungen zu verbessern und eine Schulbezirkssatzung aufzustellen, um die Schule attraktiver zu machen und über das Anwahlverfahren der Eltern zu stärken. Jährlich sollen die Zahlen überprüft werden - auch vor dem Hintergrund der sich verändernden Einwohnerzahlen. Sollte der geordnete Schulbetrieb nachweisbar sein, werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet, verpflichtet sich wiederum der Kreis. So ging es aus der Präsentation vor den Fachausschussmitgliedern hervor, und so steht es in der Vorlage, die heute im Kreisausschuss beraten werden soll.

Umgekehrt werden ebenso die Königs Wusterhausener Wünsche begrenzt. Die Umwandlung der beiden Ober- in eine Gesamtschule soll um ein Jahr verschoben werden - auch, damit das künftige Profil klarer herausgearbeitet werden kann. "Da kann man keinen Kaltstart hinlegen", warnte Bildungsdezernent Carsten Saß (CDU) im Fachausschuss. Start wäre dann zum Schuljahr 2020/21. Gleichzeitig soll die Zügigkeit begrenzt werden. So sollen mögliche negative Auswirkungen auf benachbarte Bildungseinrichtungen vermieden werden. Schon jetzt allerdings trägt die Bredow-Oberschule gravierende Folgen. Aufgrund des Anwahlverhaltens kann dort im kommenden Schuljahr keine siebte Klasse eingerichtet werden, zeigte sich sensibles Elternverhalten auf die aktuelle Diskussion.

Bildungsausschussvorsitzende Martina Mieritz (SPD) sprach sich im Fachausschuss dafür aus, die Zeit zu nutzen, um den Bildungsstandort Groß Köris zu stärken. Über die Schulentwicklungsplanung entscheidet der Kreistag, über die Anträge der Schulen letztlich das Bildungsministerium. Im Bildungsausschuss aber gab es trotz des spürbar schweren Abschieds von der Idee, über die Oberschulerweiterung den Mittelteil des Landkreises nach vorne zu bringen, keine Gegenstimmen.

Zum Thema:
Die Sitzung des Kreisausschusses Dahme-Spreewald beginnt heute um 17 Uhr im großen Saal des Landratsamtes an der Lübbener Reutergasse. Thema ist neben der Schulentwicklungsplanung auch die INA (Internationale Naturausstellung in Lieberose). Der Landkreis soll Gesellschafter einer INA-GmbH werden.