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Schüler blicken sich in der Berufswelt um

Die Siebtklässler aus dem Bohnstedt-Gymnasium haben innerhalb ihrer Projektwoche die Lausitzer Klärtechnik GmbH besucht. Sie wurden von Geschäftsführer Michael Müller begrüßt und erhielten Einblicke in das mittelständische Unternehmen.
Die Siebtklässler aus dem Bohnstedt-Gymnasium haben innerhalb ihrer Projektwoche die Lausitzer Klärtechnik GmbH besucht. Sie wurden von Geschäftsführer Michael Müller begrüßt und erhielten Einblicke in das mittelständische Unternehmen. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Luckau. 90 Siebtklässler des Luckauer Bohnstedt-Gymnasiums haben ihren Berufswahlpass erhalten. Damit beginnt die Berufs- und Studienorientierung. Während der Projektwoche bekamen die Gymnasiasten zudem konkrete Praxis-Einblicke in Luckauer Betrieben. Eine Klasse besuchte die Lausitzer Klärtechnik GmbH. Birgit Keilbach / bkh1 bkh1

"Es ist schon Tradition, dass die siebenten Klassen zu uns in den Betrieb kommen", sagte LKT-Geschäftsführer Michael Müller und gab den Gymnasiasten einen ersten Überblick. 1994 sei das Unternehmen im Industriegebiet Luckau-Alteno gestartet, "auf der grünen Wiese haben wir hier unser Werk gebaut", blickte er auf die Anfänge. Heute seien auf dem 80 000 Quadratmeter großen Areal 60 Mitarbeiter beschäftigt. Sie entwickeln, produzieren und vertreiben an einem der modernsten Standorte der Branche in Europa biologische Kläranlagen für bis zu 5000 Einwohner, Abwassersammelgruben, leistungsfähige Pumpstationen, Abscheideanlagen sowie Anlagen zur Regenwassernutzung.

Drei junge Leute erhielten jährlich einen Ausbildungsplatz bei LKT, informierte Michael Müller. Ausgebildet werde in den Berufen Betonfertigteilbauer, Fachkraft für Abwassertechnik, Maschinen- und Anlagenführer sowie Kaufleute für Büromanagement. Studenten könnten hier ein Praktikum absolvieren oder ihre wissenschaftliche Arbeit zu einem praxisbezogenen Thema anfertigen.

In den verschiedenen Abteilungen biete sich den Nachwuchskräften nach erfolgreicher Ausbildung eine langfristige Perspektive, denn "wir haben bisher 62.000 Produkte hergestellt und hoffen, auch in den nächsten 20 Jahren wieder so viele zu produzieren", zeigte der Geschäftsführer den Gymnasiasten auf. Denn inzwischen seien LKT-Produkte weltweit im Einsatz, darunter in Osteuropa, den baltischen Staaten, in Südkorea, Kasachstan, Nigeria, Ruanda, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie auf den niederländischen Antilleninseln.

Ein Rundgang durch die Produktionshalle bot den Siebtklässlern Einblick in die Herstellung der Betonteile und deren komplexes Innenleben. Während sie verfolgen konnten, wie der Beton in die Form für einen Behälter gefüllt, gefestigt und schließlich die Form herausgehoben und der Behälter abgesetzt wurde, erläuterte Produktionsleiter Karsten Döcke Details zur Fertigung. Beispielsweise, dass die grundlegenden Bestandteile Sand, Zement und Kies nach verschiedenen Rezepturen computergesteuert gemischt und dann per Förderband in die Form gefüllt werden. In der Elektrowerkstatt, wo die Pumpen, Belüfter und die Steuerungstechnik für die Kläranlagen montiert werden, konnten sie zudem Azubi Robby Kennecke beim individuellen Anpassen der Pumpen für die verschiedenen Systeme zuschauen.

"Sie machen hier viel mit der Hand, nicht alles mit Maschinen", war die Erkenntnis von Leonie Christ aus Crinitz. Für Pauline Kloas war es "sehr interessant zu sehen, wie die Geräte funktionieren." Besonders beeindruckend war für Olivia Feistel der Behälterguss. "Das war schon spannend, wie die Maschine durch die Luft geschwebt ist." "Und ganz schön groß ist so ein Behälter", ergänzte der ebenso beeindruckte Richard Bogula.

Im theoretischen Teil der Betriebsführung konnten die Gymnasiasten bei Torsten Hansen von der Forschungs- und Entwicklungsabteilung zudem ihr Wissen in Chemie, Biologie und Physik anwenden. Er brachte ihnen die Funktionsweise einer biologischen Kläranlage nahe.

Was nicht ins Abwasser gehört, lernten sie bei ihm gleichfalls. "Es war sehr interessant, wie sie das machen und dass sie sogar schon Kreditkarten gefunden haben", sagte Dennis Gollee.

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Weitere 7. Klassen besuchten die Betriebe Hoch- und Tiefbau Luckau sowie Agrarservice GmbH Luckau. Zuvor überreichte Ulf Theilig von der Agentur für Arbeit den Schülern ihre Berufswahlpässe. "Bewerbungen, Lebenslauf, Qualifikations- und Praktika-Nachweise sowie Facharbeiten werden darin gesammelt", zählt Sigrid Rein, WAT-Lehrerin und Ansprechpartnerin in Sachen Berufs- und Studienorientierung, auf. Informationstage in der Schule sowie Besuche von Ausbildungsmessen und Fahrten zu Universitäten und Hochschulen ergänzen die Palette. Das Gymnasium ist seit 2013 "Schule mit hervorragender Berufs- und Studienorientierung". bkh1