An dem Wettbewerb hatten sich mehr als 400 Schüler beteiligt. Zehn Preise insgesamt wurden an einzelne von ihnen ebenso wie für Gruppen- und Klassenarbeiten vergeben. Auch Julia Sbonk, Marko Gleisberg, Jacqueline Nopper und Isabell Neumann von der Goyatzer Oberschule hatten teilgenommen und waren gemeinsam mit Kunsterziehungslehrer und Oberschulrektor Dieter Klaue nach Berlin eingeladen.

Beeindruckt von Weberzyklus
Sichtlich überrascht war Marko Gleisberg, als er als Preisträger aufgerufen wurde. Der Junge aus Wußwerk wurde für seine Kaltnadelradierung "Aus dem Weberzyklus" ausgezeichnet. Käthe Kollwitz war der künstlerische Durchbruch mit ihrer Radierarbeit „Ein Weberzyklus“ gelungen, zu dem sie Gerhart Hauptmanns Drama „Die Weber“ inspiriert hatte. Überzeugend stellte Marko Gleisberg sein Werk vor und begründete, was ihn zu seiner Darstellung bewogen und welche Erkenntnisse er im Kunstunterricht erhalten hatte. "Ich habe mich für diese Arbeit entschieden, weil ich die toten Menschen an ihren Arbeitsplätzen nicht mehr aus dem Kopf bekommen habe. Dieses Bild der Behausung hat mich erschüttert, weil alles so ärmlich war."
Die Wettbewerbsteilnehmer erlebten im Innenhof des Kleisthauses eine Ausstellungseröffnung, die das Wirken der Künstlerin auf unsere heutige Zeit zum Inhalt hatte. Das Lebenswerk von Käthe Kollwitz ist vom Einsatz für Schwache, Leidende und Unterdrückte geprägt. Sie setzte sich in ihrer Kunst leidenschaftlich mit den Themen Krieg, Ausbeutung und Bedrohung auseinander. Beeindruckt waren die Gäste von der Theateraufführung der "Schule am Gartenfeld" in Berlin-Spandau, in der sich die Förderschüler mit dem Leben und Werk der Künstlerin auseinandersetzten, sowie von der Aktion der "Käthe-Kollwitz-Grundschule" Nauen, die gemeinsam mit Senioren die Thematik bearbeitet hatte und dafür ebenfalls einen Preis erhielt.
Karin Evers-Meyer wies auf die Verantwortung aller für die Schwächeren in der Gesellschaft hin und hob die Bedeutung der Integration in Schulen und Kindereinrichtungen hervor, von der beide Seiten profitieren würden. Diese Zielstellung beinhalte das Schulprogramm der Ludwig-Leichhardt- Oberschule, so deren Leiter Dieter Klaue. "Gemeinsames Handeln und soziale Verantwortung für die Schwächeren wird in Goyatz nicht nur im Fach Soziales Lernen vermittelt. Voller neuer Eindrücke und stolz fuhr die Goyatzer Delegation nach dem Konzert der Berliner Schülerband "Tintenherz" und einem ausgedehnten Rundgang durch die Ausstellung nach Hause. Im Gepäck hatte sie neben den Erlebnissen eine Prämie von 500 Euro, die im neuen Schuljahr für eine Exkursion der Jahrgangsstufe, bei der es um Kunst gehen soll, genutzt wird, kündigte Dieter Klaue an. (fs/dh)

Info zum Thema Ausstellung
 Von den mehr als 400 Wettbewerbsbeiträgen von Schülern aus Brandenburg und Berlin sind 116 für die Ausstellung anlässlich des 141. Geburtstages von Käthe Kollwitz im Berliner Kleisthaus ausgewählt worden.
Neben der preisgekrönten Arbeit von Marko Gleisberg befinden sich noch zwei Radierungen der Goyatzer Schülerinnen Isabell Neumann und Katrin Piesker. Die Ausstellung ist bis zum 27. September zu besichtigen.