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Dahme
Schüler aus 75 Orten unter einem Dach

Zahlreiche Kinder und Eltern nutzten den Tag der offenen Tür kürzlich in der Otto-Unverdorben-Oberschule in Dahme.
Zahlreiche Kinder und Eltern nutzten den Tag der offenen Tür kürzlich in der Otto-Unverdorben-Oberschule in Dahme. FOTO: Andreas Staindl
Dahme. Beim Tag der offenen Tür an der Otto-Unverdorben-Oberschule haben sich die künftigen Oberschüler in der Einichtung umgesehen. Sie kommen aus drei Landkreisen.

Die Otto-Unverdorben-Oberschule in Dahme ist für junge Leute verschiedener Regionen eine wichtige Station auf dem Weg ins Berufsleben. Schülerinnen und Schüler aus 75 Orten lernen an der Einrichtung, wie der Schulleiter Henri Kuhl sagt. Sie kommen ihm zufolge aus den Landkreisen Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald und Elbe-Elster.

Die Oberschule in der Flämingstadt ist offenbar eine feste Größe in der Schullandschaft. 34 Kinder und Jugendliche fahren derzeit aus Richtung Luckau zur weiterführenden Schule nach Dahme, 17 allein aus der Berstestadt selbst. 15 Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich Golßen lernen aktuell bei „Otto Unverdorben“. Von Luckau bis Jüterbog (Teltow-Fläming) und von Golßen (Unterspreewald) bis Schlieben (Elbe-Elster) erstreckt sich das Einzugsgebiet. In acht verschiedenen Grundschulen ist der Nachwuchs vorbereitet worden.

Das ist eine Herausforderung, der sich die Oberschule gern stellt. „Die neuen Siebtklässler kommen mit unterschiedlichen Voraussetzungen zu uns“, erzählt Henri Kuhl. „Wir wissen und berücksichtigen das, bringen die Kinder bis zu den jeweiligen Herbstferien möglichst auf den gleichen Stand.“ Lernausgangslage nennt das der Schulleiter. Differenzen gibt es ihm zufolge beispielsweise bei Computer-Kenntnissen und bei mathematischen Grundlagen. „Wir sind darüber mit den Grundschulen im Gespräch.“

Was die Oberschule sonst noch zu bieten hat, davon konnten sich Sechstklässler und ihre Eltern zu Wochenbeginn überzeugen. Sie waren zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Das Angebot wurde rege genutzt. Samantha Pegelow kam mit ihren Eltern und Geschwistern in die Schule im Nordhag. Nach einem Rundgang ist sie überzeugt: „Die Schule ist genau richtig für mich. Auf Französisch und Russisch freue ich mich besonders. Sprachen liegen mir.“ Und noch etwas erleichtert ihr den Übergang von der Grundschule in die Oberschule: „Meine Freundinnen wechseln auch hierher. Zudem lernen schon zwei meiner Geschwister hier.“

Samantha besucht derzeit die Grundschule in Dahme – genau wie Dominik Richter. Auch er hat den Tag der offenen Tür genutzt, um in seine künftige Schule hinein zu schnuppern. Seine Schwester Sarah lernt schon dort. „Ich fühle mich hier wohl“, sagt die Neuntklässlerin. „Wir werden hier gut auf das Berufsleben vorbereitet.“

Praxislernen ist ein wichtiges Standbein der Oberschule in Dahme. „Wir arbeiten mit zahlreichen Betrieben der Region zusammen“, erzählt Henri Kuhl. „Ein Ziel ist es, junge Leute in unserer Region zu halten.“ Durch Praktika etwa lernen die Schülerinnen und Schüler die Unternehmen kennen. „Ich finde das super, denn dadurch bekommt man eine Vorstellung, was einen später im Beruf erwartet“, sagt Sarah Richter. „Und man kann ausprobieren, was einem liegt und was nicht.“ Die Neuntklässlerin will sich in Richtung Soziales orientieren: „Handwerk ist nicht so mein Ding.“ Neben dem Praxislernen gefällt ihr an ihrer Schule, „dass es hier eine Sozialarbeiterin gibt“.

Elissa Helmke ist seit einem Jahr die Ansprechpartnerin der jungen Oberschüler. „Ich höre zu, ohne zu bewerten“, sagt sie. „Die Kinder und Jugendlichen schätzen das.“ Vor allem die jüngeren Jahrgänge würden ihr Angebot nutzen. Das eine Thema gebe es nicht. „Die Schülerinnen und Schüler kommen mit Fragen, die junge Leute nun einmal in der Pubertät bewegen“, sagt Elissa Helmke.

„Ich habe schon gute Ratschläge von ihr erhalten“, bestätigt Sarah Richter. „Etwa, wie ich mich verhalten, wenn mich anderen Schüler mobben.“ Stephanie Richter sieht ihre Tochter gut aufgehoben in der Oberschule und ist deshalb überzeugt: „Dominik wird es hier auch gefallen. Und dass die Schule so großen Wert auf die Berufsorientierung legt, das finde ich klasse.“

Die Schule im Nordhag ist auch auf Kinder und Jugendliche vorbereitet, die körperlich oder geistig Hilfe benötigen. Aktuell haben 33 Schülerinnen und Schüler sonderpädagogischen Bedarf wie Henri Kuhl sagt. „Sie werden in einigen Fächern in kleinen Gruppen unterrichtet.“ Zudem gibt es verschiedene außerschulische Angebote im Rahmen des Ganztagsangebots.

Boxen gehört dazu. Karl-Heinz Brünig aus Glienig (Unterspreewald) leitet das Training. „Auf ihn ist immer Verlass“, sagt der Schulleiter. 207 junge Leute lernen ihm zufolge derzeit in der Otto-Unverdorben-Oberschule in Dahme. „Unser Ziel ist es, erneut zwei siebte Klassen mit Beginn des nächsten Schuljahrs starten zu lassen.“