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Schranke adé: Ersatztrasse frei gegeben

Chris Halecker, Hans-Jürgen Kieke, Ines Jesse und Straßenmeister Horst Schulze (v.l.) geben die Ersatztrasse für den Bahnübergang Altgolßen frei, die hinter dem Iden-Komplex auf die B 96 trifft.
Chris Halecker, Hans-Jürgen Kieke, Ines Jesse und Straßenmeister Horst Schulze (v.l.) geben die Ersatztrasse für den Bahnübergang Altgolßen frei, die hinter dem Iden-Komplex auf die B 96 trifft. FOTO: be
Golßen. Die neu gebaute Verlängerung der Landesstraße L 711 von Altgolßen zur Bundesstraße 96 ist am Freitag für den Verkehr frei gegeben worden. Die knapp zwei Kilometer lange Asphalttrasse ersetzt den Bahnübergang Altgolßen, der im Zuge des Ausbaus der Strecke Berlin-Dresden auf Tempo 200 geschlossen wird. Carmen Berg

"Es ist die erste Freigabe von neuen Querungen, der in den kommenden Wochen weitere folgen werden", betonte Hans-Jürgen Kieke, Projektleiter für das Baulos Nord der DB Netz AG, beim Banddurchschnitt das Besondere. Wie er sagte, liegen die Arbeiten im Baulos Nord im Zeitplan.

Seit Freitag 18 Uhr ist der alte Bahnübergang für den motorisierten Verkehr gesperrt. Dem Projektleiter zufolge bleibt jedoch die Querungsmöglichkeit für Fußgänger so lange nutzbar, bis eine barrierefreie Fußgängerunterführung am Bahnhof fertig ist. Sie wird 19 Meter lang. Damit können Bahnreisende künftig die Bahnsteige direkt erreichen. Für Autofahrer wird nördlich des Bahnhofes der Bahnübergang an der B 96 durch eine Brücke ersetzt. Beide Vorhaben sollen Hans-Jürgen Kieke zufolge Anfang September fertig sein. Bereits am kommenden Freitag, 7. Juli, ist die feierliche Inbetriebnahme der neuen Bahnbrücke in Kümmritz vorgesehen, erklärte er weiter.

Ines Jesse (SPD), Staatssekretärin im Brandenburger Verkehrsministerium, betonte die Bedeutung der künftigen Hochgeschwindigkeitsstrecke als Teil des transeuropäischen Netzes. Insgesamt 18 Bahnübergänge müssten landesweit ersetzt werden, Altgolßen ist einer davon. Die Gesamtkosten für die Kreuzungsvereinbarung bezifferte sie auf 7,4 Millionen Euro, wovon Bund und Bahn je 2,46 Millionen Euro finanzieren. Das Land beteiligt sich mit 1,56 Millionen Euro und die Gemeinde mit 900 000 Euro, wovon das Land für finanzschwache Kommunen nochmals bis zu 90 statt 75 Prozent fördert.

Das sei löblich, aber selbst 90 000 Euro seien für Regionen wie das Amt Unterspreewald "eine große Hausnummer", sagte Christ Halecker (Die Linke), Vize-Landrat von Dahme-Spreewald.

Er mahnte zudem an, neben Dresden und Berlin auch Cottbus im Blick zu behalten. "Im Norden von Dahme-Spreewald sind die Arbeitsplätze, die für die Menschen in der Lausitz nach dem Kohleausstieg neue Perspektiven bieten. Doch sie müssen auch hinkommen", sagte er.

Michaela Schudeck, Bauamtsleiterin des Amtes Unterspreewald, forderte zudem vom Land, auch die gewöhnlichen Landesstraßen mal wieder in Angriff zu nehmen. So sehe die Straße von Schönwalde nach Kasel-Golzig wie in den 1970er Jahren aus. Ines Jesse kündigte an, dass für Straßen im so genannten grünen Netz, an denen bislang nur noch das Nötigste passiert, im Ministerium ein Konzept in Arbeit sei.