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Schöne schlaue Arbeitswelt

Ein junger Gast hat seinen Körper vermessen und stanzt ein virtuelles Loch in der Abteilung "Digitale Ergonomie".
Ein junger Gast hat seinen Körper vermessen und stanzt ein virtuelles Loch in der Abteilung "Digitale Ergonomie". FOTO: ARRAY(0xd5fc400)
Baruth. Ins Museum Baruther Glashütte lohnen sich derzeit auch Klassenexkursionen: Die neue Sonderausstellung "Schöne schlaue Arbeitswelt" lädt Schüler ab Klasse 10 ein, an Lerninhalte von Fächern wie Physik, Informatik und Ethik anzuknüpfen. Es geht in der Schau um Ambient Intelligence, sie beschreibt die Schnittstellen zwischen dem Arbeitsplatz, dem Beschäftigten und unterstützenden Hilfsmitteln wie Datenbrillen und Hitzesensoren. red/SvD

Das teilt Museumsleiter Georg Goes mit.

Er hat zusammen mit Bernd Holtwick, Mitglied der Leitung der DASA-Arbeitswelt Dortmund, am Wochenende zur Eröffnung in die Thematik eingeführt. Der Titel der Ausstellung "Schöne schlaue Arbeitswelt" spiele auf Aldous Huxleys Zukunftsroman "Brave new world" an und zeige die Ambivalenz der digitalen Arbeitsassistenz auf. Bernd Holtwick, dessen DASA zur Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gehört, sieht überwiegend die Chancen der neuen Technologien. Gleichwohl nähme man Risiken wie Datenschutz, Kontrollverlust und Fremdbestimmung ernst und erforsche neue Technologien präventiv.

Der Gast der Ausstellung kann ein Bauwerk aus Holzklötzchen errichten und die eigene Bauweise mit der Anleitung, die über die Datenbrille eingespielt wird, vergleichen. Ein T-Shirt im Modul "Intelligente Kleidung" ist mit Sensoren ausgerüstet, die auf Geräusche mit Lichtsignalen reagieren. Hierzu stehen ein historischer Arbeitshandschuh und "Arbeitspantinen" der Glasmacher in starkem Kontrast. Im Ausstellungsabschnitt "Digitale Ergonomie" können und Besucher ihre Körper vermessen lassen. In einem zweiten Schritt ziehen die Besucher eine Figur, die als Loch in eine virtuell projizierte Wand gestanzt wird. Anschließend kommt die Wand auf den Besuchenden zugeflogen. Es gilt nun, sich durch das selbst geschaffene Loch zu zwängen, um das Spiel zu meistern. Diese Techniken können angewendet werden, um etwa Zwangshaltungen zu vermeiden.

Die Mitmachstationen können ohne Anmeldung von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 16.30 Uhr genutzt werden.