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| 15:59 Uhr

Zusätzliches Angebot für Patienten
Schmerzfrei im Krankenhaus

 Jeanette Heine sorgt als Schmerzschwester nach Operationen für die richtige Schmerztherapie.
Jeanette Heine sorgt als Schmerzschwester nach Operationen für die richtige Schmerztherapie. FOTO: LR / Anja Brautschek
Luckau. Seit etwa einem Jahr kümmert sich am Evangelischen Krankenhaus in Luckau eine Schmerzschwester um Patienten. Die Resonsanz ist laut Chefärztin Ulrike Jäkel bislang positiv. Von Anja Brautschek

Operationen und Schmerzen gehören zusammen. Für viele Patienten ist das zumindest der erste Gedanke. Dabei kann eine gezielte Schmerztherapie genau das reduzieren oder gar verhindern. Am Evangelischen Krankenhaus in Luckau kümmert sich dazu seit November 2017 eine Pain-Nurse (zu deutsch: Schmerzschwester) um das Wohlbefinden von Patienten während und nach Operationen.

„Unser großes Ziel ist ein schmerzfreies Krankenhaus“, sagt Schwester Jeanette Heine. In den ersten drei Tagen nach der Operation besucht die Schwester die Patienten, erkundigt sich speziell nach den Schmerzen oder eventuellen Wechselwirkungen der Medikamente. Je nach Gesundheitszustand passt sie die Dosis der Medikamente oder Behandlungsart anhand eines Behandlungskorridors an, den der Anästhesist für die Patienten zuvor festgelegt hat. Die so genannten Schmerzvisiten mit einer speziell qualifizierten Schwester ermöglichen dabei eine individuelle und an die aktuelle Situation angepasste Schmerztherapie.

Als Schmerzschwester hat Jeanette Heine eine sechsmonatige zusätzliche Qualifikation an einer externen Institution absolviert. Dabei wurden unter anderem technische Grundlagen, die richtige Auswahl an Medikamenten, aber auch die psychische Betreuung der Patienten vertieft. „Schmerz ist etwas ganz persönliches. Jeder erlebt es anders“, sagt Dr. Ulrike Jäkel, Chefärztin in der Klinik für Anästhesie und interdisziplinäre Intensivmedizin.

Das Besondere: Im Luckauer Krankenhaus kümmert sich die Schmerzschwester abteilungsübergreifend und zusätzlich zum Pflegepersonal um die Patienten. Ob urologischer Eingriff, komplizierter Knochenbruch oder Tumorerkrankung – nach jeder OP ist die Schmerzschwester an der Seite des Patienten. Demnach werden insbesondere auch Akutschmerzpatienten versorgt.

Im vergangenen Jahr habe keiner dieses Angebot angelehnt. „Es ist wichtig, dass der Patient sich mit seinen Sorgen und Problemen ernst genommen fühlt und aktiv angesprochen wird“, erklärt Ulrike Jäkel. Gerade der psychologische Aspekt sei dabei besonders wichtig. Die zusätzliche Zuwendung unterstütze das Wohlbefinden und trage damit gleichzeitig auch zur besseren Genesung bei. „Die Qualität war vorher nicht schlecht, konnte aber durch die Schmerzschwester weiter verbessert werden“, sagt sie. Die Resonanz sei bislang durchweg positiv, so die Chefärztin.

Das bestätigt auch Marty Hensel. Er wurde am Vortrag operiert und bekommt über eine Schmerzpumpe Medikamente zugeführt. Schmerzen hat er trotz des umfangreichen Eingriffs keine, bestätigt er mehrfach. „Es ist meine erste OP, und ich bin positiv überrascht. Die Betreuung ist super“, sagt er. Schon im Aufwachraum kurz nach der OP nehmen die Schmerzschwestern den ersten Kontakt auf. Sie nehmen Ängste und sorgen von Anfang an für die richtige Therapieform gegen die Schmerzen. Auch gegen das postoperative Erbrechen wird mit speziellen Mitteln und Wasser-
eis vorgesorgt.

Einen Tag nach der OP erkundigt sich Schwester Jeanette Heine erneut nach dem Wohlbefinden. Wenn alles gut läuft, so wie bei Marty Hensel, können die Schmerzmittel nach und nach herabdosiert werden. Im anderen Fall wird nachjustiert – immer in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt. Doch nicht nur bei Schmerzen greift die Schmerzschwester ein. Jeanette Heine hat zugleich auch für Fragen ein offenes Ohr. „Für die Patienten sind wir im Prinzip die erste Bezugsperson. Aus diesem Grund erzählen sie mir Sorgen oder Probleme, die sie dem Arzt vielleicht nicht anvertrauen möchten “, so die Schwester.

Rund 3500 Operationen werden jedes Jahr am Luckauer Krankenhaus durchgeführt – darunter zählen allerdings auch ambulante Eingriffe. Durch die individuelle Schmerztherapie entstehen den Patienten keine zusätzlichen Kosten. Diese übernimmt das Krankenhaus.