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Streit um Denkmalnutzung
Miete für Schlossruine in Dahme soll steigen

Die Schlossruine ist ein beliebter Ort zum Feiern und für Veranstaltungen geworden. Foto: be
Die Schlossruine ist ein beliebter Ort zum Feiern und für Veranstaltungen geworden. Foto: be FOTO: Carmen Berg / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Dahme. Dahmer Verwaltung schlägt Verdopplung vor. Fachausschuss sieht noch Klärungsbedarf. Von Carmen-Sylvia Berg

Das Feiern in der Schlossruine könnte deutlich teurer werden. In den politischen Gremien des Stadtparlamentes wird eine neue Entgeltordnung diskutiert. Die Verwaltung schlägt für private und Firmenfeiern einen Tagessatz von 400 Euro vor. Die Miete würde sich damit verdoppeln. Dem besonderen Ambiente angemessen oder Wucher? Im Fachausschuss für freiwillige Einrichtungen am Dienstagabend gingen die Meinungen auseinander. Das Gremium sah vor einem Beschluss weiteren Klärungsbedarf.

Die aufwendig gesicherte Schlossruine hat sich zu einer beliebten Veranstaltungsstätte entwickelt. 2017 ist das Gebäude schon 29 Mal von unterschiedlichen Nutzern gebucht worden. Davon fünf Brautpaare haben bis Ende August die besondere Kulisse für den schönsten Tag im Leben gewählt. Zum Vergleich: Im Vorjahr fanden in der Schlossruine insgesamt 20 Veranstaltungen statt.

Die letzte Entgeltordnung stammt aus dem Jahr 2013. Die Verwaltung verweist in der Begründung für einen Mietanstieg auf umfangreiche Investitionen seither und einen erhöhten Aufwand für die Bewirtschaftung. In jüngerer Zeit beispielsweise wurden komfortable Sanitäranlagen eingebaut, Zudem erhielt das Gebäude einen barrierefreien Zuweg.

Vorgeschlagen wird im Beschlussentwurf für die private Nutzung, wozu auch Firmenjubiläen gehören, ein Tagessatz von 400 Euro. Eine Nutzung bis zu vier Stunden, unter anderem für Trauungen, würde 200 Euro kosten. In beiden Fällen bedeutete das eine Verdopplung der Preise. Öffentliche Kultur- und Informationsveranstaltungen mit Eintritt würden mit 200 Euro zu Buche schlagen, bei Events ohne Eintritt wären es 150 Euro.

Iris Schulze (Landleben) nannte die Tagessätze „exorbitant“ und mahnte an, auch an die einheimische Bevölkerung zu denken. Schöne Kulturräume in den Gemeinden, die zudem beheizt werden können, seien deutlich billiger zu haben, sagte sie. Matthias Ochs (SPD) räumte ein, auch er habe bei den vorgeschlagenen Summen erstmal geschluckt. Andererseits würden sich Auswärtige bislang oft über die billigen Mieten für so ein besonderes Objekt wundern. Zudem, so gab er weiter zu bedenken, müsse jemand für seinen Geburtstag nicht gerade diesen Ort wählen, wenn er das Geld nicht habe. Schließlich sei die Ruine riesengroß und biete mehreren Hundert Gästen Platz. Frank Donath (Die Linke) sagte: „Das Schloss ist eine besondere Location. Man kann es nicht mit einem Gemeinderaum vergleichen.“

Wahlsdorfs Ortsvorsteher Thomas März berichtete von guten Erfahrungen bei der Vermietung des Wahlsdorfer Kulturzentrums Gutsstall. Es bewähre sich, einen Teil der Miete als Pauschale festzulegen und einen weiteren Teil verbrauchsabhängig zu gestalten. „Wer nur zur Trauung kommt, verbraucht weniger Strom und Wasser als bei einer Feier“, so der Ortsvorsteher.

Über eine mögliche Reduzierung der Entgelte für öffentliche Veranstaltungen könnte dem Verwaltungsvorschlag zufolge in begründeten Fällen der Ortsbeirat entscheiden. Ausschussvorsitzender Karsten Schmidt (Freie Wähler) begrüßte diese Möglichkeit. Iris Schulze dagegen sagte: „Ausnahmen sollten konkret festgeschrieben werden.“ Dem schloss sich Ortsvorsteher Jürgen Reder (SPD) an. „Der Ortsbeirat braucht Klarheit, nach welchen Kriterien er Anträge behandeln soll“, erklärte er.

Der Ausschuss beschloss, dass die Entgeltordnung überarbeitet werden und dann erneut zur Diskussion gestellt werden soll.