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| 17:38 Uhr

Letzte Sommertour für 2019
Beliebter Park mit fürstlichem Flair

 Ardo Brückner (3.v.r.) erklärt den Besuchern die Besonderheiten des Schlossparks in Fürstlich Drehna.
Ardo Brückner (3.v.r.) erklärt den Besuchern die Besonderheiten des Schlossparks in Fürstlich Drehna. FOTO: LR / Anja Brautschek
Die letzte Sommertour in diesem Jahr gibt einen Einblick in die 200-jährige Geschichte des Landschaftsparkes Fürstlich Drehna. Von Anja Brautschek

Hinter dem markanten Wasserschloss Fürstlich Drehna türmen sich kräftige Bäume auf. Das Wasser des Teiches glitzert romantisch in der Sonne. Über den Köpfen der Parkbesucher zwitschern die Vögel. Es ist ein idyllisches Bild mit bewegter Geschichte. Der Landschaftspark Fürstlich Drehna kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Ardo Brückner, Vorstandsmitglied des Kultur- und Heimatvereins, erklärt bei einem Rundgang den rund 30 Teilnehmern die Besonderheiten des Schlossensembles.

Vor genau 200 Jahren, 1819, hat die Familie Lynar damit begonnen, einen vorhandenen Lustgarten in einen Landschaftspark zu verwandeln. Es wurden erste Bäume gepflanzt, die noch heute den Eingangsbereich säumen. Der historische Teil des Parkes ist vor allem durch eine Allee von verschiedenen Laubbäumen geprägt. Besonders die Blutbuche mit ihrem tiefroten Blätterkleid sticht dabei ins Auge. Ein Farbtupfer zwischen dem sonst dichten Grün.

 Ardo Brückner, Vorstandsmitglied des Kultur- und Heimatvereins, erklärt die einstige Größe des Schlossparks.
Ardo Brückner, Vorstandsmitglied des Kultur- und Heimatvereins, erklärt die einstige Größe des Schlossparks. FOTO: LR / Anja Brautschek

Carl Wätjen, ein Reeder und Handelsherr aus Bremen, übernahm das Schlossensemble samt Parkanlage1877 und begann ab 1884 den Park sukzessive zu erweitern. Er schloss unter anderem auch den Ziegelteich in die Gestaltung mit ein. So entstanden auf insgesamt 52 Hektar neue Sichtachsen und ein stimmiges Gesamtkonzept. „Eine Parkanlage lebt. Ständig wird etwas daran gemacht“, erklärt Ardo Brückner die Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte.

 Im Park steht auch eine der ältesten Douglasien der Niederlausitz.
Im Park steht auch eine der ältesten Douglasien der Niederlausitz. FOTO: LR / Anja Brautschek
 Im Park steht auch eine der ältesten Douglasien der Niederlausitz.
Im Park steht auch eine der ältesten Douglasien der Niederlausitz. FOTO: LR / Anja Brautschek

Die größten Einschnitt gab es in den 1970er-Jahren. Fast die Hälfte des Landschaftsparkes, 22 Hektar, fielen dem Tagebau Schlabendorf Süd zum Opfer und wurden abgebaggert. Den einstigen Ziegelteich gibt es nicht mehr. „Viele haben keine Perspektive mehr für den Park gesehen“, erzählt er den Sommertour-Teilnehmern. Etwa zehn Jahre lang lag die Anlage brach. Wege und Wiesen waren verwildert, einst markante Sichtachsen völlig zugewachsen. Bis sich 1983 zwölf engagierte Einwohner zu einem Parkaktiv zusammengefunden haben. Ihr Ziel war es, sich für den Erhalt des noch übrigen Parkgeländes einzusetzen und nach dem Bergbau die Anlage wieder zu komplettieren. Das gelang. In Eigenregie haben sie alte Sichtachsen und Wege wiederhergestellt. Tote Bäume wurden durch neue ersetzt, um den Allee-Charakter des Gartendenkmals zu erhalten. Etwa 40 Hektar gehören heute wieder zum Landschaftspark. Der größte Teil der Flächen ist jedoch nach wie vor  wegen des Bergbaus gesperrt.

 Ein Teil des Parks ist aufgrund des Bergbaus nach wie vor gesperrt.
Ein Teil des Parks ist aufgrund des Bergbaus nach wie vor gesperrt. FOTO: LR / Anja Brautschek
 Ein Teil des Parks ist aufgrund des Bergbaus nach wie vor gesperrt.
Ein Teil des Parks ist aufgrund des Bergbaus nach wie vor gesperrt. FOTO: LR / Anja Brautschek

Der größte Stolz ist aber eine prächtige Douglasie. Nur wenige Meter vom Tagebaurand entfernt, konnte sie bis heute allen Widrigkeiten widerstehen. „Vor dieser Douglasie ziehe ich meinen Hut“, sagt Ardo Brückner. Sie ragt rund 40 Meter in die Höhe und ist mit 139 Jahren eine der ältesten in der Niederlausitz.

Auch um einen Ersatz für den abgebaggerten Ziegelteich hat das Park­aktiv gekämpft. Ökologisch und ästhetisch fehle sonst etwas. So entstand zu DDR-Zeiten auf den feuchten Schlosswiesen der heutige, neue Teich. Professor Helmut Rippl, ein Cottbuser Garten- und Landschaftsarchitekt, unterstützte das Parkaktiv fachlich und hat unter anderem großen Anteil an der harmonischen Verbindung des alten und neuen Parkteils.

Einige der Teilnehmer kennen den Park noch aus Bergbau-Zeiten. „Es ist toll, was hier über die Jahre alles geschaffen wurde“, sind sie sich einig. Das erhöhte Profil des neuen Parkteils kann in Zukunft einen neuen Blickwinkel auf den Landschaftspark Fürstlich Drehna schaffen, sobald die Flächen freigegeben werden. „Wir hoffen, dass wir auch diesen Zustand bald überwunden haben“, blickt Ardo Brückner zuversichtlich in die Zukunft.

Wer eine weitere Parkführung mit dem Kultur- und Heimatverein erleben möchte, hat im Herbst die Gelegenheit dazu. Am Sonntag, 20. Oktober, wird ein weiterer Rundgang durch die Anlage angeboten. Dann ist die bunte Laubfärbung der heimischen und fremdländischen Bäume  und Sträucher zu erleben. Treff ist um 10 Uhr.