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Schlosshotel Fürstlich Drehna soll Oase für Kurzurlauber werden

FOTO: Privat
Fürstlich Drehna. Das Schlosshotel Fürstlich Drehna empfängt ab 28. März wieder Gäste. Carmen Berg

Nach Insolvenz des Vorbetreibers im vergangenen Jahr hatte die Brandenburgische Schlössergesellschaft das Wasserschloss an die Travdo Hotels & Resorts Gesellschaft mit Sitz im sächsischen Rossau verpachtet. "Wir alle sind erleichtert, dass es weitergeht", so Fürstlich Drehnas Ortsvorsteherin Annegret Haupt während der jüngsten Zusammenkunft des Ortsveirates, zu der sich interessierte Dorfbewohner zahlreich eingefunden hatten.

Nach zwei Pleiten in der Vergangenheit hoffen sie auf Erfolg im dritten Anlauf. Hoteldirektorin Andrea Scholz sieht dafür gute Grundlagen. Travdo sei eine ostdeutsche Kette mit insgesamt 18 Hotels. Die Stärke liege in diesem Zusammenschluss mit einem eigenen Vertrieb. "Das ist ein Vorteil gegenüber einem Einzelunternehmer", so die 56-Jährige. Travdo sei spezialisiert auf Kurzreisen. "Wir verkaufen viele Kurzurlaube mit Halbpension an Gäste aus Berlin", erzählte sie. Die Hotels, meist in Randlagen touristischer Gebiete, seien zwischen 80 und 100 Prozent ausgelastet.

20 Mitarbeiter zum Start

Der Betrieb startet zunächst mit rund 20 Mitarbeitern. "Die Zahl soll sich weiter steigern", so die Hoteldirektorin. Die neuen Pächter seien überrascht gewesen von der hohen Zahl qualifizierter Bewerbungen aus der Region. Deshalb würde es wohl kaum nötig, in der alten Schmiede, die noch leer steht, Personalwohnungen einzurichten, erklärte sie auf Einwohnerfragen. Denkbar seien stattdessen dort Ferienwohnungen für Radtouristen, eine Entscheidung sei jedoch noch nicht getroffen.

Für die Herberge mit 56 stilvollen Zimmern in Schloss und Amtshaus streben die Hoteliers eine Vier-Sterne-Klassifizierung an. Die Ausstattung würde laut Andrea Scholz fünf Sterne rechtfertigen. Doch wolle man, beispielsweise auch für Tagungen von Firmen, nicht zu teuer werden.

Mit den anderen touristischen Anbietern im Ort wollen die Schlossherren zusammenarbeiten. Andrea Scholz verwies beispielsweise auf hochkarätige Kleinkunst im benachbarten historischen "Gasthof zum Hirsch".

Es solle sich nichts doppeln, sagte sie, griff jedoch die Anregung von Ortsbeiratsmitglied Richard Richter auf, den Schlosshof für klassische Konzerte zu nutzen, der eine "wunderbare Akustik" habe. Wenngleich das Hotel auf zwei Übernachtungen orientiere, sollen Gäste von Feiern örtlicher Gastronomen Einzelübernachtungen buchen können, sagte sie auf eine Anfrage von Annegret Haupt. "Wir wollen das Geschäft nicht zerstören, sondern beleben. Urlauber schätzen es, wenn außerhalb des Hotels was los ist", so Andrea Scholz.

Kooperation mit Heimatverein

Avisiert werde deshalb ebenfalls eine Zusammenarbeit mit dem örtlichen Heimatverein, so bei Parkführungen. "Wir werden uns nach Kräften einbringen", sicherte Vereinsvorsitzender Ardo Brückner zu.