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Schlossberg zwischen Dichtung und Wahrheit

Tanzen macht Spaß! Etwa 80 Kinder und Jugendliche engagieren sich im "Studio 77". Der Verein will gern weiterhin auf dem Schlossberg bleiben.
Tanzen macht Spaß! Etwa 80 Kinder und Jugendliche engagieren sich im "Studio 77". Der Verein will gern weiterhin auf dem Schlossberg bleiben. FOTO: asd1
Luckau. "Er war vom Schlossberg inklusive des Außenbereichs begeistert", sagt Luckaus Bauamtsleiter Michael Krüger. Inzwischen ist Ernüchterung eingetreten. Andreas Staindl / asd1

Der Gastwirt hat sich von seinen Plänen in Luckau verabschiedet. "Er hat gespürt, dass ihm ein eisiger Wind um die Nase weht", erklärt Krüger. Zuvor habe es ihm zufolge ein Treffen mit der Tanz- und Musikschule "Studio 77" (ehemals La Belle) gegeben. Das Tanzstudio ist der Hauptmieter im Schlossberg. Nach dem Gespräch sah der Gastronom aus Sachsen "keine Chance für eine vernünftige Zusammenarbeit", wie der Bauamtsleiter während der Stadtverordnetensitzung kürzlich sagte.

Stadtverordnete Cornelia Klinkmüller (SPD) hatte ihn um einen aktuellen Sachstand zum Schlossberg gebeten - "um Dichtung und Wahrheit zu trennen". Es gebe die wildesten Gerüchte zur Zukunft des Schlossbergs in der Stadt. Laut Krüger ist aktueller Stand, dass das Tanzstudio "La Belle" den Mietvertrag zum 31.März dieses Jahres gekündigt hat. Die Stadt als Eigentümer der Immobilie habe dem Nachfolgeverein einen neuen Mietvertrag angeboten. Konkrete Zahlen sind nicht bekannt.

Laut Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) gibt es nun ein Gutachten zum Marktwert des Schlossbergs. "Dieses Gutachten ist für uns Ausgangspunkt für Mietverhandlungen." Der Verwaltungschef versichert jedoch: "Wir wollen das Vereinsleben nicht kaputt machen." Er reagierte damit auf "Vorurteile", wie er sagt. Das Traditionshaus wird nicht nur von "Studio 77", sondern von zahlreichen Vereinen und Gruppen genutzt.

Jutta Dzielak, Schlossberg-Beauftragte der Tanz- und Musikschule, wirbt dafür, dass der Verein weiterhin auf dem Schlossberg bleiben kann. "Wir brauchen die Domizil-Sicherheit im Haus", sagte sie während der Stadtverordnetenversammlung. Sie hob die "gute Zusammenarbeit" mit dem Event-Veranstalter Ingo Wolff hervor, informierte jedoch auch darüber, "was uns belastet".

Jutta Dzielak zufolge muss der Verein monatlich 5000 Euro aufbringen, um die gesamten Kosten für die Nutzung des Traditionshauses zu stemmen. Verein und Stadt haben ihre Vorstellungen und wollen diese intern diskutieren.

Inzwischen gibt es einen Zeitplan für die energetische Sanierung des Traditionshauses. Die ist Voraussetzung, um das Gebäude überhaupt zu erhalten. "Wir wollen in diesem Jahr die Planung vorbereiten und im nächsten Jahr mit den Arbeiten beginnen", informierte der Bürgermeister. "Mit der Sanierung dürfte nun auch jededer Zweifel ausgeräumt sein, welchen Stellenwert der Schlossberg für uns hat", so Lehmann.