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| 17:02 Uhr

Bergbaufolgelandschaft im Wandel
Still ruht der Schlabendorfer See

So sieht der Schlabendorfer See derzeit vom Süden her aus. Die Sanierungsmaßnahmen der LMBV sind noch nicht abgeschlossen. Deswegen kann der See nur vom Wassersportverein unter strengen Auflagen genutzt werden.
So sieht der Schlabendorfer See derzeit vom Süden her aus. Die Sanierungsmaßnahmen der LMBV sind noch nicht abgeschlossen. Deswegen kann der See nur vom Wassersportverein unter strengen Auflagen genutzt werden. FOTO: LMBV / Peter_Radke
Schlabendorfer See. Tagebaurestloch ist nach wie vor nur eingeschränkt nutzbar. Sanierungsmaßnahmen der LMBV werden weiter umgesetzt. Von Anja Brautschek

Sanfte Wellen wiegen sich im leichten Wind. Im Hintergrund hört man nur das Zwitschern der Vögel und die Rufe der Kraniche. Nur selten durchquert ein Spaziergänger mit Hund den Weg. Der Schlabendorfer See ist Idylle pur. Doch die Ruhe täuscht. Noch immer sind Sanierungsmaßnahmen an dem Tagebaurestloch notwendig.

Dabei wird die Freigabe des Sees von vielen Seiten bereits erwartet. Die Stadt Luckau sieht darin touristisches Entwicklungspotenzial für die Region. Im Rahmen des Regionalen Entwicklungskonzeptes, das die Stadt gemeinsam mit Lübbenau, Calau und Vetschau entwickelt hat, soll insbesondere der windbetriebene Wassersport vorangetrieben und unter anderem eine Wakeboard- und Wasserskianlage errichtet werden. Auch Badestrände und Übernachtungsmöglichkeiten sieht das Konzept für den Schlabendorfer See vor.

Die Laufsteganlagen wurden erst vor Kurzem von der Stadt Luckau zu Wasser gelassen.
Die Laufsteganlagen wurden erst vor Kurzem von der Stadt Luckau zu Wasser gelassen. FOTO: LR / Anja Brautschek

Ein erster Schritt hin zu einem weiteren, touristischen Erholungspunkt ist bereits getan. Erst kürzlich hat die Stadt Luckau an der Marina eine Laufsteganlage errichtet. So können Segelboote künftig leichter anlegen. Dennoch sind die Pläne für den Schlabendorfer See derzeit noch Zukunftsmusik. Der See ist im Moment nur eingeschränkt durch den Wassersportverein Schlabendorf am See nutzbar. Das teilt Uwe Steinhuber, Pressesprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit.

Die Segler dürfen nur unter strengen Auflagen das Wasser befahren. Sie müssenSchwimmwesten tragen und sich bei der LMBV zuvor an- und anschließend abmelden. Wann die Wassernutzung auch für andere Gäste erweitert werden kann, ist derzeit nicht absehbar. Grund sind vor allem die Rutschungsgefahren an den Innenkippen sowie den anhaltenden Sanierungsarbeiten am See selbst. Wie Uwe Steinhuber mitteilt, wird auch in den folgenden Jahren zur Qualitätsverbesserung und -erhaltung weiterhin die Behandlung des Sees mittels Bekalkungsschiff notwendig sein. Solange das Sanierungsschiff auf dem Wasser unterwegs ist, müssen die Segler auf dem Trockenen bleiben. Denn in der Nähe des Schiffes bestehe Verätzungsgefahr. Seit rund fünf Jahren wird das Wasser mit Kalk bearbeitet, um den pH-Wert zu regulieren. Nach der letzten Messung im Juni dieses Jahres liegt dieser mitlerweile mit 7,4 auf einem neutralen Niveau.

Auch im Uferbereich sind weitere Sanierungsarbeiten notwendig. So müssen insbesondere an der angrenzenden Innenkippe Schlabendorf-Süd einschließlich der kippenseitigen Böschungen der Restlöcher Schlabendorfer See, Drehnaer See und Stiebsdorfer See noch Sicherungsarbeiten durch die LMBV realisiert werden. Aber auch der Uferbereich an der Marina muss künftig noch saniert werden.

Ein zwischenzeitllicher Wasser-Hochstand und Schwallwellen, die durch Böschungsbewegungen an der Innenkippe entstanden sind, haben dort ihre Spuren hinterlassen. Aber auch junge Bäume sind über die Jahre direkt am Uferbereich gewachsen.

Sind die Sanierungsarbeiten sowohl im Wasser als auch an der Böschung abgeschlossen, steht der touristischen Entwicklung nichts mehr im Weg. Doch wann die Arbeiten abgeschlossen werden können, steht laut Steinhuber derzeit nicht in Aussicht.