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| 18:14 Uhr

Freiwilliges Ökologisches Jahr
Berufseinstieg am Tagebaurand

Franz Sontokswi restauriert während seines Freiwilligen Ökologischen Jahres die Insektenhotels. Damit will er Wildbienen ein Zuhause geben.
Franz Sontokswi restauriert während seines Freiwilligen Ökologischen Jahres die Insektenhotels. Damit will er Wildbienen ein Zuhause geben. FOTO: Anja Brautschek / LR
Luckau/Wanninchen. Franz Sontowski arbeitet ein Jahr lang als Freiwilliger im Natur-Erlebniszentrum Wanninchen. Von Anja Brautschek

Nachdem Franz Sontowski im vergangenen Jahr sein Abitur abgelegt hat, hatte er nur ein Ziel: Ab in die Natur. Und dafür gab es für den Schlabendorfer keinen besseren Ort, als das Natur-Erlebniszentrum in Wanninchen. Schon als kleines Kind war er des öfteren dort und ist bis heute fasziniert von der einzigartigen Natur. „Ich bin mit dem See im Prinzip aufgewachsen“, sagt der 18-Jährige. Nun ist das Gelände ein Jahr lang sein täglicher Arbeitsplatz. Denn der Schlabendorfer absolviert derzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) in Wanninchen.

„Für mich war Wanninchen die erste Wahl. Ich wollte in der Natur und mit Tieren arbeiten. Das ist hier einfach sehr gut möglich“, erzählt er. Mit dem Saisonstart fiel auch für den FÖJler der Startschuss. Vor allem der Herbst sorgte für viele unvergessliche Stunden. Fast täglich ging es für Franz Sontowski mit Besuchern raus zu den Schlafplätzen der Kraniche. „Mit viel Glück sind die Kraniche sogar über unsere Köpfe hinweg geflogen. Das war schon ziemlich beeindruckend“, beschreibt er einige Erlebnisse. Selbst Wölfe konnte er bei den Kranich-Safaris entdecken.

Jetzt, im Winter, ist es zwar ruhiger in dem Erlebniszentrum. Doch ausgestorben ist die Landschaft nicht. Während Franz Sontowski sich seinen Weg durch das Außengelände bahnt, fliegen zwei Eichelhäher davon.

Im hinteren Teil des Geländes widmet sich der 18-Jährige im Rahmen seines Projektes den beiden Insektenhotels. Während des FÖJ hat er sich sich zur Aufgabe gemacht, sie zu restaurieren. Dabei will er insbesondere Rückzugsräume für Wildbienen schaffen. „Wildbienen sind wichtig für die Natur. Sie bestäuben etwa 80 Prozent der Pflanzen“, erklärt er.

Das Jahr in Wanninchen möchte der Abiturient nutzen, um viele praktische Erfahrungen aus dem Naturbereich zu sammeln. Vor allem die Arbeit der Heinz-Sielmann-Stiftung möchte er näher kennenlernen. Für ihn sei es spannend zu ergründen, mit den riesigen landschaftlichen Flächen der Stiftung passiert. Er selbst möchte sich auch nach seinem FÖJ weiterhin für die Natur einsetzen. Die Erfahrungen in Wanninchen kann er in seinem Berufswunsch einbringen. Sein Ziel ist es, Umweltingenieur zu werden. „Man kann etwas gutes tun und erschafft etwas. Das reizt mich so sehr daran“, erklärt er. In diesem Berufsfeld wird er sich insbesondere der Gewinnung von erneuerbaren Energien widmen.

Als Umweltingenieur möchte Franz Sontowski künftig nachhaltige Technologien und umweltgerechte Produktionsabläufe entwickeln. „Doch dafür werde ich den Arbeitsalltag in erster Linie im Planungsbüro verbringen. Deshalb möchte ich das FÖJ für Praxiserfahrungen nutzen“, sagt er.

Die Arbeit in Wanninchen sei abwechslungsreich. Führungen durch das Natur-Erlebniszentrum, Aktionen mit Kindern oder die bei Besuchern begehrten Safaris im Außengelände durfte er bereits miterleben. Aber besonders die Stunden an der frischen Luft genießt Franz Sontowski. Er freut sich daher am meisten über Aufgaben in der Landschaftspflege oder mit Tieren. „Die Landschaft hier ist einfach sehr schön. Es gibt vieles zu entdecken“, sagt er.