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| 17:58 Uhr

Winterbodensuche
Schädlinge bedrohen den Wald

Diese Puppen und Raupen wurden von einer Probefläche gesammelt. Vor allem über die vielen großen Puppen der Forleule mit ihren zweispitzigen Griffeln sind die Waldarbeiter besorgt.
Diese Puppen und Raupen wurden von einer Probefläche gesammelt. Vor allem über die vielen großen Puppen der Forleule mit ihren zweispitzigen Griffeln sind die Waldarbeiter besorgt. FOTO: Anja Brautschek / LR
Luckau. Schon jetzt, in diesen Wintertagen ist absehbar, welche Schädlinge in den kommenden Monaten den Wäldern in der Lausitz zusetzen werden. Nach einer sogenannten Winterbodensuche in der Region um Luckau kann es keine Entwarnung geben. Die Zahl der Forleulen-Puppen erreicht in diesem Jahr kritische Werte. Von Anja Brautschek

Was die Waldarbeiter dieser Tage bei der jährlichen Winterbodensuche in den Wäldern rund um Luckau gefunden haben, lässt bei vielen die Alarmglocken schrillen. Erneut erreicht ein Kiefernschädling beim Durchforsten der Waldböden besorgniserregende Werte. Nachdem im vergangenen Jahr die Kiefernbuschhornblattwespe stark verbreitet war, wurden in diesem Jahr viele Puppen der Forleule gefunden.

„Das besorgt uns“, sagt Funktionsförsterin Bettina Kupke. Denn die Forleule ist ein großer Feind der Kiefernwälder. Die Raupen des Schädlings fressen nicht nur die Nadeln, sondern insbesondere die frischen Maitriebe der Bäume ab. So können sie keine neuen Knospen ansetzen. „Das hat zur Folge, dass der Baum stirbt“, beschreibt Bettina Kupke die dramatischen Folgen.

Vor allem in den Wäldern um Walddrehna wurde im Rahmen der Winterbodensuche eine hohe Konzentration der Puppen festgestellt. Die vom Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) vorgeschriebenen kritischen Werte von zehn Puppen pro fünf Quadratmeter sind dort beinahe erreicht. Auf einzelnen Probeflächen wurden bis zu neun Puppen der Forleule auf fünf Quadratmeter gezählt. Auch die Raupen des Kiefernspinners sind in einigen Gebieten vermehrt gefunden worden. Der Kiefernspinner wird bereits im zeitigen Frühjahr aktiv und frisst die Bäume von den Altnadeln bis zu den Knospen kahl. Aus diesen Grund sind bei einem starken Befall die Kiefernbestände ebenfalls stark bedroht.

Doch Grund zum Handeln gebe es bislang noch nicht. Denn ein hoher Fund an Puppen und Raupen bedeutet noch keinen Befall von Schädlingen im Frühjahr. „In der Regel reguliert sich die Natur von alleine“, erklärt die Funktionsförsterin. So könnte schon ein später Kälteeinbruch oder lange Regenperioden zur Folge haben, dass die Schädlinge sterben, bevor sie die Baumkronen erreichen. „Auch die Verbreitung der Kiefernbuschhornblattwespe im vergangenen Jahr hat sich von selbst reguliert“, nennt sie ein Beispiel.

Es sei nicht ungewöhnlich, dass von Jahr zu Jahr manch ein Schädling vermehrt im Boden überwintert. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig, erklärt Bettina Kupke. Die milden Temperaturen sorgen einerseits für eine starke Ausbreitung. Auch die Kiefernmonokulturen in vielen Regionen begünstigen andererseits eine Verbreitung vieler Schädlinge. Die Tiere finden so ausreichend Nahrung und haben nur kurze Distanzen zu überwinden. Natürliche Barrieren gibt es keine. „Um Walddrehna herum gibt es außerdem große Waldgebiete, die besonders dicht sind“, erklärt die Funktionsförsterin. Das hat zur Folge, dass sich Schadinsekten dort häufig besonders gut ausbreiten können.

Die Ergebnisse der Winterbodensuche werden nun an das LFE in Eberswalde weitergegeben. Dort werden Anzahl und Vitalität der Puppen ausgewertet und daraufhin das weitere Vorgehen entschieden. Leimringe um den Stamm oder Kronenfällungen im Frühjahr können zudem weiteren Aufschluss über die schwere des Befalls geben. Erst dann entscheide sich, ob bekämpft werden müsse. Dafür würde der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig. Zuletzt musste im Waldgebiet der Oberförsterei Luckau 2013 chemisch gegen die Nonne angegangen werden.