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Gemeinschaftsunterkunft Luckau
Neues Spielzimmer für Geflüchtete

Luckau. Kinderrechtsorganisation unterstützt die Gemeinschaftsunterkunft in Luckau. Von Anja Brautschek

Die Kinder von geflüchteten Familien können bald in einem hellen, modern eingerichteten Spielzimmer den Tag verbringen. Derzeit wird der Raum in der Gemeinschaftsunterkunft in Luckau umgebaut und neu möbliert. Die finanziellen Mittel dazu hat die internationale Kinderrechtsorganisation „Save the Children“ bereit gestellt.

Mit dem Projekt „Zukunft von Anfang an“ werden Gemeinschaftsunterkünfte und Erstaufnahmeeinrichtungen in ganz Deutschland unterstützt. Ziel der Organisation ist es, die Bildungs- und Lebensbedingungen insbesondere von geflüchteten Kindern zu verbessern. Derzeit werden sechs Einrichtungen unterstützt. Neben der Luckauer Gemeinschaftsunterkunft ist Brandenburgweit nur noch die Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt Teil des Projektes. Insgesamt werden der Luckauer Unterkunft rund 8000 Euro zur Verfügung gestellt. „Es ist toll, dass wir diese Unterstützung erhalten. Damit können wir Ideen umsetzen, die sonst nicht möglich wären“, sagt Einrichtungsleiterin Meike Schuster.

Wie das Geld am effektivsten eingesetzt werden kann, wurde im Vorfeld mit einer Untersuchung ergründet. „Das Ergebnis hat mich sehr interessiert, da die Geflüchteten mit einer Befragung direkt einbezogen wurden“, sagt Einrichtungsleiterin Meike Schuster. Vieles Verbesserungsansätze waren jedoch bereits bekannt, sagt sie. Lothar Treder-Schmidt kritisierte unlängst dieses Vorgehen. Das Geld für die Bedarfsermittlung hätte aus seiner Sicht besser in andere Bereiche investiert werden können, sagt er. „Das Prinzip ist gut. Doch die Schwierigkeiten in Unterkünften hätten auch mit direkten Gesprächen ohne lange Analysen ergründet werden können“, ist er überzeugt.

In Luckau wurden bei der Befragung häufig weitere Angebote für Mädchen nachgefragt. Jungen finden oft beim Fußball oder in anderen Sportvereinen schnellen Anschluss. Für Mädchen hingegen gebe es weniger Möglichkeiten. Unter der Anleitung einer Musiktherapeutin können sie nun ihrer Kreativität beim Musik, Gesang, Tanz oder Theater freien Lauf lassen. „Ziel dieser Gruppe ist es, das Selbstbewusstsein der Mädchen zu stärken“, sagt Meike Schuster. Eine erste Veranstaltung fand mit zwölf Kindern regen Zuspruch. Mit Hilfe der finanziellen Mitteln von „Save the Children“ soll dieses Angebot zunächst bis Ende des Jahres etabliert werden. Ob eine Fortführung darüber hinaus ermöglicht werden kann, sei noch unklar.

Für Eltern soll es außerdem ein Eltern-Café geben. Dort konnen sich Mütter und Väter aus verschiedenen Ländern über Themen zur Erziehung und Kultur austauschen. „Mit Lern-Videos oder Vorträgen kann man dabei viel erreichen. Derzeit suchen wir nach einem geeigneten Raum dafür“, sagt die Einrichtungsleiterin.

Für das Spielzimmer, für dessen Einrichtung sich die Sozialarbeiter von Anfang an eingesetzt haben, wurden nun neue, kindgerechte Möbel und Teppiche angeschafft. Alles soll bunter, schöner und moderner werden. „Das ursprüngliche Zimmer wurde allein durch Spenden eingerichtet. Wir sind froh, dass es hier in Luckau so viel Unterstützung gab“, sagt Meike Schuster. Täglich können die Kinder dort gemeinsam mit Ehrenamtlichen oder Bundesfreiwilligen spielen, sich austoben und Neues kennenlernen. Dabei hat es bislang vor allem noch an Spielmaterial und pädagogischen Lernhilfen gemangelt. Das wird nun nachgeholt, neben Nachschlagewerke wird auch Lern-Software für verschiedene Altersgruppen angeschafft. Ein Computer war außerdem für Hausaufgaben notwendig. „Wir als Gemeinschaftsunterkunft haben ja auch einen Auftrag und helfen den Familien beim Erlernen der Sprache und Kultur“, sagt Meike Schuster. Vor allem Kinder eignen sich das am schnellsten beim gemeinsamen Spielen an.

„Diese Unterstützung ermöglicht es uns, langfristiger zu planen und fachlich strukturierter vorzugehen. Doch das ist nicht ausreichend“, erklärt sie weiter. Es werden vor allem ehrenamtliche Helfer in der Gemeinschaftsunterkunft gebraucht, die gemeinsam mit den 28 dort lebenden Kindern basteln, spielen oder den Nachmittag verbringen. „Die neuen Materialen nützen nur, wenn Helfer da sind, die sie einsetzen. das ist leider etwas eingeschlafen“, sagt die Einrichtungsleiterin. Derzeit bieten vor allem zwei Bundesfreiwillige Nachmittagsstunden zur Beschäftigung für Kinder an. „Es ist jeder willkommen, der Interesse hat. Auch eine Patenschaft mit einer Familie ist möglich“, hofft Meike Schuster (Telefon: 03544 5560624) auf neue Interessenten.