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Gesundheit
Saubere Hände gegen Noroviren

Hygienefachmann Mike Guba (vorne) und Heike Müller, Stationsleiterin der Urologie in Luckau, bei der Desinfektion der Hände.
Hygienefachmann Mike Guba (vorne) und Heike Müller, Stationsleiterin der Urologie in Luckau, bei der Desinfektion der Hände. FOTO: D. Friedrich
Luckau. Regen, Wind und Kälte: Mit dem Einzug des nass-kalten Herbstwetters steigt wieder die Zahl der Infektionskrankheiten. Das ist besonders für Krankenhäuser ein großes Problem. Daniel Friedrich

Hatschi! Das Kribbeln in der Nase entlädt sich in einem kräftigen Nieser. Um andere Menschen vor den herumwirbelnden Tröpfchen zu schützen, halten sich viele die Hand vor den Mund - hygienisch ein fataler Fehler, denn: "Über die Hände werden die meisten Keime übertragen. Beim Türklinken oder Händeschütteln verteilen wir die Krankheitserreger dann an unsere Umwelt", erklärt Mike Guba. Er muss es wissen, denn seit Mai dieses Jahres ist der 28-Jährige Fachkraft für Hygiene am Evangelischen Krankenhaus in Luckau. Gerade in Einrichtungen mit hoher Patientenfluktuation ist das Ansteckungsrisiko besonders groß. Deshalb hat das Krankenhaus in diesem Jahr zum ersten Mal an der Aktion "Saubere Hände" teilgenommen. "Dabei müssen wir uns Prüfungen unterziehen, über die Anzahl der Desinfektionsspender Auskunft geben und regelmäßige Schulungen anbieten", erzählt Mike Guba. Am Ende sei zunächst ein Bronze-Zertifikat das Ziel, das die Teilnahme an der Hygienemaßnahme sowie die Qualität der Umsetzung abbildet.

Insbesondere die Noroviren sind in Krankenhäusern gefürchtet. Schon eine geringe Virenanzahl reicht zur Übertragung aus, und nicht alle Desinfektionsmittel können die Keime wirksam abtöten. "So ist die Norovirus-Infektion in Deutschland seit Jahren die Erkrankung mit den meisten an das Robert-Koch-Institut gemeldeten Erkrankungsfällen", sagt Krankenhaushygienikerin Barbara Wilbrandt, die regelmäßig das Luckauer Krankenhaus berät. Vor allem im Herbst und Winter erreichen die Infektionen ihren Höhepunkt und führen bei ohnehin geschwächten Personengruppen zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen. Gut beraten ist, wer konsequent die Hygieneregeln einhält - im Beruf und im privaten Alltag: "Wer sich regelmäßig und gründlich - also gut 30 Sekunden lang - die Hände wäscht, minimiert sein Risiko. Besonderes Augenmerk sollte man auf die Fingerkuppen und Daumen legen, die am häufigsten in Kontakt mit potenziell verkeimten Oberflächen kommen", rät die Krankenhaushygienikerin. Ist ein Familienmitglied erkrankt, sollte es keine Speisen zubereiten und wenn möglich auf eine gesonderte Toilette ausweichen.

In der Klinik sorgen Handschuhe und Desinfektionsspender für stete Handhygiene unter dem Personal. Das Robert-Koch-Instituts gibt regelmäßig Leitlinien heraus, die als Standards für präventive Maßnahmen in Krankenhäusern dienen. "Wir schöpfen derzeit alle Möglichkeiten aus und hoffen, dass wir in diesem Winter vor einem Norovirus-Befall gewappnet sind", gibt sich Krankenhaushygienikerin Wilbrandt optimistisch.