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Niebendorf-Heinsdorf
Vielschichtig wie Baumkuchen

Die Jüngsten werden in der Kita „Baumkuchen“ liebevoll betreut, doch das Haus ist marode.
Die Jüngsten werden in der Kita „Baumkuchen“ liebevoll betreut, doch das Haus ist marode. FOTO: Carmen Berg / LR
Niebendorf-Heinsdorf. In Heinsdorf sollen nach Sanierung Kita und Dorftreff zu einem Ganzen zusammenwachsen.

 „Baumkuchen“ nennt sich der Verein aus Eltern, Erziehern und anderen Aktiven,  denen das Miteinander im Dahmer Ortsteil Niebendorf-Heinsdorf am Herzen liegt. Das leckere Gebäck hatte bei der Vereinsgründung in der Vorweihnachtszeit 2013 auf dem Tisch gestanden. So entstand die Idee für den Namen. „Er passt zu uns. Ein Baumkuchen hat viele Schichten. Auch wir wollen viele Menschen zusammenbringen“, sagt  Imke Hofbauer.

Sie ist Erzieherin in der Naturkita, die der Verein seit 2014 in dem Doppeldorf betreibt. Das habe sich ergeben, nachdem der vorherige Träger sich zurückgezogen hatte und die Kindereinrichtung auf der Kippe stand. Ursprünglich wollten sich die jungen Zuzügler-Familien für die Begegnungsstätte in Nachbarschaft des Kindergartens engagieren, sich dort mit eigenen Angeboten einbringen, blickt  Imke Hofbauer zurück. Jetzt macht sich der Verein gemeinsam mit den Dorfbewohnern dafür stark, dass die beiden Teile des Gebäudekomplexes baulich und auch im Empfinden der Menschen zu einem Ort für alle Generationen zusammenwachsen.

Ein erster Teilerfolg ist erreicht. Aus dem Fördertopf für die ländliche Entwicklung wurden für 2018 knapp 35 000 Euro bewilligt. Das Geld fließt in Planungsleistungen für das angestrebte Dorfgemeinschaftshaus. Sie sind Voraussetzung, um weitere Hilfen für den Um- und Anbau beantragen zu können. „Die Chancen auch für diese Förderung stehen gut“, so Dahmes Amtsdirektor Frank Pätzig (parteilos) unlängst vor den Stadtverordneten.

Beide Gebäude aus DDR-Zeiten, die der Kommune gehören,  haben eine Kur dringend nötig. In der farbenfroh ausgestalteten Kita fallen die Mängel erst auf den zweiten Blick auf. Der Anbau, in dem die Krippenkinder betreut werden, ist nicht massiv. Eltern haben hier erst jüngst die Fußböden gedämmt und stabilisiert. Größtes Manko sei das Bad, es sei nicht kindgerecht, sagt Imke Hofbauer. Die Küche befindet sich in der Begegnungsstätte. „Wenn wir sie nutzen wollen, müssen wir über den Hof“, so die Kita-Erzieherin. An der vorgelagerten Begegnungsstätte  sind Schäden an der Fassade notdürftig geflickt. Der ganze Bau macht den Eindruck, als sei die Zeit stehengeblieben. Der große Gemeinschaftsraum, in dem sich regelmäßig die Senioren treffen,wirkt abgewohnt. „Für die Leute ist das eine Zumutung“, finden Imke Hofbauer und ihre Mitstreiter.

Die Idee ist es, im Zuge einer Komplettsanierung die beiden Häuser nicht nur aufzupeppen und Leichtbauteile abzureißen  sondern durch eine gemeinsame Eingangshalle die Kita und Begegnungsstätte zu verbinden.  „Jetzt schauen die Senioren den Kindern, wenn sie draußen spielen, vom Fenster aus zu. Später könnten sie von einer Terrasse aus ganz nah dabei sein“, sagt Imke Hofbauer. Die Küche wird von der Kita aus trockenen Fußes erreichbar. Sie soll durch eine Kinder-Küche ergänzt werden, wo die Kleinen sich ausprobieren und sich dabei gern auch von den Omas zeigen lassen können, wie aus den Äpfeln im Hausgarten leckere Marmelade wird. „Die Älteren können die Fröhlichkeit der Kinder aufnehmen und die Jungen erleben, was die Senioren Tolles wissen und leisten“, hat Imke Hofbauer eine Zukunftsvision.

Für die Begegnungsstätte haben die Vereinsleute schon so manche Idee, mit der sie sich einbringen wollen. Yoga-Kurse, Kochabende für die jüngeren Jahrgänge gehören ebenso dazu wie gemeinsames Singen von Jung und Alt in der Weihnachtszeit. Ein Platz  für alle Dorfbewohner soll  das Gebäude werden, wie ein Baumkuchen eben mit vielen Schichten.

Auch die Begegnungsstätte, in der sich vor allem Seniorenregelmäßig treffen, hat eine Kur dringend nötig.
Auch die Begegnungsstätte, in der sich vor allem Seniorenregelmäßig treffen, hat eine Kur dringend nötig. FOTO: Carmen Berg / LR