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| 17:22 Uhr

Trauerhalle wieder nutzbar
Mit eigener Muskelkraft gegen Abriss

 Die Waltersdorfer blicken wieder stolz auf die Trauerhalle. In Ihrer Freizeit haben sie das Gebäude saniert und damit vor dem Abriss gerettet.
Die Waltersdorfer blicken wieder stolz auf die Trauerhalle. In Ihrer Freizeit haben sie das Gebäude saniert und damit vor dem Abriss gerettet. FOTO: Frank Ratajczak
Waltersdorf. Die Trauerhalle in Waltersdorf stand kurz vor dem Abriss. Engagierte Einwohner wollten das verhindern. Gemeinsam haben sie in ihrer Freizeit das Gebäude saniert und wieder nutzbar gemacht. Von Anja Brautschek

Eine helle, freundliche Fassade, neue Regenrinnen, der Fußboden im Inneren ist überarbeitet – seit Kurzem kann die Trauerhalle von Waltersdorf wieder genutzt werden. Die Nutzungssperre ist aufgehoben, das Gebäude ist saniert und die Standsicherheit wiederhergestellt. Ermöglicht wurde das insbesondere durch die engagierten Waltersdorfer.

„Es war ein unermüdlicher Einsatz der Waltersdorfer. Dafür möchte ich allen danken“, sagt Ortsvorsteher Detlef Reinicke. Denn eigentlich sollte die Trauerhalle schon gar nicht mehr stehen. Der Abriss war durch die Gemeinde bereits angeschoben. Das Alter war an der 50 Jahre alten Feierhalle deutlich zu erkennen. Neigungserscheinungen und Setzungsrisse an den Wänden, der Putz brökelte ab. Die Bauordnungsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald empfahl bereits Ende des vergangenen Jahres nach einem Besichtigungstermin den Abriss. Die Gemeinde vermutete ein zu schwaches Fundament als Ursache des Verfalls.

Doch Ortsbeirat, zahlreiche Einwohner und einige Gemeindevertreter haben sich für den Erhalt eingesetzt und einen Kompromiss mit der Gemeinde gefunden. „Unsere Trauerhalle ist keine Trauergeschichte, sondern eine Erfolgsgeschichte“, freut sich Detlef Reinicke über das Erreichte.

Zwei fachkundige Einwohner, Dipl. Ing. Gerhard Weichert und der Baufachmann Friedrich Jännichen haben die Sanierung in die Hand genommen, die Durchführung mit ihrem Fachwissen begleitet und tatkräftig mit angepackt. Friedrich Jänninchen war bereits am Bau des Gebäudes 1968 dabei und ist von der Bausubstanz überzeugt. Ein zu schwaches Fundament konnten sie bei einer erneuten Prüfung nicht feststellen. Vielmehr vermuten die Experten, dass durch die bislang fehlenden Regenrinnen der Boden aufgeweicht ist und dies zu den Setzungen geführt hat.

Im Frühjahr diesen Jahres haben sie daraufhin gemeinsam mit weiteren handwerklich geschickten Waltersdorfern den inneren und äußeren Bereich wieder hergerichtet. Um eine weitere Absenkung zu verhindern, wurden Stahlbänder eingebaut und Regenrinnen montiert. Anschließend wurde neuer Putz aufgebracht, Malerarbeiten ausgeführt, Pflaster verlegt und der Boden im Inneren der Trauerhalle ausgebessert. Nun empfangen ein neu gestalteter Eingangsbereich und ein heller Innenraum die Gäste. Die Arbeiten haben die Waltersdorfer in ihrer Freizeit durchgeführt. Das notwendige Material hat die Gemeinde zur Verfügung gestellt.

„Das Projekt ist in mehrerer Hinsicht bemerkenswert“, sagt Bürgermeister Frank Deutschmann. Zum einen sei nun wieder eine gelungene Ansicht hergestellt, die würdevolle Trauerfeiern ermöglichen. Zum anderen lobt er die reibungslose Zusammenarbeit der Waltersdorfer. Bis zum Herbst haben sie strukturiert die Maßnahmen umgesetzt und blieben dabei sogar kostenmäßig unter den geschätzten Abrisskosten. Während der Umbaumaßnahme konnten Trauerfeiern in Absprache mit der Kirche in der Waltersdorfer Kirche stattfinden. „Es ist bemerkenswert, dass alles so unkompliziert gelaufen ist. Dafür möchte ich mich auch im Namen Gemeinde bedanken“, sagt Deutschmann im Rahmen einer Dankeschön-Veranstaltung.